berufsfindung

Von: , 19.07.2009 10:45 Uhr

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

ich bin 16 jahre und muss mich diesen Sommer bewerben oder mir einfach überlegen was ich machen werde nach meinem Realschulabschluss. Schule möchte ich nicht unbedingt machen. Zuerst dachte ich mir dass ich auf jedenfall eine Ausbildung machen werde, doch ich kann mich überhaupt nicht entscheiden was ich machen soll. Jetzt habe ich mir gedacht ich mache ein Freiwilliges Soziales Jahr doch bei der Suche habe ich nichts wirkliches gefunden in meiner Umgebung. Nun bin ich soweit, dass ich mir überlegt habe, ob ich nicht ein jahr lang Praktikas machen könnte. Jeden Monat ein anderes. Doch da weiß ich nicht, wie ich danach dann Chancen habe, eine Ausbildung zu beginnen und ob das so gut sein wird. Was meinen Sie? Währe es etwas gutes oder wär eine Ausbildung oder Schule (BK) besser?

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: berufsfindung

    Hallo Nanniii,

    so einfach lässt sich das nicht beantworten. Alles hängt davon ab, was du möchtest und was
    du (Notenschnitt, Interesse, Engagement) bekommen kannst.

    Normalerweise fängt die Suche nach einer Ausbildung ca. 1 Jahr vor dem Schulabschluss an.

    Erstmal finde ich gut, dass du auch ein soziales Jahr erwogen hast. Ich weiß nicht, wo du
    wohnst: du solltest eine Stelle oder jemanden in deiner Heimatstadt oder in der nächst
    größeren Stadt finden, der/die dich über diese Möglichkeiten aufklärt. Es gibt auch ein
    freiwilligs ökologisches Jahr. Hast du mal gegoogelt? Z. B. "soziales Jahr Heimatstadt"? Oder
    (wie ich eben) "soziales jahr in deutschland" - man kann z. B. auch - Möglichkeit, mal aus der
    Heimat rauszukommen! - in einem SOS-Kinderdorf so ein Jahr machen. Vielleicht rufst du da
    einfach mal an, sagst ganz einfach, ich überlege, so ein soz. Jahr zu machen, wer kann mir
    denn da bei Ihnen weiterhelfen? Also, so könnte ein Ansatz aussehen. Ansonsten kannst du
    auch z. B. bei den Johannitern (wieder über Google oder über euer örtliches Telefonbuch)
    oder den Malthesern - das sind beides große Organisationen im Rettungs- und
    Krankenwesen - anrufen und ganz "doof" fragen. Mit doofen, einfachen Fragen kommt man
    meistens auch ziemlich weit.

    So ein soz./ökologisches Jahr hilft oft, sich besser für oder gegen was entscheiden zu
    können.

    In Sachen Ausbildung oder Schule weitermachen: die Arbeitsagentur in deiner Stadt ist
    verpflichtet, dich beruflich zu beraten. Das geht so: du gehst da morgens - jetzt in den
    Ferien am besten gleich morgen/übermorgen - hin in die so genannte
    Eingangszone/Empfang. Stellst in die Schlange und sagst, wenn du dran bist: ich brauche so
    bald wie möglich einen Termin in der Berufsberatung. Dann werden sie dir entweder einen
    schicken oder gleich terminieren, das dauert oft bis zu 6 Wochen, bis man einen Termin
    bekommt, deswegen: Beeilung! - Wenn du dann einen Termin per Post/gleich am Schalter
    erhälst, musst du den auch einhalten. Sonst musst du wieder hin, einen neuen machen. Das
    ist doof. Also, lieber gleich hin. Die können dich eventuell auch über das soz. Jahr
    informieren, aber wie gesagt: oft dauert es ziemlich lange, bis du einen Termin bekommst.

    Die Berufsberatung ist das, wie sie heißt: sie berät und hilft, sich Gedanken darüber zu
    machen, was man beruflich machen will. Auch in Sachen Schule, denn: Schule muss oft
    bezahlt werden. Die Berufsberatung kann dir helfen, zu erfahren, welche Schulen in deiner
    Stadt wofür ausbilden und wie du das finanzieren kannst. Und manchmal erfährt man leider
    auch, dass das alles zu teuer ist. ABER: dafür muss man erstmal hin und sich beraten lassen.

    Dann gibt es Info-Börsen/Plattformen im Internet, wo du selbsttätig werden kannst, durch
    rumklicken, lesen, schauen dich informieren kannst. Es gibt Tests, um herauszufinden, was
    man kann/mag/weniger will. Zum Beispiel die hier:

    www.planet-beruf.de

    Links auf der Seite findest du ein Menü. Klick "Berufswahl & ich" an. Klick dann rechts "check
    deine Talente" und spiel das ruhig mal durch. Du kannst dein Teil auch speichern und später
    weiter machen.

    Zur Frage: Praktika ein Jahr lang? -Da möchte ich von abraten, außer, du würdest es im
    Rahmen einer "berufsvorbereitenden Maßnahme" (= BvB, vermittelt die Berufsberatung der
    Arbeitsagentur) begleitet durch Sozialarbeiter/Berater machen. Sonst nutzen dich Arbeitgeber
    bloß aus, du hast keinen zum Quatschen und bist hinter eventuell immer noch nicht so
    richtig schlau. Aber ansonsten ist die Idee gut, nur: besser nicht irgendwas, sondern - z. B.
    durch Beratung - vorher schon mal Felder einkreisen aus den vielen Berufen, die Realschüler
    machen können.

    Praktika ersetzen keine Ausbildung. Ganz klar. Automatisch kommt man auch nicht durch
    viele Praktika hintereinander in eine Ausbildung, außer, man hat den Glücksgriff u. landet
    durch Praktikum im Betrieb, der eine dann auch ausbildet.

    Lies das hier mal durch, mach einen Termin bei der Berufsberatung, check mal in Internet,
    ruf mal wg. des sozialen Jahrs an und lass die Informationen sacken. Dieses Jahr ist das mit
    der Ausbildung schon mal gegessen, denn das ist normalerweise schon zu spät.

    In dem Sinne.
    Frag wieder an, du noch Informationen brauchst.

    Viel Glück wünscht
    Christina (45, Arbeitsberaterin) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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