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Re: kunst und Vermarktung und Wert
Guten Tag,
Also zuerst sollte man die Begrifflichkeit "Kunst" und "Kunstwerk" etwas ausführlicher betrachten, wofür hier aber nicht unbedingt der Raum gegeben und vorhanden ist.
Nach Beuys ist jede/r ein Künstler und das bedeutet, das jeder menschen kreativ-produktive Fähigkeiten in sich hat, die es ihm/ihr ermöglichen, freie, produktive, gestalterische, kreative Arbeit in vielerlei Form auszuführen. Sicher muss man dahin erst mal gelangen, dies erkennen, wünschen und anstreben.
Wie dem auch sei, wenn das Kunstwerk mal geschaffen wurde (Beuys spricht dabei etwa von der sozialen Plastik), die aber eher ein Gemeinschaftsprojekt vieler Menschen darstellt, dies in verschiedener auch politischer Ausprägung sein kann.
So sollte man sich zumindest daran erinnern, das wir in einer der Warenform unterworfenen Verwertungsgesellschaft leben, die nicht unbedingt den ästhetisch, humanen Idealen in der Tiefe zugeneigt ist.
D.h.: diese Warenform wird vom Geldwert geprägt, der wiederum darüber entscheidet, wie weit ein Gebrauchswert (das fertige Objekt, die Ware, das Produkt) sich zum Tauschwert wandelt, also darüber betsimmt, welcher Preis bezaht wird und gezahlt werden kann.
Der allgemein tätige, freie und Gebrauchs-künstler befindet sich vor oder in einem etwaigen Markt, in dem er/sie sein Werk, seine Arbeit anbieten kann und entsprechenden Geldgewinn aus seiner Produktion erzielen möchte.
Wie von Dir schon gut erkannt, ist es dem durchschnittlichen Künstler relativ unmöglich, die gleiche Präzison, den gleichen Schliff, wie die zunehmend industrialisierte (Postindustriell ist etwas vermessen zu behaupten,...eher schon Postmodern onbwohl auch das eher ein marktgängiges Schlagwort ist,..) wie auch automatisierte Massenproduktion zu erreichen, die aber weniger auf Unikat Charakter angelegt ist, als auf die Produktion und den Absatz (und Profit daraus) möglichst gleichförmiger Massen-Serien-Produkte. "Dinge" wie du schreibst.
Also ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen und ein paar grundsätzliche, ökonomische kenntnisse sind dazu immer recht hilfreich, geht es darum, den etwaigen "Gebrauchswert" einer Ware (wie auch der "Kunst") in einen Tauschwert, der in Geldform/Geldewert behandelt und abgegolten wird, umzuwandeln.
Wie in anderen, kommerziell ausgerichteten Gebieten üblich und das hast du auch schon angemerkt, geht es in der Wirtschaft darum, mit dieser Massenproduktion einen hohen Gewinn zu erzielne. Aber der jeweilige, am Unikat orientierte Künstler, eine Maler etwa fertigt kaum Serien, sondern immer Einzelstücke, kann alsio per Definition und in der Menge der anderen andieser Verwertung ebenso beteilgten Künstler seine Produktion kaum zu einem zufrieden stellenden Preis absetzen. Dazu gibt es dann etwa Galeristen oder Kuratoren, die sich als Manager dieser bis dahin unbekannten Produktion annehmen und sie/ihn (den Künstler) als Marke bekannt gemacht und anteilgen Gewinn daraus ziehend, versuchen abzusetzen.
Es erschließt nun die Frage, warum denn der Künstler gezwungen sein sollte, mit seiner Kunst etwa seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wie andere Handwerker und nicht einfach frei und locker seiner Tätgikeit nachgehen könnte, ohne darin seine Lebensgrundlage, oft dramatisch prekarisiert, begründen zu müssen?
Das ist auch wieder ein weites Feld, aber grundsätzlich sei gesagt, das dadurch, das wir uns in einer einseitigen von der Geldwirtschaft stark beeinflussten Verwertungsgesellschaft befinden und deren Tendenz darin besteht, alles Tun und Treiben in Geldwert und Waren (Dinge)zu transformieren, wodurch ein Gewinn hauptsächlich für jene entsteht, die am Ende der Vewertungskette lauern, es dadurch bestimmt ist, man also gezwungen wird, sich in diesen Verwertungskreislauf auf Gedeih und oft Verderb, einzureihen.
In den Niederlanden, so sei erst mal abschließend angefügt, gab es bis in die 90er Jahre ein Modell, in dem der Staat Künstlern ihre Arbeiten zu einem Fest-Preis abgekauft hat, der es ihnen erlaubte, das diese mit ihrer künstlerischen Tätigkeit udn Produktion ein lebenswertes, aber geringes Auskommen hatten und überleben konnten, ohne sich auf den trügerischen "Kunstmarkt" zu begeben, der benso wie andere Märkte von scharzfzähnigen Haien belauert und bewacht wei beherrscht wird.
Leide rwarenirgendwan die entsprechenden Kunst-Lager zu voll und das Modell wurde wieder eingestellt auch weil sich langsam zu viele künstlerisch Tätige gefunden hatten, die ein entsprechendes Honorar einforderten.