medizin Probleme mit der Blase

Von: , 06.08.2009 07:15 Uhr

Liebe/-r Experte/-in, bei einer Ultraschalluntersuchung wurde in meiner Blase eine Wucherung (?) in der Größe 2,5 x 1,5 cm festgestellt und mir wurde geraten, sie operativ entfernen zu lassen.
Da ich schon 81 Jahre alt bin, tendiere ich dahin, diese Wucherung in regelmäßigen Abständen mit Ultraschall beobachten zu lassen, ob sie wächst.
Es gibt ein Sprichwort: Schlafende Hunde soll man nicht wecken. Ich fürchte, dass durch eine Operation vielleicht die "schlafenden Hunde" aufgestöbert werden.
Was würdest du mir raten?

3 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re: medizin Probleme mit der Blase

      Tja, schwierige Frage. Ich bin grundsätzlich dafür, solche Dinge zu klären. Das hängt neben dem Alter natürlich auch etwas vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Läßt der eine OP zu?
      Hat der Arzt angeboten, die Entfernung mittels einer Blasenspiegelung durchzuführen? Das würde ich dann befürworten, denn das ist weniger belastend als eine "offene" Blasen-OP. Falls das wegen der Größe oder Lage nicht gehen sollte, wäre das aber auch noch ein Weg, genauere Informationen über die Wucherung zu bekommen, ohne gleich zu schneiden. Man kann eine Probe nehmen und die unter dem Mikroskop untersuchen, ob sie bösartiges Gewebe enthält. Dann muß die Wucherung heraus, denn sie wird mit jedem Warten größer, eine Entfernung wird immer schwieriger.
      Viel Erfolg!
      T. Sonntag [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 25 Tagen 0 hilfreich
      Re: medizin Probleme mit der Blase

      06.08.2009

      Hallo eckard1928,

      ich würde die "Wucherung" operieren lassen!
      Warum?
      Das, was Du als "Wucherung" bezeichnest, ist ein Tumor. Aber keine Angst, ein Tumor ist erst einmal nichts schlimmes, sondern einfach eine raumfördernde Gewebsveränderung.
      Sie kann, muss aber nicht maligne (bösartig) sein, sondern ist, sogar in den allermeisten Fällen, benigne (gutartig). Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung erbringt jeweils nur einen temporären Größenbefund, der aber nichts über die eventuelle malignität des Tumors aussagt. Er kann wachsen, ist aber gutartig. Er muss nicht wachsen, oder nur sehr wenig und kaum erkennbar, ist aber trotzdem bösartig. Ein bösartiger Tumor, also das, was der Volksmund als Krebs bezeichnet, hat die Eigenschaft zu metastasieren, das heißt, Tochtergeschwülste irgendwo anders im Körper zu bilden. Und genau darin liegt nach meinem Ermessen, die Indikation für eine Operation. Denn nur so, kann
      1. eine Gewebeuntersuchung gemacht werden, bei der dann gleichzeitig
      2. der Tumor entfernt wird.
      Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, wie der Tumor geartet ist, und entsprechend adäquat reagiert werden.
      Eine solche Operation ist auch mit 81 Jahren noch gut zu ertragen und überstehen.
      Die genauen Risiken und die Vorgehensweise wird der Operateur, und was die Narkoserisiken angeht, der Anästhesist mit Dir besprechen und klären.

      Noch ein Wort zu den "schlafenden Hunden"; wahrscheinlich meinst Du auch die Redensart "da darf keine Luft drankommen", (also Operation) weil es von da an erst richtig schlimm wird...

      Auch hier möchte ich Dich beruhigen. In Anbetracht der Tatsac he dass man vom makroskopischen, also mit dem Auge sichtbaren Befund, eine malignität nicht herleiten, aber auch nicht ausschließen kann, wird der Tumor schön abgekapselt entfernt und nicht, sich noch im Körper befindend, aufgeschnitten. Das hätte nämlich bei einer Bösartigkeit zur Folge, dass das passieren könnte, wovor der Laie die o.g. Angst hat; das ausschwemmen und verteilen der Zellen im Organismus.

      Ich hoffe, dass ich Dir bei Deiner Entscheidung helfen konnte, und wünsche Dir, wie immer du Dich auch entscheidest, alles Gute.

      Mit guten Wünschen und Grüßen,
      Rollifern

    • Antwort von nach 26 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: medizin Probleme mit der Blase

      Vielen Dank für die ausführliche mail. Ich habe mich
      also entschlossen, den Tumor entfernen zu lassen.
      Ich wünsche einen schönen Tag. 06.08.2009

      Hallo eckard1928,

      ich würde die "Wucherung" operieren lassen!
      Warum?
      Das, was Du als "Wucherung" bezeichnest, ist ein
      Tumor. Aber keine Angst, ein Tumor ist erst einmal nichts
      schlimmes, sondern einfach eine raumfördernde Gewebsveränderung.
      Sie kann, muss aber nicht maligne (bösartig) sein,
      sondern ist, sogar in den allermeisten Fällen, benigne
      (gutartig). Eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung erbringt
      jeweils nur einen temporären Größenbefund, der aber nichts über
      die eventuelle malignität des Tumors aussagt. Er kann
      wachsen, ist aber gutartig. Er muss nicht wachsen, oder nur sehr
      wenig und kaum erkennbar, ist aber trotzdem bösartig. Ein
      bösartiger Tumor, also das, was der Volksmund als Krebs
      bezeichnet, hat die Eigenschaft zu metastasieren, das heißt,
      Tochtergeschwülste irgendwo anders im Körper zu
      bilden. Und genau darin liegt nach meinem Ermessen, die Indikation
      für eine Operation. Denn nur so, kann
      1. eine Gewebeuntersuchung gemacht werden, bei der
      dann gleichzeitig
      2. der Tumor entfernt wird.
      Nur so kann mit Sicherheit festgestellt werden, wie
      der Tumor geartet ist, und entsprechend adäquat reagiert werden.
      Eine solche Operation ist auch mit 81 Jahren noch gut
      zu ertragen und überstehen.
      Die genauen Risiken und die Vorgehensweise wird der
      Operateur, und was die Narkoserisiken angeht, der Anästhesist mit
      Dir besprechen und klären.

      Noch ein Wort zu den "schlafenden Hunden";
      wahrscheinlich meinst Du auch die Redensart "da darf keine Luft
      drankommen", (also Operation) weil es von da an erst richtig
      schlimm wird...

      Auch hier möchte ich Dich beruhigen. In Anbetracht der
      Tatsac he dass man vom makroskopischen, also mit dem Auge
      sichtbaren Befund, eine malignität nicht herleiten, aber auch
      nicht ausschließen kann, wird der Tumor schön abgekapselt
      entfernt und nicht, sich noch im Körper befindend,
      aufgeschnitten. Das hätte nämlich bei einer Bösartigkeit zur Folge, dass
      das passieren könnte, wovor der Laie die o.g. Angst hat;
      das ausschwemmen und verteilen der Zellen im Organismus.

      Ich hoffe, dass ich Dir bei Deiner Entscheidung helfen
      konnte, und wünsche Dir, wie immer du Dich auch entscheidest,
      alles Gute.

      Mit guten Wünschen und Grüßen,
      Rollifern

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