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Re^5: Mager
Hallo Mager,
schön, dass Du bereits einige wichtige Sachen abgeklärt hast. Dass Deine Nachbarn Dich so unterstützen, finde ich sehr gut. Bei Deinen Angeboten in verschiedenen Läden hast Du ja nun bereits die Erfahrung gemacht, dass es garnicht so einfach ist, einen Preis zu bilden, der Dir einen gewissen Kundenstamm beschert. Hier ist es ganz wichtig zu wissen: Die Nachfrage bestimmt den Preis! Schau Dich in den Läden um, wo es ähnliche Produkte gibt, wie Du anbietest und notiere Dir die Preise, damit Du einen Anhaltspunkt hast. Hast Du Dich mal erkundigt, wo demnächst in Deiner Nähe ein Existenzgründerseminar beginnt? Das bieten einige private Bildungseinrichtungen an, die Arbeitsagentur, Handwerkskammer oder IHK. So ein Seminar wird finanziell von der KfW getragen. Mit diesem Geld werden die Dozenten bezahlt. Die Teilnehmer müssen lediglich einen Unkostenbeitrag von 40,- € tragen (ist gesetzlich geregelt). Ein Seminar dauert in der Regel 3-4 Tage Vollzeit, bei öffentlichen Einrichtungen können das auch schon mal 3 Wochen sein. Du bekommst danach ein Zertifikat, mit dem Du finanzielle Hilfen beantragen kannst und Deinem Schreiben entnehme ich, dass Du die auf jeden Fall brauchen wirst. Außerdem lernst Du, wie Du einen Businessplan, also ein Gründungskonzept erstellst und was da alles `rein muss. Mit diesem Konzept kannst Du bei verschiedenen Banken ein Gründungsdarlehen beantragen. Gerade in Deiner Situation ist es unheimlich wichtig, finanzielle Hilfe für den Start zu bekommen. Da Du aber noch Arbeit hast, rate ich Dir, wenn das Geld knapp ist, dann backe erstmal kleinere Brötchen. Es ist in dieser Situation nicht so schlimm, wenn mal in einem Monat kein Geld aus dem Gewerbe kommt, denn Du hast ja noch Dein festes Gehalt. Erst wenn Dein Umsatz so groß ist, dass Du sicher davon leben kannst, erst dann solltes Du Deinen Job an den Nagel hängen.
Aber eines solltest Du jetzt schon tun: Beantrage einen Gewerbeschein beim Gewerbeamt Deiner Stadt, damit Du keine Schwierigkeiten mit den Behörden bekommst. Als Kleinunternehmer musst Du keine Mehrwertsteuer auf Deine Waren aufschlagen, darfst dann aber auch keine Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen. Ist Dein Gewerbe nebenberuflich angemeldet, kannst Du es in aller Ruhe aufbauen und was Du auf diese Weise hinzuverdienst ist in jedem Falle mehr, als wenn Du überhaupt nichts machst. So habe auch ich angefangen und es funktioniert.
Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
Heidi