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Re: Welche Kamera für Anfänger Fotografieren lernen?
Hallo Viki,
wenn du dich mit Fotografie auseinandersetzen möchtest, ist das wichtigste eine Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten.
Du hast im Grunde genommen folgende Einstellungsmöglichkeiten, auf die du nicht verzichten möchtest:
Belichtungszeit (Wie lange belichtet das Foto?)
Blende (Wie viel Licht fällt durch das Objektiv?)
Empfindlichkeit (ISO) (Wie viel wird das Signal vom Sensor verstärkt?)
Das nennt man auch das Belichtungsdreieck. Abhängig vom Motiv schraubt man an den Parametern um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Viel mehr ist es erstmal nicht.
Das bieten heute beinahe alle Kompaktkameras! Du kannst dir irgendeine holen, die bei Chip.de oder Foto-Zeitschriften gut abschneiden.
Wichtig ist nur, dass du sie benutzt!
Viele Anfänger haben am Anfang den Eindruck, dass sie eine gute Kamera brauchen um gute Fotos zu machen. Ging mir ehrlich gesagt auch so. Mit der Zeit habe ich aber für mich selber festgestellt, dass die Kamera ein Werkzeug ist wie ein Hammer. Es gibt zwar viele verschiedene, aber jeder bringt den Nagel in die Wand, wenn ich ihn denn treffen kann.
Solltest du wirklich ambitioniert sein, wird dir aber schnell einiges an der Kompaktkamera auf die Nerven gehen.
Durch den kleinen Bildsensor (die Fläche die dem Film bei Analogfotografie entspricht) gibt es einige Probleme:
Die Kamera wird Lichtunempfindlicher und fängt schneller an zu Rauschen. (Das hat mit der Pixelgröße zu tun).
Die Schärfe zieht sich von ganz Nah bis auf Unendlich durch das ganze Bild. Das Spiel mit der Unschärfe ist bei Kompaktkameras beinahe unmöglich. Das ist nur mit einem großen Bildsensor machbar. (Wenn du zB dein Motiv vom Hintergrund absetzen möchtest).
Die Einschalt- und Auslösezeiten sind meist relativ langsam, bei Kompakten (ich frage mich manchmal selber wieso!).
Dir fehlt der optische Sucher, was wirklich nervig sein kann wenn die Sonne auf das Display scheint.
Außerdem kannst du keine Objektive wechseln!
Objektive sind nämlich wichtiger als die Kamera selber! Sie sind der maßgebliche Faktor für Bildqualität!!
Bei Objektiven wird zwischen zwei Kategorien unterschieden:
Zoom-Objektive und Festbrennweiten.
Zoomobjektive haben den logischen Vorteil, dass du mehrere Brennweiten an der Kamera hast.
(Brennweite: Weitwinkel bis Tele / raus- oder reingezoomt)
Der Nachteil ist, dass sie Lichtschwächer, anfälliger für Bildfehler und teurer sind.
Festbrennweiten haben zwar nur eine feste Brennweite, sind dafür aber Lichtstärker, von besserer Qualität und im Vergleich günstiger.
Lichtstark bedeutet: Wie weit lässt sich die Blende öffnen? (Je offener die Blende, desto unschärfer kannst du den Hintergrund werden lassen und desto besser kannst du bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren!)
Daher meine Empfehlung:
Kaufe dir ein älteres Spiegelreflex-Model von Canon (benutze ich) oder Nikon (auch gut).
((Kurze Anmerkung an dieser Stelle: Lass dich nicht von diesen heiß geführten Diskussionen ablenken, welcher der Hersteller besser sei! Totaler Blödsinn - beide liefern Topp-Produkte!))
Dazu kaufst du dir eine einfache Festbrennweite.
Bspl: Canon 400d und Canon 50mm f1.8
Es muss ja nicht das neuste teure Model sein, die alten machen auch Spitzenfotos!
Und Objektive werden nicht schlecht und passen auch an die neue Kamera, wenn du dir mal eine kaufst!
Und dann üben damit! Die fehlende Zoom-Möglichkeit ist am Anfang vielleicht irritierend, aber sie ist eine Chance! Man kann einfach seine Beine benutzen um mehr oder weniger auf das Bild zu bekommen! Wenn das Geld da ist, kannst du dir weitere Festbrennweiten dazukaufen, wenn du einmal ein bisschen Erfahrung hast und dich orientiert hast.
Vielleicht hat dir das geholfen!
Mit besten Grüßen,
Yannik