Antwort
von
nach 7 Stunden
1
hilfreich
Re: DRINGENDE Frage zu Leuchtstofflampen für meine Bac
Hallo,
ich bin ganz schön verzweifelt. Ende dieser Woche
********* soll ich kürzen, sagt der Apparat *******
kosten?
Hallo Naemi_chan,
viele Fragen auf einmal. Ich glaub, ich fang mal mit ein paar Grundlagen an, morgen schicke ich den Quellennachweis/den Titel des Lehrbuchs. Ein paar Sachen kann ich noch nachschlagen, zu Green Screen und Kino Flo fällt mir nichts ein, und bei Leuchtstoff-Glühlampen (Vorsicht! Beim Wort Glühbirne fängt ein Leuchtentechniker an zu Jaulen! (;-))) muß ich mal schauen, was gemeint sein könnte.
* Im Gegensatz zur Glühlampe (ein Wolfram-Faden wird durch elektrischen Strom zur Weißglut gebracht) findet in der Leuchtstofflampe eine geregelte Gasentladung statt (ähnlich Blitz oder St.-Elms-Feuer, aber andere Verhältnisse in Spannung-Strom-Temperatur-Druck-Gasmischung).
* Eine Entladungslampe (Röhre = Niederdrucklampe, Birnenform in der Straßenlaterne = Hochdrucklampe) muß geregelt werden, weil mit zunehmender Temperatur (Energiewandlung Strom zu Licht) der elektrische Widerstand kleiner wird, d.h. die Lampe würde immer mehr Strom ziehen, bis sie wg. Überlastung durchbrennt.
* Dafür das Vorschaltgerät als Bremse. (unten gehts hierzu weiter)
* Die Lampe wird mit Wechselstrom (50Hz) betrieben, d.h. sie wird 50mal/Sekunde neu gezündet und verlischt wieder. Dies ist das Netzflimmern. Das (zu träge) menschliche Auge kann die schnellen Lichtwechsel nicht wahrnehmen, soweit i.O. Schlecht nur bei Auftreten des Stroboskop-Effekts, d.h. schnelle Folge von scheinbar stehenden Bildern bei rascher Blitzfolge. Lieblingsbeispiel aus der Fabrik: eine Maschine mit der (häufigen) Drehzahl 3000/min = 50/sec scheint stillzustehen. Unfallgefahr! (nich anfassen)
* das magnetische Vorschaltgerät (engl. magnetic ballast) ist vereinfacht ein induktiver Wechselstrom-Widerstand, auf die jeweilige Lampe eingestellt, so daß die Lampe auf ihrer günstigsten Betriebstemperatur stabil funktioniert.
* das elektronische Vorschalt-Gerät = EVG (electronic ballast) leistet dasselbe und noch mehr mittels elektronischer Halbleiterbauelenmente.
- Vorteile u.a.: Hochfrequenzbereich (d.h. kein Stroboskopeffekt), geringerer Energieverbrauch, Möglichkeit des Dimmens u.a. elektronischer Lichtsteuerung (Stichwort DALI) etc.
- Nachteile u.a. wesentlich teurer in der Anschaffung und weniger robust gegen Netzstörungen (mir hat der Blitzeinschlag im nächsten Berg schonmal ein EVG zerlegt)
* Hieraus Antwort zu Frage 1: Dimmen kann man die Leuchtstofflampe nur bei Betrieb mit speziellen EVGs, das Flackern entfällt, und heutzutage ändert sich dabei die Lichtfarbe nicht (letzterer Halbsatz allerdings ohne Gewähr. Sorry).
* zu Frage 2 siehe oben. Grid-frequencies sagen mir nichts, könnte halt eine ungünstige Interferenz zu der Green-Screen-Technologie haben, d.h. sichtbares Flimmern.
* zur Farbtemperatur (Frage 3) siehe Stichwort Black-Body-Kurve "http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_K%C3%B6rper" . Dies bedeutet die (weiße) Farbe, mit der ein schwarzer Körper bei z.B. 5000 Kelvin Hitze (weißglühend) strahlen würde, hat also nichts mit der Betriebstemperatur der Lampe zu tun. - Die weißen Lichtfarben (tageslicht-, neutral-, warm-weiß etc. muß ich nochmal nachblättern, 5500K ist ein ziemlich kaltes, grelles Weiß). - Glühlampen dieser Lichtfarbe ebenfalls; könntest Du auch in den Internet-Katalogen der Lampenherstellern nachblättern. - Dabei ist der Philips-Katalog eine echte Strafe, Osram ist übersichtlicher, Radium auch.
* zu Frage 4 muß ich nochmal nachblättern, weiß aber schon, wo ich das Emissionsspektrum der Entladungslampen finde (ja, im Büro). Wenn's Dir arg eilt, wühle im Osram-Katalog nach.
* Alle Leuchstoffröhren haben natürlich ein ausgeprägt zackiges Farbspektrum, im Gegensatz zu dem der Glühlampen, die eine viel weichere Verteilung haben und nach der Kerzenflamme das der Sonne am ähnlichsten. Der alte Name "Kunstlicht" hat schon seinen tieferen Hintergrund. Auch ein "natural sunshine" dürfte hinter dem Glühlampenlicht zurückfallen (suche ich mir noch mal raus). Die Glühlampe wg. des Energieverbrauchs so zu verteufeln, wird später mal schwer nach hinten losgehen, der Mensch liebt weder das kalte noch das schattenarme Licht!
* CRI ist der Farbwiedergabe-Index, schau mal auf "http://de.wikipedia.org/wiki/Farbwiedergabeindex".
CRI 90 liegt schon ziemlich hochqualitativ. Ich nehme an, Du müßtest aus der Lampentype (z.B. 827 bei Osram)
im Katalog (ich nerve Dich doch nicht?) weiter-blättern, CRI-Wert wird irgendwo zu finden sein.
Soweit für heute. Verzeih den Baumarkt-Mitarbeitern, aber das ist schon etwas spezialisiertes Technik-Wissen. Schick mir ein Erinnermich, falls ich's morgen vergesse (Vereinsleben). Etwas ausgiebiger findest Du es in "http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtstofflampe" , da steht fairerweise auch, daß die umweltfreundliche Leuchtstofflampe Quecksilber enthält, wogegen die alte Glühlampe wirklich undedenklich in den Hausmüll kann. Und das magnetische Vorschaltgerät nimmt der Schrottsammler mit Kußhand (viel Kupfer und Eisen), wogegen das EVG in den Elektronikschrott gehört. Ach du verehrter Fortschritt ...
Schönen Abend noch
Christian