Expertenwissen
Von: , 20.12.2010 14:12 Uhr
Liebe/-r Experte/-in,
in unserer Straße wurde die Kanalisation erneuert.Die Dachrinnen sind direkt im Hausanschlußschacht eingebunden.Seit dieser Zeit steigt der Gestank aus der Kanalisation über die Dachrinne auf den Hausboden und damit ins Haus.Besteht eine Möglichkeit dies mit technischen Mitteln ähnlich einer Rückschlagklappe zu verhindern?

3 Antworten zu dieser Frage
  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Abwasser, Kanalisation, Dachrinne
    Mein lieber wsf-br61,

    nach Ihrer Beschreibung haben Sie schon spezielle Entwässerungsverhältnisse. Ohne die Lage genau zu kennen, kann ich Ihnen schon einmal sagen, dass eine Rückschlagklappe nicht das geeignete Instrument gegen die Gerüche ist. Bevor Sie etwas veranlassen, öffnen Sie einmal den Anschlussschacht und kontrollieren Sie, ob und wann es dort stinkt. Normalerweise dürfte es in der Kanalisation nicht stinken. Falls aber doch, dann müsste die Stadtentwässerung die Kanäle in Ihrem Bereich regelmäßig reinigen. Hat es früher auch aus der Lüftungsöffnung der Fallleitung (Hausabwasser) auf dem Dach auch gestunken? Haben Sie geprüft, ob alle Leitungen richtig angeschlossen wurden? Gelangt irrtümlicherweise Abwasser ins Regenrohr?

    Sie dürfen sich nochmal melden, wenn Sie diese grundlegenden Fragen geklärt haben.

    Frohe und geruchfreie Weihnachten wünscht Ihnen

    Michael Aldick
  2. Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
    Re: Abwasser, Kanalisation, Dachrinne
    Hallo,

    ich glaube, da liegt eine Verwechslung vor. Eine Dachrinne endet nicht im Dachboden. Manchmal gibt es Entlüftungen des Schmutzwassersystems eines Hauses, die am Dachboden enden, wenn sie nicht fachgerecht über Dach geführt wurden. Nach neuer EN ist dies sogar zulässig, wenn entsprechende Entlüftungsaufsätze am Ende verwendet werden. Meiner Ansicht nach ist das jedoch eine Notlösung, die zwar bei Unterdruck im Kanalnetz funktioniert, bei Überdruck (z.B. Spülwageneinsatz) Probleme macht.
    Zu den Dachrinnen:
    Wenn es tatsächlich aus der Rinne stinkt, läßt sich hier am Übergang Erdreich / Dachrinne ein Schlammfang mit integriertem Siphon einbauen und das Problem ist gelöst. (Bei langer Trockenheit im Sommer vielleicht mal Wasser nachfüllen)

    Gruß

    Helmut Rischer
  3. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Abwasser, Kanalisation, Dachrinne
    Hallo,
    leider ist mir nicht bekannt, ob es sich bei dem neuen Kanalsystem um einen Mischwasserkanal (Schmutz-und Regenwasser gemeinsam) handelt. Ich gehe aber nach Ihrer Schilderung zunächst davon aus.
    Eigentl. sollten die Geruchsbelästigungen, die über eine Dachrinne zu Ihnen gelangen nicht auftreten.
    Eine Rückstauklappe halte ich nicht für sehr wirksam in diesem Falle, diese dient eigentl. nur der Vorsorge und der Verhinderung von rückwärtig ansteigendem Wasser im Hauptkanal.
    Bitte überprüfen Sie einmal die Schachtabdeckungen des neu erstellten Kanals. Hier sollten möglichst sogenannte Begu-Schachtabdeckungen mit Lüftungsöffnungen (rundum-verlaufend, ca. 2-3 cm im Ø ) aufgesetzt sein, die entsprechende "Gase / Gerüche" zwischen den einzelnen Kanalhaltungen im städt. Hauptkanal austreten lassen. Ansonsten fragen Sie bitte beim zuständigen Abwasserwerk nach, warum nun verstärkt Gerüche auftreten. Wenn alles ordentl. und entsprechend den techn. Vorschriften beim neuen Kanal gemacht wurde, dann dürfen derartige Belästigungen nicht so stark auftreten.
    Aber es gibt noch eine andere Lösung, die Sie ohne großen techn. und finanziellen Aufwand vornehmen können:
    Die "Syphon-Technik": hierbei wird der Zulauf der Regenwasserleitung vor der Einleitung in den Übergabeschacht wie ein Syphon zusätzl hergestellt, ähnlich wie im Bad, bei der Toilette oder bei einem Spül- oder Waschbecken. Dann verbleibt dort immer eine Mindermenge an Wasser und verschließt durch das Wasser das rückwärtige Dachrinnensystem.
    Das kann man selber mit PVC-Bögen als U-Form herstellen.
    Ein anderer Fehler könnte auch noch zu einer Geruchsbelästigung geführt haben, bitte überprüfen Sie dieses zusätzlich:
    Toilettenanlagen und sonstige Schmutzwasserleitungen werden in der Regel und der DIN entsprechend "zwangsbelüftet" ( meist über die Dachrinne ), damit sie beim Abfluss-Sog nicht das restl. Wasser in Richtung Abwasserkanal komplett mitnehmen.
    Wenn nun irgendwo in Ihrem Haus ggf. noch eine ??-Toiletteanlage z.B. installiert ist, die keinen Syphon hat und nur über eine Rohrleitung abgeführt wird, dann kann es auch über diesen Mangel zu aufkommenden Geruchsbelästigungen kommen.
    Bitte überprüfen Sie das auch mal.
    Ich hoffe, daß ich Ihnen ein wenig helfen konnte.
    Sie dürfen mich auch gerne dazu nochmals anschreiben.
    Viele Grüße und noch Erfolg bei der Lösung.
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