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Re: Dichtung
Hallo Johannes,
Beinahe hätte ich vergessen zu antworten. Zu Deinem Problem möchte ich daher gleich Stellung nehmen.
Die Dichtung ist gem. Deinen Angaben wie folgt belastet:
dP = 0,2 bar einseitig
N=250 U/min
D= 400 mm
v = 5,2 m/s
Medium= Flusswasser
t= 30 °C
Die Anforderungen sind also sehr gering, also sind alle üblichen Dichtungstypen geeignet. Lediglich die Inhaltsstoffe des Flusswassers können sich auf die Standzeit der Dichtung negativ auswirken.
Um es vorweg zu sagen: aus meiner Erfahrung mit Kühlwasserpumpen heraus würde ich eine axiale Gleitringdichtug bevorzugen. Die Wasserverschmutzungen sind hierbei unproblematisch, ebenso unruhiger Lauf (Unwucht), sehr lange Standzeit. Der Kosten-Mehraufwand lohnt sich wegen der Einsparungen seitens Reparaturen und Unterhalt.
Als Alternative würde ich eine einfache Packungs-Stopfbüchse vorschlagen, mit graphitierten oder teflonisierten Packungen. Aufgrund des großen Duchmessers ist die Brille alerdings relativ nachgiebig, so dass die Einstellung der Leckage problematisch sein kann. Wenn, wie in meiner Firma, ein Dutzend Schlosser an der Brille herumschrauben kann (und manche meinen wenn eine Leckage fließt ist die Dichtung undicht und muß nachgestellt werden), dann ist sie bald hinüber. Allerdings lässt sich eine derartige Packung sehr schnell während eines kurzen Stilstands wechseln (sofern die Absperrplatten am Einlauf dicht sind, was wohl selten der Fall ist). Wegen der abrasiven Wasserinhaltsstoffe wird allerdings die Wellenoberfläche im Dichtungsbereich abgetragen und die Leckage wird so groß dass u.U. abgestellt werden muß. Die Welle muß dann aufgespritzt und geschliffen werden. In der Regel reichen dazu die Revisonsintervalle. Aber technisch einwandfrei wäre es, die Stopfbuchse mit sauberem Sperrwasser (Trinkwasserqualität) zu beaufschlagen. Wirksame konstruktive Massnahmen um Feststoffe von der Dichtung fernzuhalten kenne ichn nicht. Besonders in Hochasserzeiten ist der Feinsandanteil sehr hoch und das Zeug wird in alle Ecken und Fugen hineingespült. Da die Packungsstopfbüchse ja eine geringe Leckage zur Kühlung und Schmierung braucht, ist sichergestellt, dass die abrasiven Feinteile direkt zugeführt werden und schmirgeln können.
Als weitere Alternative käme dann noch die radiale Gleitringdichtung in Frage. Für sie gilt im Wesentlichen das was ich zur Packungsstopfbuchse gesagt habe. Sie ist allerdings nicht so einfach zu montieren und rein subjektiv habe ich persönlich wenig Zutrauen in diese Art Dichtung.
Bei Deinem Projekt geht es wohl um eine Studienarbeit, die Maschine wird wohl nie gebaut werden. In diesem Fall würde ich auf ein Packungs-Stopfbüchse zurückgreifen. Voith hat diese Dichtungen jahrelag eingesetzt, als es nichts anderes gab, und es ist erstaunlich, wie sich oftmals die Dichtunge und Wellen gehalten haben.
Viel Erfolg be Deiner Arbeit. Es wär nett, wenn Du mir mitteilen würdest, wie Du Dich entschieden hast.
Wolfgang D.