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Re: krebs
Lieber Schalke04,
"Krebszellen haben ja auch Rezeptoren, ist es dann nicht theoretisch sehr einfach, ein Wirkstoff (Gift) in die Krebszelle zu schleusen"
rezeptoren sind keine Tunnel durch die etwas hinein dringt, sondern Schalter, die eine bestimmte Handlungsweise an- oder abschalten.
Gift kann an den Rezeptor gehen, dann ist dieser aber einfach nur kaputt, die Zelle aber nicht.
Krebszellen unterscheiden sich meist nur darin, dass Sie manchmal ein paar mehr oder weniger Reptoren haben als die anderen Körperzellen.
Bsp. angenommen eine Rezeptor wäre ein Lichtschalter der in der Küche ein Licht an macht. Um so mehr Licht, um so besser kann gearbeitet werden. Hat man viele Reptoren (Schalter) kann man mit wenig Aufwand alle Lichter in der Küche anschalten, was sonst eigentlich länger dauert. Man kann die Schalter blockieren, so dass die Küche dunkel bleibt, mit der Gefahr, wenn der gleiche Schalter im Wohnzimmer verbaut wurde, das Wohnzimmer auch dunkel bleibt.
Die individuell auf bestimmte Schalter gerichteten Medikamente enden meist auf -ab (wie Trastuzumab) wobei AB für Antibody = Antikörper steht, der ähnliche einer programmierten Rakete genau diesen Schalter findet und kurzschliesst.
Macht aber nur sinn, wenn der Schalter auch an der Krebszelle ist (z.B. Bezeichnung Her2/Neu positiv) und dann auch gleich mehrfach (Her2/Neu +++ = 3fach positiv) so dass eine zielgerichtete Therapie = targeted Therapie Sinn macht. Medikament heisst dann Herceptin(R). lies dir mal die Geschichte dazu durch
http://de.wikipedia.org/wiki/Herceptin
Gift in Kanälen einschleusen
Da sich Krebszellen von Körperzellen meist nur durch 5-12 baulichen Änderungen unterscheiden kann man davon ausgehen, dass alles was in die Krebszelle gelangt auch in menschliche Zellen gelangt, was bei fast allen Therapien die "unerwünschten Wirkungen" erzeugt, was manche dann Nebenwirkungen nennen.
Da ist bisher noch recht wenig möglich.
"Gift hat, um den Krebs zu zerstören?"
Krebszellen zu serstören bedeutet leicht veränderte Körperzellen zu zerstören. Man kann das, Bestrahlung ist das beste Beispiel.
Man stelle sich vor, jedes Auto (jede Körperzelle) hat ein Reperaturset für mindestens einen schweren Schaden (platten auf der Autobahn), der Sie eigentlich aus der Bahn werfen würde. Krebszellen verzichten zugunsten von Geschwindigkeit (rennwagen baut alles aus einem Serienfahrzeug aus um Gewicht zu sparen, also auch Verbandskasten und Reserverad).
Eine Strahlentherapie streut Nägel aus in der Hoffnung, dass die Krebszellen alle mit platten liegenbleiben und sich die Körperzellen erholen.
Das gleiche gilt für viele andere Substanzen. Etwas genau zu finden, was nur die Krebszellen zerstört und alle gesunden ist schwer, insbesondere da jeder Patient mit Krebs mehrere verschiedene Typen an Zellen hat.
quasi bisher unmöglich/ zu teuer/ zu langwierig, da für jeden Zelltyp eine eigene Rakete programmiert werden müsste, die leider bei allen anderen Patienten nicht wirken würde. Das ginge pro Patient in die Millionen und dauert derzeit noch Jahre.