Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

Von: , 25.08.2011 20:08 Uhr


Hallo,
vielleicht kann mir jemand bei dem folgenden Problem helfen:
ich habe eine klinische Studie durchgeführt und bräuchte bei der Statistik etwas Hilfe.

Ich möchte meine Hypothese prüfen (grob Ha= der eine Mittelwert ist größer in der einen Gruppe als in der anderen).
Mein Problem ist: die Stichprobe ist sehr sehr klein (Gruppe 1=6, Gruppe 2=10, also auch noch ungleich groß).

Der Plan war mit dem K.-Smirnov zuerst einmal zu prüfen, ob die Mittelwerte normalverteilt (Voraussetzung T-Test) sind. Nun habe jedoch gelesen, dass dieser Test auch keine große Sicherheit in diesem Fall bietet.
Ist das so richtig?
Sollte ich gleich den Man-Whitney-U Test nehmen oder kann ich den T-Test auch rechnen, wenn der Smirnov mir sagt, dass Normalverteilung vorliegt?
Mein Gefühl sagt mir, dass ich eher zum nonparametrischen Test greifen sollte.

Bitte um Hilfe und eventuell auch eine kurze Begründung, und was mir sehr wichtig wäre:
warum welcher Test zu wählen ist. Ich bekomme immer widersprüchlicher Aussagen :(

Vielen lieben Dank im Voraus! Ich bin wirklich sehr dankbar für jeden Tipp oder auch Kritik zum Vorgehen meinerseits. Immerhin lernt man nie aus :)

Viele Grüße,
Paranoire

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Minuten 0 hilfreich
    Re: Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

    Hi Paranoire,

    Es stimmt, dass der Kolmogorov-Smirnov Test Dir nicht sagen kann, ob die Daten normalverteilt sind (er ist auch nur ein einseitiger Test, d.h. er kann Dir nur sagen, wenn die Daten nicht normalverteilt sind). Besonders bei Deinem kleinen N kann KS-Test auch problemlos nicht anschlagen, obwohl Verletzung der Normalverteilung vorliegt. In der Literatur wird der KS-Test manchmal trotzdem in dieser Situation verwendet, das ist aber statistisch sehr unsauber.

    Den t-Test kannst Du dann durchführen, wenn die einzelnen Werte normalverteilt sind; das kannst Du möglicherweise inhaltlich hinreichend begründen, ohne einen statistischen Beleg zu benötigen. Das wäre unter anderem der Fall, wenn für den von Dir gemessenen Wert (ohne Dein Treatment natürlich) andere Leute schon größere Stichproben gemacht haben und normalverteilte Werte hatten (z.B. wenn Du etwas wie Blutdruck gemessen hast), oder weil der von Dir gemessene Wert auf natürliche Weise als Summe vieler kleiner Zufallsereignisse entsteht (z.B. die Anzahl schlafloser Nächte in den letzten 2 Monaten). In diesen Fällen würde ich bedenkenlos t-Test verwenden.

    Ansonsten bist Du aber mit dem U-Test oder dem Wilcoxon Test auch gut beraten, die haben nicht so viel weniger Power; wenn die ausschlagen, bräuchtest Du Dich mit der Begründung der Normalverteilung weniger abmühen.

    Beste Grüße,

    Timo von Oertzen

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re: Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

        U-Test. Die n's sind zu klein.

        VG, Walter.

  2. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

    Hi,

    du hast eine klinsiche Studie gemacht und dir nicht vorher ueberlegt, wi du testest? Naja ...
    Kurz gesagt: Vergiss den ganzen Normalitaetstestkram und mach entweder gleich den U-test (nachteil: kein Puktschaetzer fuer den unterschied) oder du machst einen bootstrap-t test (mal googlen). Wenn du etwas programmieren kannst ist das kein groeseres Problem.
    Sonst kommt es natuerlich auch noch darauf an, was fuer einen Endpunkt du ueberhaupt gemessen hast; wenn der nicht metrisch und unbeschraekt ist sollte man eh was ganz anderes verwenden (z.B. bei Anteilen).
    Denn ganz so einfach eine generelle Regel aufzustellen ist es nicht :)
    Widerspruechliche Resultate sind ausserdem gar nicht ungewoehnlich, da der U-test nicht Mittelwertsunterschiede testet, sondern eigentlich eher wie der KS-test Verteilungen.

    Das in Kuerze,
    viele Gruesse,
    JPL

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

    Sorry, aber da kann ich leider nicht weiter helfen. Gruß Robert

  4. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Hilfe! Problem T-Test oder U-Test?

    Hallo Paranoire- Ich möchte meine Hypothese prüfen (grob Ha= der eine
    Mittelwert ist größer in der einen Gruppe als in der anderen).
    Mein Problem ist: die Stichprobe ist sehr sehr klein (Gruppe
    1=6, Gruppe 2=10, also auch noch ungleich groß).
    Soweit ich mich recht erinnere, gibt es keinen Mindestumfang für einen T-Test für unabhängige Stichproben und die Stichproben müssen auch nicht gleich groß sein. Dummerweise wird der Test bei kleinen Stichproben jedoch sehr konserativ (d.h. die Trennschärfe nimmt ab), sodass Unterschiede zwischen sehr kleinen Stichproben nur noch schwierig aufzudecken sind. Der Plan war mit dem K.-Smirnov zuerst einmal zu prüfen, ob
    die Mittelwerte normalverteilt (Voraussetzung T-Test) sind.
    Nun habe jedoch gelesen, dass dieser Test auch keine große
    Sicherheit in diesem Fall bietet.
    Ist das so richtig?
    Sollte ich gleich den Man-Whitney-U Test nehmen oder kann ich
    den T-Test auch rechnen, wenn der Smirnov mir sagt, dass
    Normalverteilung vorliegt?
    Dein Plan klingt gut. So weit mir bekannt ist, ist der Kolmogorow-Smirnow-Test eines der Standardverfahren zur Prüfung von Normalverteilung. Wüsste nicht, weshalb Du ihn nicht einsetzen solltest. Mein Gefühl sagt mir, dass ich eher zum nonparametrischen Test
    greifen sollte.
    Warum? Wenn Deine abhängige Variable normalverteilt und metrisch skaliert ist (ggf. mit Varianzquotiententest prüfen), würde sich jedes Lehrbuch für den T-Test aussprechen. Dessen Trennschärfe mag bei kleinen Stichproben klein sein - sie ist in Deinem Fall dennoch stets größer als die eines nichtparametrischen Tests.
    Bitte um Hilfe und eventuell auch eine kurze Begründung, und
    was mir sehr wichtig wäre:
    warum welcher Test zu wählen ist. Ich bekomme immer
    widersprüchlicher Aussagen :(

    Vielen lieben Dank im Voraus!
    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

    Viele Grüße,
    Kutya

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