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Re: BHW vorfinanzierter Bausparvertrag und ...
Wir haben Ihre Anfrage in anonymer Form einem unserer ehrenamtlichen Vorsorgeexperten (so genannte Botschafter) vorgelegt. Hier ist seine Antwort:
"In einem solchen Fall wäre ein persönliches Gespräch natürlich das Beste. Verstehen Sie die nachfolgenden Ausführungen
deshalb als strukturelle Hinweise, nicht jedoch als Empfehlung.
Ihr Baudarlehen bezieht sich vermutlich auf Ihr selbstgenutztes Eigenheim
bzw. Ihre selbstgenutzte Eigentumswohnung, richtig? Sollte Ihre Immobilie
vermietet sein, so ergeben sich - auch unter steuerlichen Gesichtspunkten -
ganz andere Lösungsansätze!
Sie haben insgesamt vier grobe Lösungsmöglichkeiten:
1. Sie können Ende 2012, wenn Ihr Vorausdarlehen abgelöst wird und das
Bauspardarlehen an dessen Stelle treten soll(te), das Vorausdarlehen ganz
oder in Teilen zurückzahlen. Dies macht dann Sinn, wenn der Darlehenszins
höher ist als Guthabenzins bspw. auf Ihrem DispoMaXX5 oder einer anderen
Anlage. Sie müssten dann jedoch Ihr Vorausdarlehen verlängern, bis Ihr
zweiter Bausparvertrag zuteilungsreif wird. Diesen Bausparvertrag sollten
Sie dann in der Summe reduzieren, da Sie weniger an Vorausdarlehen ablösen
müssen und so der Bausparvertrag schneller zuteilungsreif wird.
Haben Sie noch weiteren Darlehen? Wenn ja, könnte es je nach der Zinsbindung
dieser Darlehen sinnvoll sein, den Bausparvertrag auf der ursprünglichen
Höhe zu belassen, um auch einen Teil der weiteren Darlehen abzulösen (sofern
auf Grund der Zinsbindung möglich).
2. Neben der Rückführung eines Teils des Vorausdarlehen besteht
grundsätzlich auch die Möglichkeit, Teile oder das gesamte Guthaben in den
DispoMaXX3 einzuzahlen, um diesen schneller zuteilungsreif zu bekommen. Mit
den kompletten Unterlagen der beiden Bausparverträge sowie des
Vorausdarlehens könnten wir Ihnen sagen, ob dies Sinn macht. Andernfalls
können Sie auch das BHW fragen, wann Ihr DispoMaXX3 voraussichtlich
zuteilungsreif wird und wann er zuteilungsreif würde, wenn Sie ihn durch das
Guthaben aus dem DispoMaXX5 aufstocken würden.
3. Eine dritte Möglichkeit wäre, dass Sie sich die Guthaben aus beiden
Bausparverträgen Ende 2012 auszahlen lassen, einen gleichhohen Teil des
Darlehens zurückzahlen und für das Restdarlehen ein "normales" Bankdarlehen
aufnehmen. Ob sich dies für Sie lohnt, hängt entscheidend von Ihrer
sonstigen Vermögenssituation, Ihrem Einkommen, anderen Finanzierungen sowie
weiteren Faktoren ab.
4. Eine vierte Möglichkeit könnte sein, dass Sie bereits heute ein
sogenanntes Forward-Darlehen abschließen, was erst Ende 2012 beginnt, bei
dem jedoch bereits heute die Zinsen festgeschrieben werden. Die Guthaben aus
den beiden Bausparverträgen würden Sie Ende 2012 zur Tilgung einsetzen,
sodass das Forward-Darlehen von der Summe her geringer ausfällt als das
Bauspardarlehen. Da die Kreditzinsen in den letzten Wochen und Monaten
bereits deutlich gestiegen sind, sollte diese Variante kurzfristig überprüft
werden. Da es sich um eine geringere Kredithöhe handelt, kann es sein, dass
es sich für Sie unter'm Strich selbst dann lohnt, wenn der Zinssatz des
Forward-Darlehens höher liegt als beim Bauspardarlehen, denn dies wird ja,
wie von Ihnen geschrieben erst nach Ende 2012 zuteilungsreif.
Die Möglichkeiten der Einbindung von vermögenswirksamen Leistungen, eines
ggf. bestehenden Riestervertrags sowie von öffentlichen KfW-Mitteln haben
Sie vermutlich bereits mit Ihrem BHW-Berater erörtert, richtig?
Möglicherweise klingt dies ein wenig abstrakt und ja, so ist es auch. Um
Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten kalkulieren zu
können, damit Sie für sich schwarz auf weiß sehen können, was sich für Sie
am meisten rechnet, wäre es wie gesagt wichtig, alle Verträge vorliegen zu
haben und zu wissen, wie schnell Sie entschuldet sein wollen und wie viel
Sie hierfür monatlich (auch nach Ende 2012) investieren können bzw. wollen."
Viele Grüße von unserem Botschafter, Herrn Dipl. Kaufmann Christian Schneider.
Ihre Initiative für qualifizierte Vorsorgeaufklärung