Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

Von: - abgemeldetes Mitglied - , 28.08.2010 17:41 Uhr

Ich habe mich in einem Teil einer alten Hofreite "verliebt". Dieser Teil war einmal der Stall und hat wunderbar dicke Wände und eine Elektrofußbodenheizung, die ca 22 Jahre alt ist. Einen Energiepass gibt es nicht und mein Freund meint , dicke Wände sind kein Zeichen für warme Wohnung. Halten alte dicke Wände die Wärme wirklich schlechter als neue Dünne und was ist von der alten Fußbodenheizung zu halten? Danke

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

    Aua. Wenn du nicht weißt was du willst, wie soll es jemand anders besser wissen?

    Zur Beantwortung deiner Frage braucht man schon konkrete Beschreibung des Anwesens.
    Baujahr, Material der Wand, etwaige vorhandene Wärmedämmung von Wand und Boden - besser Querschnitte besorgen. Mit was vergleichst du die Wände? Willst du mieten, kaufen und/oder sanieren? Was willst du ausgeben? Wie hoch sind die Heizkosten momentan? ...

    Ich hoffe, ich konnte dich genügend inspirieren.
    Gruß Mathias

  2. Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
    Re: Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

    Hallo 4zig02,

    je dicker die Wände sind um so mehr dämmen diese auch bei Ihrer Hofraite. Auch haben diese ein höheres Beharrungsvermögen und bieten dadurch ein beständigeres Raumklima. Trocken sollten die Wände allerdings schon sein. Das erhöht den Wärmedämmwert noch einmal. Die Fußbodenheizung ist doch nicht schlecht. Bereits vor 2000 Jahren kannten die Römer diese. Nur halt nicht elektrisch.

    Mit freundlichen Grüssen
    mauertrocken.de

    • Antwort von - abgemeldetes Mitglied - nach 16 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

      Danke für die informative Antwort!

  3. Antwort von nach 15 Tagen 0 hilfreich
    Re: Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

    Was soll ich dazu sagen? Zunächst Glückwunsch zu Ihrer neuen Liebe! Diese wunderbar dicken Wände bergen verschiedene Variationsmöglichkeiten für Wohlbehagen und aber auch Dauerfrust.
    Zunächst das Wohlbehagen. Dicke Wände geben im Sommer schön kühl. Dicke Wände halten die Wärme länger in den Räumen. Dicke Wände lassen die Kälte länger draussen.
    Nun der Dauerfrust. Dicke Wände brauchen elend lang bis sie mal so aufgewärmt sind, dass die Wärme von innen auch mal drin bleibt. Dicke Wände, zumal ehemalige Stallwände, können durch den Eintrag von Urinsalzen derart versalzen sein, dass bei Änderung des Feuchtigkeitgehaltes innnerhalb dieser Wände, das lösliche, flüssige Salz aus dem Urin anfängt zu kristallisieren, dadurch entwickelt sich in den Kapillaren des Mauerwerks ein sogenannter Kristallisationsdruck, der zu erheblichen Absandungen, Ausblühungen des Salzes und Absprengungen der Gesteinsschichten führen kann. Hier wäre also dringend eine Salzbeprobung von Nöten, bevor man das Raumklima ändert. Kenne alte kalte umgebaute Weinkeller, die plötzlich zum beheizten Lokal wurden. Da muss man heute einen Bierdeckel aufs Weinglas legen, weil es ständig von der Decke absandet.Im Falle einer Durchsalzung gäbe es natürlich Möglichkeiten der Sanierung. Zur bestehenden Fussbodenheizung möchte ich nur soviel sagen, entweder heizt sie oder sie heizt nicht. Entweder frisst sie Strom wie verrückt oder sie ist schon defekt. Schalten sie die Heizung ein und prüfen Sie selbst, ob die Bodenflächen gleichmässig erwärmt werden, oder ob es kalte Flächen gibt. Sollte dies der Fall sein und sie entschliesen sich einen neue Heizung einzubauen, sollte es ggfs. eine mit Warmwasserleitungsschlingen verlegte sein. Bedenken Sie aber, wenn Sie eine gute Heizung einbauen und er Baukörper dies seit Jahren nicht mehr gewohnt war, kann es Ihnen bei der ersten Heizperiode so geschehen, wie ich es oben mit den Reaktionen der Wände beschrieben habe. Viel Spass und Erfolg und immer schön umsichtig bleiben.

    Thomas Lorenz
    öffentlich bestellter und vereidigter
    Sachverständiger für Natursteinarbeiten
    Allmendstrasse 36
    3014 Bern

    • Antwort von - abgemeldetes Mitglied - nach 16 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Bausubstanz - dicke Wände einer alten Hofreite

      Danke... für die ausführlichen Informationen.So kann ich mein Vorhaben noch einmal unter ganz anderen Aspekten überdenken.

      Liebe Grüße und nochmals vielen Dank

Jetzt auf diese Frage antworten.