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Re: Fenster abdichten
Hallo Tyrol!
Um auf Deine Frage irgendwie sinnvoll antworten zu können, muss man Folgendes mindestens wissen:
- Was für Fensterbauart hast Du überhaupt jetzt?
- Welches Dichtungssystem ist (wenn überhaupt) vorhanden?
- Welche Isolierverglasung (wenn überhaupt) ist in den Fenstern vorhanden?
Wenn es "nur" um die Verbesserung der Dichtungen geht, dann könnte man als Laie vielleicht noch selbst etwas machen. Das Grundprinzip für alle Dichtungsebenen lautet: "Von innen immer dichter als von außen!".
Wenn nicht nur die (vorhandenen) Dichtungen betroffen sind, dann muss auf jeden Fall ein Fachmann ran. Bedenke, dass die Glasscheibe die größte Fläche des Fensters ist und gleichzeitig auch die dünnste Stelle der Wand. Wenn Du Energie sparen willst, dann muss zunächst die Isolation der Scheibenfläche auf einem halbwegs modernen Maß sein. Isoliert die Scheibe nicht gut, dann spielt Zugluft beim Energiesparen gar keine Rolle! Technisch gesehen sind die Energieverluste über die Fuge zwischen Flügel und Rahmen kaum der Rede wert! Das wird schnell klar, wenn man sich die Aussagen der Fachleute zum Thema Lüften anschaut: Ein Fenster in Kippstellung eignet sich nicht zum Lüften! Dann geht über den Anschlagspalt eines "undichten" Fensters auch nicht viel Energie verloren, solange die Scheibe nicht verhältnismäßig gut isoliert und die Anschlagfuge die schon gute Isolation wieder verschlechtert.
Fazit: Fenster isoliert man primär über die Glasfläche und damit muss der teure Handwerker (in seiner Eigenschaft als Fachmann) immer dann ran, wenn es tatsächlich großen Isolationsbedarf gibt. Dem Heimwerker bleibt ein wenig "Spielerei" übrig, die weder im Guten noch im Schlechten große Veränderungen bewirken kann.
Dass sich der Vermieter zu diesem Thema nicht äußert, wundert mich nicht. Wenn nicht ganz andere Gründe für seine Zurückhaltung vorliegen, dann ist er gut beraten, wenn er sich zum Thema Fensterisolation nicht äußert.
Solange die vorhandenen Fenster in ihren typischen Eigenschaften und der Berücksichtigung ihres Alters nicht tatsächlich technische Mängel aufweisen, hat der Vermieter gar keinen Grund, über eine Veränderung nachzudenken. Der Mieter hat die Wohnung mit einer bestimmten Ausstattung und deren technischen Eigenschaften gemietet und kann nicht eine Veränderung des Mietgegenstandes verlangen, nur weil sich die Energiekosten erhöht haben und der Mieter daher mehr Interesse für Teile des Mietgegenstandes zeigt, als zum Zeitpunkt der Vermietung. Der Vermieter ist nicht dazu da, dem Mieter eine Kostenstabilität bei steigenden Energiekosten zu gewährleisten. Das wird von der Mieterseite sehr oft aus einer falschen Perspektive gesehen.
Ich habe zu diesem Thema sicher nicht die juristische Kompetenz, dies genau darzulegen oder zu begründen, jedoch sehe ich diese Problemstellung und den Umgang damit extrem oft in meinem Beruf als Händler für Bauelemente.
Mit freundlichem Gruß,
Peter Ralf Lipka
ActualVision ZILL-Fenster GmbH, Berlin.