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Re: Klassenlehrer behalten
das ist natürlich ärgerlich /schade/.... . Besonders dann, wenn die Nachfolgerin
"nicht so gut" ist.
Einerseits kann ich das als Vater von (Grund-)Schülern sehr gut nachvollziehen.
Anderseits bin ich selbst Lehrer (an einer Realschule und dort ua. auch im
Studenplanteam) und kenne deshalb auch die Ansichten der "Gegenseite" sehr
gut.
Ich versuch's mal so objektiv wie möglich ;-)
1.
Solche Entscheidungen werden idR. nur dann von der Schulleitung gefällt, wenn
"unüberwindliche" (meistens personelle) Gründe dies erfordern. Aus deiner Frage
schließe ich, dass Probleme zwischen Lehrerin und Klasse/Eltern ja ausfallen als
Grund, oder?
Wie könnt ihr euch dagegen wehren?
Das kann ich so pauschal nicht sagen. Das kommt auf die Gründe der SL an und
vor allem darauf, wie kommunikativ (ev. auch diplomatisch) die Eltern und
Schulleitung sind. Denn idR. hilft nichts besser als offene Gespräche, um beide
Standpunkte dar zu legen und dann gemeinsam (!) eine Lösung zu finden. Tragt
euer Anliegen doch einfach mal der SL vor und bittet um ein Gespräch. Das macht
normalerweise der/die Elternvertreter der Klasse. Überlegt euch gut, welche
Argumente ihr vortragt. Das ist besonders wichtig, da ihr die potentielle
Nachfolgerin für "nicht so gut" haltet ...
In anderen Bundesländern (zB auch hier in BaWü) ist es durchaus üblich, dass die
Klasse alle zwei Jahre eine neue Klassenlehrerin bekommt.
2.
Was heißt "nicht so gut"?
Versteht mich mich nicht falsch: Kritik an Lehrern ist natürlich gerechtfertigt und
erlaubt und wichtig! Sie muss halt begründet (=nachweisbar) sein. Allgemeine
Statements wie "unbeliebt", "zu alt", "inkompetent" helfen da nicht weiter.
[ihr merkt, ich bin da selbst hin- und hergerissen. Ich weiß, dass es bei den
Lehrers ziemlich Knalltüten gibt].
Wichtig sind konstruktive, offene und sachliche Argumente ... und beschränkt
euch bitte auf eure Sichtweise der Dinge und versucht nicht, einem Lehrer zu
erklären, wie er/sie seinen/ihren Job machen muss (insbesondere dann, wenn
Emotionen im Spiel sind und ihr nicht selbst Lehrer seid). Das kommt nicht gut ;-)
Oder erklärst du einem Chirurgen, wie er einen Blinddarm zu operieren hat, wenn
du selbst kein Facharzt bist, aber doch schon ein paar mal Gulasch zuhause
geschnitten hast? (Sorry für den drastischen Vergleich :-)
3.
Seht es der aktuellen Klassenlehrerin nach, dass sie sich aus der Diskussion raus
hält. Sie kennt vielleicht Gründe, die ihr nicht kennt. Ev. ist eine Äußerung
ihrerseits auch gleich ein Schuss gegen ihre potentielle Nachfolgerin (und eben
auch Kollegin!)
=> Sprecht die Schulleitung darauf an. Die hat bestimmt Argumente, die das
erklären und damit den Wechsel auch für euch nachvollziehbar machen. Viellicht
ergeben sich ach neue Spielräume, wenn die SL euer Engagement spürt. Ich hoffe
es für euch!
Wenn sich SL die verstockt zeigt, dann gibt's den Dienstweg, dh. die nächst
höhere Instanz. Bei uns in BaWü sind das die Staatlichen Schulämter, dann das
Regierungspräsidium und schließlich das Kultusministerium. Aber diesen Weg
wünsche ich euch nicht. Der ist extrem langwierig und setzt voraus, dass da schon
ne Menge schief gelaufen ist.
Hilft euch das?
LG
Burkhart