Antwort
von
nach 2 Tagen
0
hilfreich
Re^2: anorganische Chemie
Hallo "--"
Danke und Kompliment für Ihre Antwort; sie ist die einzigste, mit der sich was anfangen lässt. Vielleicht war aber auch die Frage unverständlich gestellt.
Bei meinen 'Dampfmaschinen' kondensiert der Dampf nicht in der Atmosphäre, sondern im System selbst. Dabei schwingt die Grenzfläche Wasser/Dampf mitunter lebhaft zwischen dem dampferzeugenden und kondensierenden Wärmetauscher hin und her. Diesem Phänomen gilt meine Aufmerksamkeit; ich möchte wissen, welche Faktoren diese Schwingung hervorrufen bez. unterbinden. Die Untersuchung gilt also u.a. dem Wärmeübergang zwischen der metallischen Hülle und dem Medium Wasser bzw. Dampf. Da dieser Wärmeübergang spezifisch gleichbleibend ist, möchte ich ihn durch eine mehr oder weniger dicke Zwischenschicht ungleichförmig machen.
Versuche mit Ofenlack verliefen prinzipiell ermutigend. Allerdings waren Schichtdicke und Oberflächengüte praktisch nicht mehr veränderbar. Deshalb meine Anfrage bezüglich mineralischer Ablagerung.
Heute folgte ich Ihrem Säure-Vorschlag. CaCO3 (zerriebene Tafelkreide) wurde in verschiedenen Säuren gekocht, filtriert, das Filtrat in Reagenzgläser gegeben, Cu- und Messingstäbe eingetaucht, sie gelegentlich während 30 Min. Wirk- und Abkühlzeit hin und her gedreht, dann herausgenommen, gespült-getrocknet-geprüft, die Lösung im Reagenzglas wieder zum Kochen gebracht, die Stäbe eingeführt, wieder 30 Min. gewartet usw. Als Siedesteinchen dienten Kachelsplitter. Die Ergebnisse:
1) zitronensaure, hitzegesättigte Lösung. Null Kalkschicht. Unter Zugabe von Wasser (Ihre pH-Hebe-Emfehlung) trübt die Lösung zwar etwas ein, bildet aber keinen weißen Hauch auf den Prüfstäben. Auch nicht beim 2ten Durchgang mit tropfenweiser Zugabe von Seifenlauge. Abbruch.
2) 0,2 %ig salzsaure, hitzegesättigte Lösung. Bereits unter Abkühlen bildet sich nebst flockigem Niederschlag eine durchgängig weißliche Schicht auf den Stäben. Mit jeder Wiederholung wird sie zwar etwas dicker, was aber mit gewöhnlichen Mitteln gar nicht und mit Schattentrick nur indirekt als stets geringfüger anwachsend festgestellt wurde. Außerdem ist die Schicht mit dem Fingernagel abkratzbar. Der Versuch läuft weiter; vielleicht wird die Kalkschicht ja nach dem x-ten Durchgang dick und fest genug.
3) 2 %ig essigsaure, trüb-übersättigte Lösung (Schaden am Filterpapier). Bildung von hauchdünnen Kalkflecken, komischerweise nur auf nicht mit Stahlwolle geputzen Abschnitten. Auch wachsen die Flecken pro Durchgang kaum an. Das könnte an zu viel Cu-acetat oder an den vielen Kalk-Partikeln in der Lösung selbst liegen, an die sich die gelösten Moleküle beim Abkühlen leichter anlagern mögen als an den Röhren. Abbruch nach dem 2ten Durchgang.
4) 1 %ig essigsaure, hitzegesättigte Lösung. Fleckenbildung in jedem Stababschnitt, vorzugsweise aber nahe der Grenzfläche Lösung/Luft. Dort auch merkliches Dickenwachstum bei Wiederholung, wohingegen die übrigen Kalkschleier nur geringfügig dicker werden. Abbruch nach dem 5ten Durchgang.
Fazit: Ausbaufähig erscheint die salzsaure Methode. Da der flockige Niederschlag anfangs bei rund 75 °C einsetzte, bei den Folgedurchgängen aber erst bei 65, 55, 50 etc., wird die Lösung laufend gehaltsärmer geworden sein; ich sollte sie durch Stammlösung ersetzen. Aber morgen; jetzt muß aufgeräumt werden. Morgen auch wird CaCl2 und (NH4)2CO3 besorgt, um Di oder Mi Ihre erste Methode zu probieren. Danke Ihnen also nochmal für Ihre Hinweise.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Müller-Holtz