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von
nach 8 Tagen
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Re^3: Soll ich mit PRT vortfahren?
Gibt es überhaupt Hoffnung auf Heilung?
Ich habe den Bandscheibenvorfall nun schon 2 Jahre und die
erste Therapie(PRT) bringt nicht viel.Ich wollte nächstes Jahr
nach ZentralAsien und da habe ich nicht die Möglichkeit jeden
Tag ein warmes Bad zu nehmen :-)
Hallo Sokirjon
Habe von einem Teilnehmer gute Tipps bekommen, die Dir evtl. auch weiter helfen können. Hier:
1. Sitzen & Arbeiten
• Möglichst hoch sitzen, am besten auf einem vielfach verstellbaren Drehstuhl. Perfekt ist der H05 von Håg:
http://www.hag.no/hag_germany.nsf/pages/products
Unbedingt verschiedene Modelle ausprobieren.
• Fast den ganzen Oberschenkel durch Sitzfläche unterstützen lassen, nach vorne leicht abschüssig sitzen. LWS leicht anlehnen. Ellbogen und Unterarm in Höhe der Tischplatte auf Armlehne.
• Beine breit nach vorne ganz auf den Boden. Nicht um den Stuhl „wickeln“.
• Möglichst hohen Tisch verwenden. Gängige Standardhöhen sind meistens viel zu niedrig.
• Bildschirm höher stellen als Tischhöhe: Oberkante Monitor = Augenhöhe.
• Immer auf straffer, aber gepolsterter Fläche. Hoch sitzen. Beine immer abschüssig. Winkel <90° in Hüfte und Knien meiden. Harte, kalte Flächen meiden.
• Immer aufrecht sitzen, aber regelmäßig Hüftgelenk durchbewegen: Kreisförmige Bewegungen mit dem Hintern auf der Sitzfläche vollführen.
• Beine nicht überschlagen, bei asymmetrischem Leiden vor allem nicht „gesunde“ über „kranke Seite“.
• LWS mit Kissen unterstützen.
• Häufig aufstehen.
• Die Stühle von Stokke fand ich kurzfristig erfrischend. Langfristig empfand ich die Sitzpositionen nervend und unphysiologisch („Balans“) bis schmerzhaft („Move“). Meiner Meinung nach nichts für Bandscheibengeschädigte.
• Biergartenstühle und Bierbänke unbedingt meiden (zu niedrig, zu hart, zu kurz, ohne LWS-Unterstützung, zugig im LWS-Bereich).
• Sehr weiche, tiefe Polster ebenfalls meiden.
2. Liegen
• Bei Schmerzen: auf dem Bauch liegend ein Bein stark anwinkeln, Schulter auf dieser Seite unterstützen.
• Zwischendurch auf dem Rücken liegen, Beine anwinkeln und Unterschenkel rechtwinklig unterstützen, kein Hohlkreuz.
3. Stehen, Gehen, Laufen und Sport
• Nicht mit durchgedrückten Knien stehen; immer leicht beugen.
• Schuhe mit harten Absätze meiden.
• Langes Gehen auf Asphalt/Stein vermeiden.
• Beim Gehen auf ökonomischen Bewegungsablauf achten (siehe unten „Feldenkrais“).
• Laufen/Jogging am besten ganz vermeiden, zumindest auf Asphalt; selbst Wiesen und Waldböden sind für die meisten zu hart.
• Ideal sind Rückenschwimmen, Inline-Skating, Langlauf, Cross-Trainer und Stepper im Studio.
• Radfahren nur wenn sonst schmerzfrei. Am besten Full Suspension.
• Kein Squash, Tennis, Badminton etc.
4. Heben
• Nichts mit durchgebogenem Rücken heben, nicht einmal einen Stift.
• Last immer erst nahe an die Körperachse bringen. Dann mit gestrecktem Rücken aus den Beinen anheben, bei Bedarf Beine beugen.
• Auch seitliches Beugen der Wirbelsäule vermeiden; Kraft symmetrisch verteilen.
• Lasten beim Tragen immer in der Körperachse halten, dabei in Knien und Hüfte nie ganz durchgestreckt, eher leicht federn.
5. Bewegen & Dehnen
• Hüftgelenk mobilisieren, z.B. morgens vor dem Aufstehen: Auf dem Rücken liegend abwechselnd 10 x linkes und rechtes Bein mit der Ferse voraus ganz durchstrecken, dabei Hüfte mitkippen.
• Im Fitnessstudio auf dem Stepper trainieren, dabei Hüfte stark hin- und herkippen.
• Hüftbeuger dehnen: Auf dem Rücken liegen, ein Bein anziehen. Anderes Bein mit Fußgelenk über das hochgestellte Knie legen. Bauchmuskeln anspannen, kein Hohlkreuz. Hochgelegtes Knie nach unten drücken, Hüfte dabei fixieren. 10 s halten, dann andere Seite.
6. Muskelkräftigung
• Von Fitnesstrainer oder Krankengymnastin Übungen zeigen lassen zur Kräftigung von:
• Rückenstreckern
• Haltemuskulatur der Wirbelsäule
• Bauchmuskulatur (Spannung Bauch-/Rückenmuskulatur sollte gleich groß sein).
• Gesamte Rumpfmuskulatur
• Beinstreckern (zum Heben)
• Regelmäßig trainieren, wenn schmerzfrei 3 x die Woche. Ein Leben lang.
7. Reorganisieren & Bewusstsein entwicklen
• Feldenkrais. Ist nichts Esoterisches, sondern eine Methode, seinen Bewegungsapparat (neu) zu organisieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais-Methode
am besten zunächst in Einzelstunden.
• Sinne schärfen für ökonomische bzw. unvorteilhafte Haltungen und Bewegungen.
8. Schmerz dämpfen
• Nie gegen den Schmerz bewegen.
• Schmerzmittel durchprobieren: Ibuprofen, Voltaren, Voltaren Resinat, andere. Die Nacht ist zur Erholung und Entspannung da.
• Falls unzufrieden, Arzt wechseln, bis die Krankenkasse pleite ist; noch haben wir in Deutschland freie Arztwahl.
Gute Besserung!