Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

Von: , 04.07.2010 11:27 Uhr

Liebe/-r Experte/-in,

Auf Basis welcher politikwissenschaftlichen Theorie und These ließen sich die Olympischen Spiele oder die FIFA WM betrachten?

Ideen und Anregungen wären sehr hilfreich.

Ich möchte über die politische "Instrumentalisierung" des Sports schreiben.

Vielen Dank

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 48 Minuten 0 hilfreich
    Re: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

    AW:
    Unter dem Aspekt "Entwicklungspolitik".
    Es sind da zwar jede Menge Unteraspekte zu betrachten (Geschichte des betr. Landes u. der betr. Veranstaltung - das muß man vorher natürlich festlegen u. wissen, um spezifische Fragen stellen zu können; Wirtschaft, also Entwicklungsstand vorher - nachher, begünstigte Industriezweige - Bau-, Transport-, Medien-, Tourismus- und Hotelgewerbe usw.; Politik, also Stand der Entwicklung einer parlamentarischen Demokratie - aber nach welchem Muster?, Menschenrechte und -Verletzungen, staatliche Gruppenzugehörigkeit (zB: G 8? G 20? Entwicklungsland? Region?), Tradition, Stand der politischen Bildung und - Willensbildung, Transparenz, Kleptokratie, Lobbywirtschft, Korruption usw. - um jetzt nur drei Aspekte und einige wenige ihrer Unteraspekte zu bezeichnen) - aber unter dem Aspekt könnte eine politikwissenschaftliche Betrachtung dieser Sport- und Medienveranstaltungen sinnvoll sein.
    Der Sinn einer wissenschaftlichen Arbeit ergibt sich u.a. aus der Fragestellung und aus kluger Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten, des Les- und Leistbaren, der zur Verfügung stehenden Zeit und des Zwecks der Arbeit, in klarer Form gefragt: Soll es eine Proseminararbeit oder eine Habilitationsschrift werden? Wird sie mit einem Stipendium gefördert oder nicht?
    Ich rate zu einer vorherigen Definition des Begriffs "Entwicklungspolitik", denn daß der ideologisch vermintes Gebiet ist, brauche ich wohl nicht erst zu betonen. Darin liegt aber auch der Reiz. Beispiele: OS in China, gegenwärtige Fußball-WM in Südafrika.
    Hier gibt es schon eine Literaturliste für das Beispiel China/Asien: http://www.uni-due.de/oapol/index.php?id=200
    Ich wünsche viel Erfolg.
    Gruß!

    • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

      @wombat:
      Danke soweit!
      Es soll eine wissenschaftliche Hausarbeit von 80-120 Seiten sein, um das 1.Staatsexamen im gymnasialen Lehramt zu erreichen.
      Ich habe die Frage extra relativ offen gestellt, damit viele Ideen zusammen kommen. Meine eigene Idee geht eher in die soziologische - historische Schiene - da ich über die Instrumentalisierung des Sports durch die Politik und die intersystemische Beziehung beider gesellschaftlichen Teilbereiche schreiben möchte. Es gibt hierzu viel Literatur zum Thema Olympiaboykott und die (vor allem für arme Staaten) relativ kostengünstige Gelegenheit die eigene Überlegenheit der eigenen Ideologie (wie im kalten Krieg geschehen) darzustellen = Low Cost and high media visability etc.

      Bei den Olympischen Spielen sind alle Nationen ähnlich wie in der UNO beteiligt und durch die Teilnahme oder Nicht-Teilnahme aber auch durch die Bestimmung des Austragungsortes (wie z.B. in München 1972 = Rehabilitierung Deutschlands und völlige wiederaufnahme in die Völkergemeinschaft) lassen sich bestimmte politische Botschaften übermitteln.

