Antwort
von
nach 2 Stunden
0
hilfreich
Re: Wohin mit Vater bei Demenz?
Zur Erkrankung:
Demenz ist nicht gleich Demenz.
Um auf Ihre Fragen ausreichend zu antworten, wären einige Dinge hilfreich zu wissen.
Wie alt ist Ihr Vater? Liegt eine "Altersdemenz" vor?
Ist eine Demenz vom Typ Alzheimer diagnostiziert? Oder gibt es Einblutungen z.B. nach Schlaganfall? Liegen Nebenerkrankungen vor z.B. Parkinson oder andere Störungen, z.B. durch Toxine? Häufig liegen Mischformen vor und die Gesamteinflüsse bestimmen im hohen Maß den Verlauf und somit die Dauer.
So beginnt die dementielle Erkrankung vom Typ Alzheimer häufig Jahre bevor die ersten Symptome deutlich werden - und endet nach wenigen oder nach vielen Jahren - eine Demenz ist keine Todesursache - es sind die Begleiterscheinungen, wie z.B. das Vergessen von Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszufuhr und die damit verbundenen Schädigungen.
Zur Versorgung:
Liegt bereits eine Pflegestufe vor?
Grundsätzlich tritt dann die Pflegeversicherung ein und übernimmt bei Pflegegeld (d.h. Sie übernehmen die häusliche Pflege) bei Pflegestufe I 225,- €, bei Versorgung durch den Pflegedienst 440,- €, bei Vollstationärer Unterbringung = Pflegeheim 1.023,- €,
Verhinderungspflege, Zuschüsse für Niederschwellige Angebote und Mittel für Umbaumaßnahmen sind weitere Maßnahmen.
Weiterhin wird berücksichtigt, ob die Höhe der Rente Ihres Vaters unter der Grenze der Grundsicherung liegt.
Ich empfehle Ihnen sich bzgl. der finanziellen Absicherung und Planung z.B. an einen Pflegeberater der Pflegestützpunkte, eine Beratungsstelle der Alzheimer Gesellschaft oder der Wohlfahrtsverbände vor Ort zu wenden.
Ich lese aus Ihrer Anfrage, dass Ihr Vater z.Zt. selbstständig lebt.
Falls dieses so ist, können Sie Ihm auf vielfältige Weise die alltäglichen Dinge erleichtern, bzw. vereinfachen, z.B. deutliche visuelle Merkzeichen setzen (Symbolbild mit Schlüssel an der Haustür, als Erinnerung beim Verlassen der Wohnung), Namen und Adresse in die Kleidung nähen, Nachbarn informieren.
Eine Möglichkeit ist der Besuch einer Tagesbetreuung, wird von verschiedenen Einrichtungen angeboten und finanziell von der Pflegekasse unterstützt.
Um eine wirklich konkrete Beratung zu bekommen sollten Sie sich an eine der oben genannten Stellen wenden, denn wie Sie sehen gibt es viele offene Fragen.
Und letztendlich müssen Sie für Ihren Vater entscheiden.
Es ist nicht einfach, den richtigen Weg für einen Menschen zu finden, der auf dem Weg in eine andere Welt ist.
Mit freundlichen Grüßen
Sandra Sander