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Re: Lichtgeschwindigkeit/Zwillingsparadoxon
Hi!
Ich beschäftige mich zwar auch noch nicht lange mit dem Thema, aber versuche einmal, eine Erklärung zu finden,
Wenn sich ein Raumschiff mit annähernd Lichtgeschwindigkeit bewegt, dann benötigt es für eine Strecke von 1 Lichtjahr in der Tat 1 Jahr; für Hin- und Rückreise dann 2 Jahre. Dies ist soweit von dir schon korrekt genannt worden.
Nun zum Zwillingsparadoxon: Das Zwillingsparadoxon verdeutlicht das Phänomen der Zeitdilatation. Dabei handelt es sich um eine beobachtbare Zeitverlängerung bei sich schnell bewegenden Systemen. Im Klartext heißt das, dass die Zeit in sich schnell bewegenden Systemen - wie z.B. in einem Raumschiff, das mit Lichtgeschwindigkeit fliegt - langsamer vergeht als in ruhenden. Dies bedeutet wiederum, dass der Pilot des Raumschiffs langsamer altert als sein Bruder auf der Erde, da dieser sich in Ruhe befindet.
Warum bewegt sich die Zeit in schnellen Systemen langsamer? Das hängt mit der Relativität der Gleichzeitigkeit zusammen. Nimmt man nämlich an, dass die Lichtgeschwindigkeit in allen Systemen konstant ist - nämlich 300 000 km/s -, dann folgt daraus, dass Gleichzeitigkeit abhängig ist vom Beobachter und dessen Standpunkt - sie ist also relativ. Spinnt man diesen Gedanken nun weiter, so kommt man zu dem Ergebnis, dass es eigentlich egal ist, ob einer der Beobachter in Ruhe ist und der andere nicht oder umgekehrt. Auf das Zwillingsparadoxon angewendet bedeutet das: Der Pilot des Raumschiffs kann behaupten, er sei in Ruhe, während sich die Erde von ihm wegbewegt, während der Beobachter auf der Erde behaupten kann, dass sich das Raumschiff von ihm wegbewegt.
Diesen Zusammenhang verdeutlicht ein Minkowski-Diagramm (Raum-Zeit-Diagramm) sehr gut und auf einfache Art und Weise. Ein solches findest du z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Minkowski-Diagramm#Zeit... (auch wenn Wikipedia nicht unbedingt die verlässlichste Quelle ist, ist hier die Zeitdilatation recht gut erläutert).
Vielleicht kann jemand anderes das noch etwas ausführlicher und besser erklären, denn ich bin selbst noch relativ neu auf diesem Gebiet unterwegs.
Einen Buchtipp für dich hätte ich noch: "E=mc²" von Thomas Bührke, erschienen im dtv-Verlag. Dieses Buch hat mir geholfen, die relativ (ein schönes Wortspiel ...) komplizierten Zusammenhänge innerhalb der Relativitätstheorie ansatzweise zu verstehen.