      Ebenso kann man aber auch Dinge auf Low-cost Basis sanktionieren oder Protest ausdrücken. Sanktionen anderer int. Organisationen fallen diesbezüglich schwieriger aus und haben weitreichendere Folgen, als wenn politische Botschaften und Sanktionen über das Teilsystem Sport übermittelt werden.

      Mir fehlt hierbei jedeoch die Theoregeleitete Schablone die ich über diese Thematik legen soll???

      Weitere Aspekte sind:
      Soziale Integration und auf ideologische Linie bringen der Masse (z.B. in Kommunistischen Systemen)

      Als Lösung gegen soziale Unruhen z.B. in Großbritannien
      usw.

      Einen Überblick über die Thematik verschafft folgender "Einführungstext" ab Google Seite 310:

      http://books.google.de/books?id=NKFT6imSzdAC&pg=PA21...

      • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

        Ach, eine theoriegeleitete Schiene suchen Sie. Da wäre etwa Ernst-Otto Czempiel zu nennen, Spezialist für internationale Politik. Sie können aber auch W.I. Lenin nehmen, die Imperialismus-Schrift. (Die Parallelen müssen Sie dann aber selbst ziehen.) Moderner wäre Dieter Senghaas. Oder (im Substrat) Jean Ziegler. Natürlich stehen auch genügend neoliberale Autoren zur Verfügung.
        Kurz und gut: Das müssen Sie einfach selbst wissen! Es kann Ihnen da niemand raten, was Sie bevorzugen, müssen Sie selbst wissen, nur eins: Es muß halt überzeugen - zuerst mal Sie selbst, dann aber auch Ihren Professor (mehr Leser gibt es wahrscheinlich nicht).
        Wissen Sie was? Gehen Sie doch einfach zu dem in die Sprechstunde und fragen Sie um seinen Rat, wenn Sie bei ihm möglichst nicht durch die "falsche" Theorie anecken mögen. Letztlich ist es ja sein Job, Sie zu beraten. Da wird er gar nicht schlecht für bezahlt. Wenn Sie sich aber nach guter alter Weise selbst einen Standpunkt erarbeiten wollen, was zugegeben ein gewisses Risiko enthält, führt aber kein Weg an eigener Recherche vorbei.
        Mit freundlichem Gruß!

    • Antwort von - abgemeldetes Mitglied - nach 55 Minuten 0 hilfreich
      Re: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

      Hallo,
      das ist leider nicht mein Gebiet. Viel Erfolg bei der Suche.
      S.H.

  2. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    Re: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

    Hi,

    tut mir leid, dazu kann ich leider nichts beitragen.
    Fakt ist, dass die Olymp. Spiele oder WM seit dem Kalten Krieg immer mehr instrumentalisiert wurden und nichts mehr mit Sport an sich zu tun haben.

    Gruß K.

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

      Guten Tag,

      die Frage ist etwas nebulös (um was genau soll's gehen?). Betrachten lässt sich das mit Sicherheit unter spieltheoretischen Gesichtspunkten genauso wie unter institutionalen und akteurstheoretischen Ansätzen.

      Natürlich auch marxistisch, elitentheoretisch und neoliberal - je nach genauerer Fragestellung.

      Sorry, aber für mehr benötigt man mehr meiner Ansicht nach eine genauere Eingrenzung der Fragestellung.

      Gruß

      rugger

    • Antwort von nach 18 Tagen 0 hilfreich
      Re: Olympische Spiele aus Politikwissenschaftlicher Sicht

      ich bin da leider keine Expertin, ich empfehle Eva Kreisky dazu: http://evakreisky.at/2006/VO/
      Liebe Grüße
      Mara


      Liebe/-r Experte/-in,
      Auf Basis welcher politikwissenschaftlichen Theorie und These
      ließen sich die Olympischen Spiele oder die FIFA WM
      betrachten?

      Ideen und Anregungen wären sehr hilfreich.

      Ich möchte über die politische "Instrumentalisierung" des
      Sports schreiben.

      Vielen Dank

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