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Re^5: deutsch
Hallo!
Ich habe den Text gefunden und versuche mal mein Glück:
Zunächst scheint es mir darum zu gehen, dass man in der Lesedidaktik zwei Ziele unterscheidet: zum einen das flüssige Lesen (hier mit reading literacy gemeint), zum anderen das inhaltliche Verstehen.
Unter 1. stellt die Autorin zunächst fest, dass es schwierig ist zu erkennen, ob eine Deutung eines Textes "richtig" ist, da jeder etwas anderes herausliest. Es geht weiter mit der Aussage, dass man Texte nur richtig interpretieren kann, wenn man die entsprechende Gattung, hier Kurzgeschichte zugrunde legt. Daraus folgert sie, dass Gattungswissen im Unterricht nur dann etwas bringt, wenn es an Texten eingeübt wird und die Schüler es auf fremde Texte anwenden können.
Unter 2. steht erneut, dass erst das Umgehen mit Texten Unterricht über die Gattungen sinnvoll macht.
Ein reines "Abarbeiten" von Gattungsmerkmalen ist sinnlos, wenn dies nicht zum Verstehen der Absicht des Textes führt.
Unter 3. steht, dass die LEser das, was sie gelernt und erfahren haben, einsetzen, um einen Text zu deuten.Dabei lernen die Kinder einige Gattungen (Märchen) shcon in der Kindheit kennen, andere (Kurzgeschichte) in der Schule.
Im weiteren wird der Unterschied von Kurzgeschichte und Parabel aufgezeigt, dass die Parabel dann gegeben ist, wenn der Text nicht in der Realität spielen kann und übertrageng edeutet werden muss.
In viertens wiederholt die Autorin zunächst die MErkmale einer Kurzgeschichte. Dann fragt sie sich, was hinzukommen muss, um eine wirkliche Kurzgeschichte von anderer Kurzprosa zu unterscheiden.
Das mit der Inkohärenz soll bedeuten, dass Dinge nicht zusammenpassen, die Autorin sagt aber, dass dies in der Kurzgeschichte der Nachkriegszeit nicht passiert ist, sondern dass die Autoren nur einiges ausgelassen haben.Die Autorin meint, dass sie damit das zerrissene LEbensgefühl der Nachkriegszeit darstellen wollen.
Die Autorin unterscheidet, dass die Parabel mehr mitteilt als der eigentliche Text (Art moralische LEhre) während die Kurzgeschichte bewusst Lücken lässt, die der LEser selber füllen soll. Hierzu kann auch Wissen über den historischen Hintergrund notwendig sein. Manchmal müsse man Gegenstände der Kurzgeschichte auch symbolisch sehen, so wie Borcherts Küchenuhr eben auch für Zerstörung steht.
Ich denke, Sie kennen die erwähnten Borchert-Geschichten. Ansonsten würde ich Ihnen raten, die drei genannten zum besseren Verständnia auf jeden Fall noch zu lesen.
Im Unterricht gibt es immer Schüler, die die entstandenen Lücken füllen und andere, die das nicht tun (steht so im Text, aus meiner Unterrichtspraxis würde ich sagen, da macht es sich jemand sehr einfach)Man soll den Schülern Hintergrundinfos liefern, bzw. sie diese suchen lassen und LEitfragen stellen, um die Schüler auf den Sinn des Textes zu stoßen.
Ich habe jetzt mal versucht, das ganze in verständlicheres Deutsch zu fassen und hoffe, ich konnte Ihnen damit helfen.
(Wenn mir noch eine persönliche Anmerkung nach zehn Jahren Unterricht erlaubt ist: Mit der Schulpraxis hat das Ganze wenig zu tun, aber das nur am Rande.)
Gruß und schönen Abend
Nadine Schmid