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nach 10 Tagen
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Re: Was muss ich beim Einreichen meines Romans wissen?
Hallo LadySummer,
erstmal zur Frage nach dem novum Verlag:
Auf eine derartige Webseite wäre ich auch beinahe reingefallen; es gibt sie im Netz zu Dutzenden und die Ansprache ist immer ähnlich: Verlag will jungen/unbekannten Autoren eine Chance geben. Das klingt ungemein sozial - und ist in der Regel das genaue Gegenteil. In Wahrheit geht es auch hier nur um Geld.
Der novum Verlag gehört zu den sogenannten Druckkostenzuschussverlagen, die sich darüber finanzieren, dass sie Autoren große Versprechungen machen und sich dann ihre Dienstleistung vom Autor teuer bezahlen lassen. Diese "Verlage" machen außer auf ihrer Webseite keine Werbung für ihre Bücher und bieten auch sonst keine Unterstützung. Sie brauchen es auch nicht, weil ihre Kosten bereits (durch den Autor) bezahlt sind, bevor das Buch in Druck geht.
Anders gesagt: Bei diesen "Verlagen" handelt es sich nur um eine andere Form von Druckerei. Allerdings eine sehr teure, denn wenn Du selber drucken oder über Dein Buch über book on demand produzieren lässt, bezahlst Du nur einen Bruchteil.
Im Unterschied dazu wird Dir ein echter Verlag kein Geld abknöpfen, als weder Kosten für das Lektorat, noch für den Druck, die Anmeldung beim Börsenverein, die Erteilung einer ISBN oder irgendetwas anderes verlangen, sondern Dir Geld dafür zahlen, dass er Dein Manuskript drucken und verkaufen darf. Allerdings wird man Dir dort auch weder Versprechungen machen, noch Dir nachlaufen.
Jetzt zur Frage, was Du beim Einreichen eines Romans wissen solltest:
Bücher zu produzieren ist ein hartes Geschäft. Das eigene Manuskript loszuwerden auch. Die großen Verlage werden damit zugeschüttet, d.h. sie erhalten so viele unverlangt eingesandte Manuskripte, dass die Lektoren mit dem Lesen nicht nachkommen. Bevor Du Dein Manuskript also irgendwohin schickst, solltest Du Dir ein paar Gedanken machen:
1. Ist das Thema (nicht nur für mich) interessant?
Mit dieser Frage ist es ein bisschen, wie mit Urlaubsbildern. Man selber guckt sie meistens gerne an, weil viele schöne Erinnerungen daran hängen. Aber selbst wohlwollende Freunde verlieren nach dem dritten "Paula-im-Badeanzug-mit-Sandförmchen-Foto" das Interesse.
2. Ist das was ich geschrieben habe, gut geschrieben?
Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten, weil es für die verschiedenen Segmente (oder Genres) unterschiedliche Regeln gibt. Eine Liebesgeschichte verträgt in der Regel z.B. längere Sätze und viel mehr Adjektive, als ein Thriller.
Einige Grundsätze gelten aber genreübergreifend: Das Buch muss eine durchgehende Geschichte erzählen, es sollte bis zum Ende spannend sein, es sollte dramatische Wendungen enthalten und es muss sauber formuliert sein, wobei mit "saubere Formulierungen" keine gekünstelte Wortakrobatik gemeint ist, sondern dass Form und Inhalt zusammen passen. Selbstverständlich verbietet es sich aber, einen Text einzureichen, den man nur mal schnell hingeschrieben hat. Der ist nämlich in aller Regel ungenügend. Selbstverständlich ist auch, dass der Text weitestgehend frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sein sollte.
3. Passt mein Werk zum Verlag?
Nicht alle Verlage verlegen alles. Einem auf Krimis spezialisiertem Verlag einen historischen Roman zu schicken ist vollkommen unsinnig. Also besser erst auf die Verlagsseite gucken und sich das Verlagsprogramm aufmerksam durchlesen. Wenn der Verlag das Genre nicht bedient, Finger weg. Genauso, wenn schon fünf Titel mit dem gleichen Thema im Programm stehen.
4. Welche Formalien möchte der Verlag bei der Manuskripteinreichung beachtet sehen?
Die meisten Verlage hätten gerne ein Expose und eine Leseprobe. Das Expose ist eine Kurzzusammenfassung des wesentlichen Buchinhalts. Wie lang es sein darf, steht meistens irgendwo versteckt auf der Verlagsseite. Das gleiche gilt für die Leseprobe, für die in der Regel 10 - 30 Normseiten gefordert werden.
Achtung: Normseite ist ein Fachbegriff und nicht identisch mit der Standarteinstellung von Word! Normseite bedeutet, dass die Seite so formatiert ist, dass sie genau 30 Zeilen zu 60 Anschlägen enthält; der Text im Flattersatz geschrieben ist und keine Silbentrennung durchgeführt wurde.
5. Und was ist, wenn es trotzdem nicht klappt?
Damit ist leider zu rechnen. Wie schon gesagt: Bücher zu produzieren ist ein hartes Geschäft und die Verlage werden mit Manuskripten überschüttet. Vielleicht passte Deins gerade nicht ins Programm. Vielleicht hat es nicht den Geschmack des Lektors getroffen. Drei bis fünf Jahre später kann das ganz anders aussehen. Aber auch dann solltest du vor dem Abschicken sicherheitshalber die Punkte 1 - 4 noch einmal durchgehen.
Und zu den beiden letzten Fragen:
Die "Bücherlese" ist ein anderer Name für den Online-Shop des novum Verlags. Belletristik ist die Sammelbezeichnung für "schöne Literatur" (in Abgrenzung zum Sachbuch, Reportage, Ratgeber etc.)
Ich hoffe, Dir etwas Klarheit verschafft zu haben.
Lainnis
P.S.:
Weitere Informationen zum novum Verlag findest Du hier: http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.p...
Das Montsegur-Forum ist auch sonst sehr empfehlenswert.