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Re: nuklearmedizin
Hallo Sylvia,
mit ist nicht ganz klar, warum Du eine Anleitung zum Setzen einer i.v. Injektion suchst. Bist Du angehende Nuklearmedizinerin oder MTA in einer nuklearmedizinischen Abteilung? Auf jeden Fall erfolgen die Injektionen wie andere i.v. Injektionen. Diese werden meist in die Armvenen (V. mediana cubiti oder V. cephalica) gesetzt. Sollte dies nicht gehen, können auch Venen des Handrückens eingesetzt werden. Die Injektionsgeschwindigkeit sollte bei etwa 3-4 ml/ Min liegen. Bei Bolusinjektionen (Herzfunktionsdiagnostik) werden auch kleinere Volumina in kürzeren Zeiträumen verabreicht (Packungsbeilagen beachten!). Wichtig ist auch, dass man sich vergewissert, dass das Gefäß einwandfrei mit der Kanüle getroffen ist. Dies erkennt man, indem durch die liegende Kanüle (Verweilkanüle; Dreiwegehahn) zuerst etwa 5 ml physiologische Kochsalzlösung appliziert werden ohne dass Paravasate entstehen. Paravasate mit radioaktiver Lösung können nämlich prinzipiell zu Gewebsnekrosen führen und sind daher tunlichst zu vermeiden. Außerdem schlägt in solchen Fällen die diagnostische Untersuchung selbst fehl, da die Biokinetik verfälscht wird. Größere Volumina als etwa 5ml werden als Infusion verabreicht. Dies bezieht sich allerdings in der Regel nicht auf die von Dir angesprochenen diagnostischen Nuklide. Für das Personal, welches solche Injektionen in der beruflichen Routine verabreicht, ist es aus Strahlenschutzgründen dringlich erforderlich, dass sich ab dem Aufziehen der Lösung die Spritze in einer Spritzenabschirmung (meist aus Blei mit Bleiglasfenster) befindet. Solche Spritzenabschirmungen sind im Fachhandel erhältlich. Die Injektionen müssen immer unter Anleitung oder Aufsicht eines Arztes bzw. von diesem selbst durchgeführt werden. Selbstverständlich sind auch die üblichen Kautelen für eine intravenöse Injektion (Hygiene usw.) strikt einzuhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhold