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Re: MS Multiple Sklerose
Hallo Xanthia,
ich habe während meiner Ausbildung zum Erzieher ein Referat geschrieben und das beantwortet viele Fragen über MS.
Die MS ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters. Es wird von weltweit 1,2 – 1,5 Millionen Erkrankten ausgegangen, in Deutschland rechnet man mit 150 – 200.000 Erkrankten. Es erkranken vor allem Frauen (2/3) zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Die ersten bekannten Fälle werden fragmentarisch im 14 Jhd. beschrieben, aber erst 1868 wurde die MS als Krankheitsentität erkannt.
Nach derzeitigem Wissensstand handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung bei der zusätzlich genetische und Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Ob andere Faktoren wie Stress oder Ernährung den Verlauf bzw. das Auftreten signifikant beeinflussen kann nur vermutet werden.
Das Immunsystem sollte gegen körperfremde Stoffe Abwehrmechanismen aktivieren, während bei MS das eigene Myelin als fremd angesehen und zerstört wird.
MS ist nicht ansteckend und nicht erblich, aber man geht von einer gewissen genetischen Disposition aus. Immerhin erkranken bei 25% der eineiigen Zwillinge beide.
Subtropische und tropische Klimazonen werden weitgehend ausgespart, während in den skandinavischen Ländern die MS besonders häufig ist. Einwanderer übernehmen den Risikofaktor des Einwanderungslandes nur wenn sie vor der Pubertät einwandern.
90 – 95% der Fälle beginnen schubförmig, worunter man das Auftreten von typischen Symptomen versteht.
• Gangunsicherheit (vestibuläres System, Ataxie)
• Doppelbilder (Retrobulbärneuritis, Okulomotorik)
• Blasenstörungen (Dranginkontinenz, Inkontinenz)
• Taubheit, Kribbeln (Sensibilitätsstörungen)
• Gedächtnisprobleme (kognitiv)
Oftmals sind erste Anzeichen nicht sehr beeindruckend und verschwinden ganz oder teilweise wieder. Müdigkeit, Lustlosigkeit, Kribbeln, Stolpern, eine Tasse fallen lassen sind kaum von Alltagserscheinungen zu unterscheiden. Es gibt bis heute keinen Einzelbefund der eine MS beweist, und nur durch das Erfüllen bestimmter Kriterien spricht man von einer klinisch gesicherten Diagnose.
Grundsätzlich unterscheidet man den schubförmigen und den chronisch-progredienten Verlauf. Diese Unterscheidung sagt aber nichts über die Schwere der Symptome aus.
Die sogenannte benigne(gutartige) MS kommt bei 20% der Erkrankten vor. Dort treten überhaupt keine Behinderungen auf. Bei weiteren 20% – 30% kommt die MS zum völligen Stillstand und bereits vorhande Symptome bilden sich ganz oder teilweise zurück.
Die verbleibenden 50% teilen sich einen schubförmigen Verlauf, einen chronisch-progredienten oder einen gemischten Verlauf der mehr oder weniger maligne (bösartig) und schnell sein kann.
Medikation:
Bei einem Krankheitschub wird hochdosiertes Cortison verabreicht um die Entzündung zu stoppen. Für die medikamentöse Behandlung der MS gibt es mittlerweiler einige teuere Medikamente, die aber den schubförmigen Verlauf nicht ganz zu stoppen vermögen.
Außerdem werden Diäten und Wundermittel angeboten, deren Wirkung sicher eher psychischer Natur ist.
(c) by Peter Reissig
Liebe Grüße
Peter