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Re: Wo kann man hebräisch lernen ?
Hallo Frank,
um Dir richtig helfen zu können, bräuchte ich eigentlich ein paar mehr Hintergrundinformationen:
1. Wie lange möchtest Du nach Israel gehen?
2. Aus welchen Gründen; d.h. beruflich, kürzerer/längerer Freiwilligendienst, Pilgerreise/Urlaub?
3. Wohin genau soll's hingehen: Großstadt, ländliche Gegend, Kibbutz?
4. Wieviel Zeit/Geld würdest Du investieren wollen?
5. Wie sieht es mit Deinen Englischkenntnissen, wie allgemein mit dem Sprachenlernen bei Dir aus?
Keine Angst, das soll jetzt nicht rüberkommen wie eine geheimdienstliche Ermittlung. Aber eine allgemeingültige Antwort lässt sich auf Deine Frage nicht so ohne weiteres geben:
Wenn Du, sagen wir, nur für ein, zwei Wochen nach Israel willst, um als Tourist das Land kennen zu lernen, würdest Du problemlos auskommen, ohne ein einziges Wort Hebräisch sprechen zu müssen – gerade in den größeren Städten sprechen die meisten Menschen ganz passabel Englisch und auch nahezu alle Straßen- und Hinweisschilder sind mehrsprachig. Wenn Du Dir dann auch allgemein schwer tätest mit dem Sprachenlernen, wäre es wohl das beste, wenn Du Dir zur Vorbereitung einfach einen kleinen Reisesprachführer kaufen würdest.
Wenn Du wiederum für mehrere Monate ins Land gehen würdest – z.B. für einen Freiwilligendienst –, würde ich Dir empfehlen, Dir vor Ort einen Sprachkurs zu suchen. Dadurch, dass Israel ein Einwandererland ist, müssen sie dort Jahr für Jahr Tausenden Neueinwanderern ihre Sprache beibringen und haben deshalb extrem gute Sprachschulen und -lehrgänge (die ulpanim) entwickelt, mit denen selbst eher sprachunbegabte Menschen relativ schnell und effektiv Hebräisch lernen. In den meisten Städten gibt es verschiedene Sprachschulen und auch der Großteil der Kibbutzim bietet Kurse für ausländische Freiwillige an.
Wie Du siehst, habe ich Dir zuerst Möglichkeiten genannt, bei denen Du ohne einen Hebräischkurs in Deutschland auskämst. Zum einen hat das sicher rein pragmatische Gründe: Besser als in einem israelischen ulpan wirst Du vermutlich nirgendwo die Sprache lernen; für einen Kurz- bis Kürzestaufenthalt würdest Du auch ohne Sprachkenntnisse auskommen.
Aber auf der anderen Seite ist es (leider) auch so, dass man – einmal abgesehen von Einzelstunden bei einem Privatlehrer – in Deutschland praktisch nirgendwo wirklich gut Hebräisch lernen kann. Selbst in Berlin – wo es an der FU immerhin ein Institut für Judaistik gibt und die Jüdische Gemeinde eine eigene Volkshochschule unterhält, die auch Sprachkurse anbietet – soll es (laut einer früheren Kollegin) deutlich schwieriger als in Israel sein, gute Sprachkenntnisse zu erwerben.
Ich will Dich sicherlich nicht entmutigen; aber ich denke, diese Aspekte solltest Du Dir vor einer Entscheidung durch den Kopf gehen lassen – Hebräisch ist zwar eine schöne Sprache, aber eben einfach in Deutschland nicht so gängig wie Englisch, Französisch und Co.
Wenn Du in jedem Fall einen Sprachkurs in Deutschland belegen willst/musst, würde ich Dir raten, mal bei der jüdischen Gemeinde in Koblenz anzufragen, ob die eventuell selbst Sprachkurse anbieten oder Dir mit Namen und Adressen weiterhelfen können. Ansonsten könntest Du auch die Gelben Seiten zu Rate ziehen und die Sprachschulen in Deiner Umgebung durchtelefonieren. Wobei es vermutlich in diesem Fall auf (nicht ganz billigen) Einzelunterricht hinausliefe.
Wenn Du noch Nachfragen hast bzw. Deine Frage noch etwas mehr konkretisieren willst, kannst Du mir gerne noch einmal schreiben.
Gruß,
Stefan