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Re: Hausmittel gegen Haarausfall?
Moin moin nordische Deern,
ein Hausmittel gegen Haarausfall gibt es leider nicht, auch wenn immer wieder dieverse Wundermittel angepriesen werden.
Um Dir wirklich helfen zu können, müsste man erst einmalwissen, um welche Art Haarausfall es sich bei Dir handelt. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, gegen die einige kann man etwas tun, gegen andere wiederum nicht.
Die beiden häufigsten Arten von Haarausfall sind alopecia androgenetica, also der erblich bedingte Haarausfall. Meistens betrifft diese Art des Haarausfalls die Männer (Hormon bedingt), kann aber auch Frauen betreffen, dann spricht man von der weiblichen Variante. Die zweite Variante ist ein sogenanntes telogenes Effluvium, also ein vorübergehend massenhaft auftretendes ausfallen von Telogenhaaren. Telogenhaare sind Haare, die im Rahmen des normalen Haarwechsels ohnehin ausfallen, allerdings können Telogenhaare zwischen 2-4 Monaten noch fest in der Kopfhaut sitzen ohne das sie eine Verbindung zur Matrix haben. Telogenhaar werden normalerweise beim Waschen oder Kämmen herausgezogen, oder sie werden von den nachwachsenden Haaren nach oben geschoben. Gerade bei Frauen kommt diese zweite Variante sehr oft vor, besonders dann wenn entweder eine Schwangerschaft vorliegt oder gelegen hat, oder aber auch in den Wechseljahren. Da die Haare wie gesagt noch sehr lange in der Kopfhaut fest sitzen können, kann es plötzlich zu einem vermehrten Ausfall dieser Haare kommen, meistens ist der Auslöser eine vorhergehende chemische Behandlung wie z.B. Coloration oder Dauerwelle, wobei diese nicht für den Ausfall verantwortlich sind, sondern der hier ausgeübte starke Zug auf das Haar der beim Färben oder Wellen unweigerlich auftritt. Andere Varianten sind meist krankhafter Natur und somit nur sehr schwer zu heilen, in allen Fällen sollte man von einem Dermatologen die Ursache feststellen lassen, dies kann z.B. durch ein sogenanntes Trichogramm geschehen. Bei einem Trichogramm werden in abständen von mehreren Tagen immer wieder Haare aus der Kopfhaut gezogen und mikroskopisch untersucht, hierbei achtet der Dermatologe darauf um welche Art Haar es sich hierbei handelt, z.B. Anagenhaar, Katagenhaar oder Telogenhaar.
Zur Erklärung:
Beim Haarwachstum unterscheidet man drei Entwicklungsstufen:
Die Wachstumsphase (Anagenphase) ist die Zeit, in der
von den Matrixzellen der Haarpapille Zellen gebildet
werden, das Haar also wächst. Diese Phase dauert
durchschnittlich fünf Jahre. Etwa 85 % der Haare befinden normalerweise in der Wachstumsphase.
Die Übergangsphase (Katagenphase) beginnt damit,
daß sich der Haarfollikel im unteren Bereich verengt und von der Haarpapille keine Zellen mehr gebildet werden.
Das Haar verliert dadurch den Zusammenhang mit der
Haarpapille und wandert im Follikel nach oben. Nur etwa
1 % der Haare befinden sich in diesem 2 - 3 Wochen
dauernden Stadium.
Die Ruhephase (Telogenphase) kann 2 - 4 Monate
dauern. Während dieser Zeit erholt sich die Haarpapille.
Das Haar kann noch einige Wochen oder Monate im
Haarfollikel stecken. Dieser Zustand trifft für rund 14 % Anagenhaar
der Haare zu.
Die neue Wachstumsphase wird dadurch eingeleitet, daß
eine neue Haarpapille entsteht und Zellen zu produzieren
beginnt. Das alte Haar wird vom neu nachwachsenden aus
dem Haarfollikel gedrängt, wenn es nicht schon vorher beim
Waschen, Kämmen oder Bürsten ausgefallen ist. Täglich fallen
etwa 40 bis 60 Haare aus; bei Männern liegt diese Zahl
noch höher, weil bei ihnen der Haarzyklus schneller abläuft.
Erst wenn der Dermatologe weiß welche Art von Haaren in der Untersuchung in der Überzahl sind, kann er eine Diagnose stellen und eine entsprechende Therapy ausarbeiten.
Bei Telogenhaaren braucht er das nicht, da sich das Problem von selbst erledigt.
Bei allen anderen ist dies aber notwendig.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein klein wenig helfen, auch wenn ich Dir kein Mittel nennen kann, denn ohne richtige Diagnose wäre alles andere nur hinausgeworfens Geld und bei den dieversen Hausmitteln kann es eventuell sogar gefährlich werden.
Solltes Du noach Fragen haben, dann schreib mir.
Gruß
Lothar