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Re: Chlor im Trinkwasser verursacht Krebs?!
Hallo Matsie,
Chlorgas ist ein Desinfektionsmittel und kann dem Trinkwasser zugesetzt werden. In Deutschland ist die Zugabe und der Grenzwert von Chlor (allg. Desinfektionsmittel) im Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung geregelt (steht im Netz). Es ist richtig was meine Vorredner geschrieben haben: Es gibt andere Desinfektionsverfahren (chemische und physikalische) aber die genannten Verfahren haben keine Depotwirkung, das heißt: wenn es nach der Desinfektion in der Wasserleitung zu Bakterienwachstum kommt, dann wirkt nur noch ein Mittel, dass im Wasser vorhanden ist. Und diese Bedingung erfüllt Chlor bzw. Chlordioxid.
Chlor ist sehr reaktionsfreudig und kann mit anderen organischen Trinkwasserinhaltsstoffen (z.B. mit Huminstoffen) Verbindungen eingehen (chlorierte organische Verbindungen). Durch die organischen Inhaltsstoffe wird das Chlor teilweise verbraucht und steht dann nicht mehr in vollem Umfang zur Abtötung von Bakterien zur Verfügung, die Pufferwirkung kann auch ganz verloren gehen. Unter den entstandenen chlorierten Verbindungen, können auch solche sein, die im Verdacht stehen beim Menschen Krebs zu erzeugen.
In Deutschland versuchen die Wasserversorger so wenig wie möglich zu chloren. Das Wasser wird so aufbereitet und verteilt, dass es keine Bakterien (darunter auch Krankheitserreger) in gesundheitsschädlichen Konzentrationen enthält. Entscheidend ist hierbei die Wasserqualität des Rohwassers (Grundwasser, Oberflächenwasser) und damit verbunden ein effektiver Wasserschutz (allg. Umweltschutz). Wasser ist die einzige Ressource, die tatsächlich immer wieder genutzt wird: das gebrauchte Wasser wird gereinigt und einem Fluß zugeführt, gelangt von hier aktiv (Grundwasseranreicherung, Uferfiltration) in das Grundwasser und in einem kleinen Wasserkreislauf wieder zurück zum Wasserwerk und als Trinkwasser zu den Verbrauchern. Oder im großen Kreislauf über das Meer als Regen wieder auf das Land zurück. Wir verbrauchen das Wasser nicht, sondern gebrauchen es nur. Wenn wir also entsprechend sorgsam mit dem Wasser umgehen, das betrifft auch indirekte Einflüsse wie Landwirtschaft, Klärwerke etc., dann wirkt sich das auch auf die Qualität des Rohwassers und letztlich auch auf das Trinkwasser aus und es kann auf Chlorung verzichtet werden. Wobei die Desinfektion des Wassers nur einer von vielen Aufbereitungsschritten ist.
Nur so viel zum "Anfüttern". Ich würde dir raten, mit Hilfe einer Suchmaschine mit den angegebenen Stichworten zu suchen. Auf der Seite www.umweltbundesamt.de kannst du auch direkt suchen, www.dvgw.de ist auch eine kompetente Quelle, auch die regionalen Wasserversorger (Gelsenwasser, Berliner Wasser Betriebe) haben gute Infos auf ihren Web-Seiten.
Viel Erfolg!