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nach einem Tag
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Re: Mechanik: Spritzen kleine Tropfen weiter?
Ein Wasserstrahl trifft auf eine harte, ursprünglich trockene
Fläche, sodass es spritzt. Können dabei kleine Wasserspritzer
weiter/höher spritzen als große, oder hängt das nicht von der
Tropfengröße ab?
Hallo Paul,
die Frage sollte man in zwei bzw. drei Teile teilen:
1) Die Beschleunigung der großen / kleinen Tropfen beim Aufprall
2) Die Flugbahn nach dem Aufprall
3) Darüberhinaus ist auch zu berücksichtigen, wie sich die umgebende Luft bewegt.
Zu 1) kann ich erstmal nicht viel sagen.
Zu 2) gilt folgendes:
Sehe ich von der Luftreibung ab, so ist die Flugbahn nur von der Anfangsgeschwindigkeit und ihrer Richtung abhängig, d.h. im luftleeren Raum fliegt jeder Körper bei gleichen Anfangsbedingungen gleich schnell und gleich weit. Nun ist die Luft aber da und dann verhält es sich so, daß das Verhältnis der Trägheitskräfte (die durch die Masse bzw. das Gewicht bestimmt werden) zu den Reibungskräften (die, neben der Zähikeit und der Dichte der Luft sowie der Form des Körpers, durch die Körperoberfläche bestimmt werden) die entscheidende Rolle spielt. Da die Masse des Tropfens von der dritten Potenz seines Durchmessers abhängt und die Oberfläche nur von der zweiten, steigt dieses Verhältnis mit zunehmender Tropfengröße, d.h. der Einfluß der Luftreibung nimmt ab, sprich: ein großer Tropfen fliegt bei gleichen Anfangsbedingungen weiter.
Über die Anfangsbedingungen entscheidet aber nun 1).
1) Daß eine kleiner Tropfen mehr Anfangsgeschwindigkeit mitbekommt ist ja gut vorstellbar. Es bleibt aber fraglich, ob dieser mögliche Vorteil den Nachteil von 2) kompensieren kann.
Generell: ich kann mir gut vorstellen, daß es eine optimale Tropfengröße gibt, so ähnlich wie beim Ballweitwurf: Mit einem kleine Kieselsteinchen oder gar Sandkorn kannst Du nicht weit werfen, weil allein deine Armbewegung deine ganze Wurfenergie absorbiert und dann die Luftreibungskräfte das Sandkorn schnell abbremsen. Mit dem Medizinball wirfst du auch nicht weit, weil er schlicht zu schwer ist, und du ihn nicht auf Geschwindigkeit bringst. Dazwischen gibt es aber eine Ball- oder Steingröße mit der du die optimale weite schaffst.
Nun gilt es aber noch etwas zu berücksichtigen: Die Luft um den Wasserstrahl steht ja nicht still, sie wird von dem Wasserstrahl mitgerissen und prallt dann ebenfalls ab. Diese abprallende Luft nimmt aus den gleichen Gründen wie bei der Reibung die kleineren Tröpfchen nun leichter mit als die großen. Gegenüber der theoretischen Annahme eines Wasserstrahls in stillstehender Luft werden durch das Mitbewegen der Luft die kleinen Tropfen begünstigt.
Wenn du an der Küste stehst und die Brandung anrauscht, wirst Du richtig naß, wenn Du nahe dran stehst. Gehst Du weiter weg, erreichen Dich zunehmend nur noch die kleineren tröpfchen. Diese schaffen es aber nicht nur durch ihre Anfangsdenergie bis zu dir, sondern vor allem dadurch daß sie von der Luft mitgetragen werden.
Spannende Frage, tut mir leid, Dir nicht mehr als diese Überlegungen anbieten zu können.
Gruß
gobi