Grippe - Lebensgefahr für Kinder

Von: , 09.12.2011 10:23 Uhr

Hallo. Um welche Grippe handelt es sich, die Kinder ohne besonderer Vorerkrankungen sogar in Lebensgefahr bringt? Handelt es sich um einen bestimmten Bakterien-Wirt? Worauf muss man besonders achten? Kann man das überhaupt rechtzeitig erkennen?

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Grippe - Lebensgefahr für Kinder

    Hallo,

    Auslöser der sog. Influenza (Grippe) sind grundsätzlich Viren und keine Bakterien. Während Bakterien mittels Antibiotika behandelt werden können, muss sich der Körper bei einer viruellen Erkrankung selbst helfen.

    Ein Virus benötigt immer eine Wirtszelle, um sich fortzupflanzen. Dazu wird die Wirtszelle "umprogrammiert" und somit veranlasst, weitere Viren zu produzieren. Ist die "Energie" der Wirtszelle verbraucht, werden neue Viren freigesetzt und die Wirtszelle stirbt ab.

    Dabei muss man wissen, dass Viren sich mit jeder Übertragung verändern und auch ihre krankmachende Wirkung sich verändern kann. Das liegt quasi in der Natur der Sache, denn der Körper des Wirtes bildet Abwehrkräfte, die genau auf diesen Erreger abgestimmt sind. Damit also ein Virus weiter existieren kann, muss es sich verändern. Verändert es seine genetische Oberflächenstruktur, wird es von den Antikörpern nicht mehr als Bedrohung erkannt. Darin liegt die Schwierigkeit vorherzusagen, wie sich ein Virus, also auch ein Grippevirus in der Zukunft verhalten wird.

    Kein Mensch kann vorhersagen, welcher Virustyp sich entwickeln wird und welche Eigenschaften er besitzt. Die Natur verändert sich ständig, ein Umstand, mit dem der Mensch sich auseinander setzen muss.

    Die gute Nachricht ist, dass es i.d.R. gegen den aktuellen, also saisonalen Erreger einen Impfstoff gibt. Man kann sich also dagegen impfen lassen und ist damit immun gegenüber diesem speziellen Virus. Die Impfung sorgt nämlich dafür, dass im Körper Antikörper gebildet werden, die dieses Virus erkennen und bekämpfen. Dies muss man allerdings jedes Jahr erneut vornehmen, da sich das Virus wie vorab beschrieben, ständig verändert.

    Die derzeit angebotene Impfung besteht aus einer Kombination eines H1N1, eines H3N2 und einer B Komponente. Damit ist man sicher gegenüber den bekannten Grippeviren, die derzeit als Bedrohung gelten.

    Zurück zu Ihrer Frage:

    Lebensgefährlich ist die Grippe, die durchaus eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, nur selten und nur bei Menschen, die eine Immunschwäche besitzen oder schwer vorerkrankt sind.

    Daher gilt die Impfempfehlung auch nur für alte Menschen und Kinder mit Vorerkrankungen, bzw. Berufsgruppen, die mit Grippeerkrankten in Berührung kommen können.

    Normalerweise ist der Körper eines gesunden Menschen durchaus in der Lage, auch eine Grippe zu überstehen. Ärztliche Begleitung vorausgesetzt.

    Eine Impfung ist also möglich, sollte aber immer mit dem Haus- bzw. Kinderarzt besprochen werden. Dieser kann sehr genau beurteilen, ob eine Impfung notwendig ist. Eine Impfung ist aber nur sinnvoll, solange man noch nicht erkrankt ist, da es etwa 14 Tage dauert, bis Antikörper in ausreichendem Maße gebildet werden konnten. Kranke Menschen werden nicht geimpft.

    Wenn Ihre Kinder jedoch gesund und munter sind, rate ich in jedem Fall, den Kinderarzt zu konsultieren. Ich persönlich bin der Ansicht, dass frische Luft, gesunde Ernährung und die Basismaßnahmen der Hygiene vollkommen ausreichen, um gesund durch den Winter zu kommen.

    Grippale Infekte, die beispielweise Husten, Schnupfen oder Durchfallerkrankungen auslösen können, sind nicht zu vergleichen mit der Grippe. Zwar sind es auch Viren, aber keine Grippeviren.

    Und letztlich muss das menschliche Immunsystem auch ein wenig trainiert werden, insbesondere bei Kindern, die bis zu 100 Viruserkrankungen in den ersten 6 Lebensjahren durchstehen müssen, um ein ausreichendes Immunsystem zu bilden. Eine Erkältung hat also manchmal auch ihr Gutes.

    In diesem Sinne


    Frank Sauer

Jetzt auf diese Frage antworten.