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Re: Worauf beim Kauf einer Wärmepumpe achten?
Lieber Herr Hexel.K.
Liebe Frau Hexel.K?
Eine Wärmepumpe ist allgemein eine feine Sache, weil sie aus bestehenden und meist nachhaltigen Energieträgern (z.B. Luft, Wasser oder Erde) die vorhandene Wärme dem jeweiligen Medium entzieht, komprimiert und in den Wohnbereich wieder einspeist indem Warmwasser gespeichert wird und der Heizung und/oder dem Nutzwasser zur Verfügung steht.
Soweit die Theorie.
Erste Frage: steht ein Wärme-Träger-Medium zur Verfügung, oder nicht?
Konkret - gibt es ausreichend große Erd-Flächen, welche mit einem möglichst tief eingelegten Erd-Radiator versehen werden können, um konstant aus der Erdwärme Temperatur in die Wärmepumpe einzuspeisen?
... oder gibt es einen (Industrie?-)Raum der von der Arbeit her ohne Heizung schon konstant erwärmt wird und von dem die Wärmepumpe einen ständigen Lunft-Austausch erhalten kann, um die Wärme diesem Raum zu entzienen?
... oder gibt es "nur" den typischen Keller-Raum in dem die Wärmepumpe ihr klägliches Dasein ohne zusätzlichem Träger-Medium fristen muß?
... oder?
Die Praxis erfordert nun also einen nachhaltigen Energieträger der möglichst konstant und lange anhaltend Energie zur Verfügung stellt, um die Wärmepumpe mit dem Trägermaterial zu versorgen. Die Wärmepumpe soll ja nicht nur etwas kosten, sonder auch etwas bringen.
Die Wärmepumpe selbst arbeite ähnlich wie ein Kühlschrank, aber in die umgekehrte Richtung. Es wird also die Wärme, z.B. aus Wasser, das mit konstant 10 Grad Celsius aus einer Quelle rinnt, mittels einem Wärmetauscher in die Wärmepumpe eingespeist, wo durch Kompression und die daraaus resultierenden physikalischen Abläufe, die Temperatur vervielfältigt und in einem Boiler (je nach Bedarf auch bis zu mehrere Tausend Liter) gespeichert wird und für Heizung und Nutzwasser jetzt zur Verfügung steht.
Die Energie-Ersparnis hängt also auch von der Grund-Temperatur des Trägermediums ab.
Die Nachhaltigkeit hängt davon ab, ob das Trägermedium fortlaufen in annähernd gleicher und möglichst hoher Temperatur zur Verfügung steht.
Die Langlebigkeit der Anlage (der Wärmepumpe selbst) wird auch davon abhängen, ob sie ständig Wärme produzieren muß, also der Kompressor immer läuft, oder ob die Speicherwirkung (Buffer-Speicher) eine Arbeits- und eine Ruhe-Phase ermöglicht.
Ein Erdflächen-Radiator kann auch umgekehrt im Sommer zur Kühlung (Klima-Anlage) genutzt werden....
Optimal für Heizung wäre eine Warmwasser-Quelle, eine Tiefe Erd-Bohrung in wärmere Erdschichten, die Nutzung eines Abluft-Bereiches aus einer konstant aktiven Produktions-Stätte (Industrie-Abluft, Großküche, etc).
Meist wird die Auslegung von großflächigen Radiator-Schleifen im Erdreich bei relativ geringer Tiefe (aber nur wenige Meter aus Kostengründen) durchgeführt oder einfach die Luft eines Tiefen Kellers komprimiert.
Die verwendete Wärmepumpe sollte dem Bedarf angepasst sein (nicht unterdimensioniert, aber auch nicht zu stark überdimensioniert) und der heutigen Technick entsprechen, also möglichst effizient und energiesparend arbeiten.
Die folgenden Kosten-Punkte sind dann auch kein unwesentlicher Faktor:
Die Type der Pumpe, die Arbeitsweise und die Leistungsfähigkeit.
Die Zuleitung des Trägermediums und die Gewinnung.
Die in weiterer Folge zu erwartenden System-Wartungen.
Die Strom-Kosten, sie sind nur geringer aber nicht unwesentlich für die Kosten-Nutzen-Berechnung.
Selbst bei optimalen Bedingungen darf man nicht vergessen, dass die gesamte Anlage sich erst im Vergleich mit den bisher angefallenen Energiekosten nach mehreren Jahren, bei nicht optimalen Bedingungen wahrscheinlich erst nach mehreren Jahrzehnten wirklich amortisiert. Statistisch gesehen - das sind aber dann wieder Zeiträume in denen Defekte und Umstände auftreten können die weitere Kosten verursachen.
Bein einer Neu-Erstellung einer Gesamtanlage wäre auch die Kombination von Wärmepumpe und Solartechnologie in Erwägung zu ziehen. Die Neuverrohrungen und Leitungsführungen sind besonders bei hoher Eigenleistung oft ein großer Faktor zur Kosten-Reduktion bei der Planung und Anlagenherstellung, darum wäre eine Kombination von bestehnder Anlage und Neu-Anlage interessant.
Zum Beispiel interessant wäre die Einbindung eines bestehenden Heizungs-Kreislaufes, z.B. Festbrennstoffe, Pellets- oder Ölheizung. Auch ein einfacher Tisch-Herd oder ein Kachelofen kann eine Heizfunktion für die Speicherung im Buffer-Speicher mittragen, wenn eine Durchleitung des Trägermediums oder des Heißwassers erfolgt.
Zusätzlich wird momentan die Windkraft-Gewinnung aus Kleinanlagen revolutioniert, also wenn ständig der Wind bei Euch weht, könnte eine Unterstützende Windkraft-Kleinanlage eventuell auch einen Teil des Strombedarfs mittragen.
Möglichkeiten gibt es viele, prüfen sie umfassend.
Deshalb würde ich ein Unternehmen zur persönlichen Beratung vor Ort ansprechen. Möglichst eine Firma, welche bereits einige Duzend, vielleicht auch bereits hunderte Anlagen verschiedener Art konzipiert und gebaut hat.
Wenn die Möglichkeit besteht würde ich mir von unterschiedlichen Firmen zumindest 2 oder 3 vergleichbare verbindliche Anbote erstellen lassen. Ich persönlich wurde festgestellt haben wollen inwieweit eine Einbringung von Eigenleistung möglich gemacht wird. Es geht vermutlich doch um mehrere Tausend Euro. Die fachliche und technische Arbeit soll der Fachbetrieb leisten, aber z.B. die Stemmarbeiten die Behübschung und die Grobarbeiten (Verputz, Verblendung, Isolation, Abdeckungen, eventuell auch Leitungsverlegung, Reinigung usw.) kann durch Eigenleistung übernommen werden. Das sind relativ hohe Prozentsätze im Gesamtpaket die dann auch nicht zu bezahlen sein werden.
Gutes Gelingen
lg
Walter Praher
ORIGAMI.GRAZ