Älterwerden
Von: solluna, 20.1.2012 10:24 Uhr
Es wurde der Antrag auf einen Treppensteiger (baut man unter einen Rollstuhl, damit Treppen außerhalb der Wohnung überwunden werden können) gestellt. Die AOK hat abgelehnt und behauptet, dass der Sozialhilfeträger zuständig sei. Dieser hat abgelehnt, weil die AOK zuständig sei. Mein Telefonat bei einer anderen Krankenkasse hat ergeben, dass diese für Anträge von Treppensteigern zuständig ist.
Bei meinem Bekannten handelt es sich um einen Menschen, der sterbenskrank ist, zunehmend Muskeln nicht mehr funktionieren und die Zeit sowieso knapp ist, um überhaupt noch die Wohnung verlassen zu können, bevor er ganz bettlägrig wird.
Wir sind alle empört über dieses Verhalten der AOK, es ist unmenschlich. Vor allem, weil die Familie durch diesen Schock der Erkrankung extrem belastet ist. In dieser Situation muss sie um etwas kämpfen, was für andere keine Frage ist. Bitte gebt mir Tipps, wie wir damit umgehen können, um schnellstmöglichst weiterkommen.



  1. Antwort von christine battaglia (abgemeldet) 2
    Re: Hilfsmittelantrag Treppensteiger von AOK abgelehnt
    Sofort Widerspruch einlegen und beim zuständigen Sozialgericht Antrag auf einstweilige Anordnung stellen. AOK muss zahlen.
    Gruß
    Christine
    • Antwort von JTR 1
      • Antwort von Anonym (abgemeldet) 1
        Re: Hilfsmittelantrag Treppensteiger von AOK abgelehnt
        Hallo,

        aufgrund der eher schwierigen Prognose wäre vermutlich der Umzug in eine barrierenabgesenkte Wohnung für den Betroffenen besser.

        Wenn sich die Muskulatur aufgrund einer Erkrankung abbaut, wird der Betroffene bald einen E-Rollstuhl benötigen und damit werden aufgrund des höheren Gewichts die Treppen noch schwieriger zu überwinden sein.

        Für den Umzug könnte - sofern noch nicht verbraucht - der Geldbetrag zur "Wohnraumverbesserung" beantragt werden. Für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Umfeldes (und somit m. E. auch die Treppensituation außerhalb der Wohnung) gewähren Pflegekassen Zuschüsse bis zu 2.557,00 €.

        Ansonsten - rein rechtlich - bleibt nur das Widerspruchsverfahren, was dem Betroffenen aufgrund der langen Dauer des Verfahrens nicht helfen wird.

        Wenn ich die Schilderung richtig erfasst habe, ist davon auszugehen, dass dieses Hilfsmittel nur über einen relativ geringen Zeitraum von dem Betroffenen genutzt werden kann.
        Daher ist die Skepsis / Haltung der AOK durchaus auch nachvollziehbar.

        Ich kann die Wut und das Unverständnis wegen der Ablehnung durchaus verstehen - aber ich möchte auch anraten, zu reflektieren, ob eine alternative Lösung vielleicht sogar mehr Vorteile für den Betroffenen bringt.

        Viele weitere Informationen sind in unserem Netzwerk-Forum (forum.enbeka.de) zusammen getragen worden - vielleicht sind welche dabei, die Dir bzw. der betroffenen Familie weiter helfen.

        Viele Grüße
        Mary
        • Antwort von Jochenke 1
          Re: Hilfsmittelantrag Treppensteiger von AOK abgelehnt
          Hallo Solluna,

          dieses hin und her schieben von Zuständigkeiten ist leider nicht selten, besonderes wenn es um hohe Kosten für Hilfsmittel geht. Auf jedenfall sollten Sie sofort einen formlosen schriftlichen Einspruch gegen den negativen Bescheid der Krankenkasse und des Sozialhilfeträgers erheben.

          Wer letztlich in dem von Ihnen beschrieben Fall der zuständige Kostenträger ist kann ich nicht beurteilen.

          Mit freundlichen Grüßen

          Jochenke
          • Antwort von Asdi 1
            Re: Hilfsmittelantrag Treppensteiger von AOK abgelehnt
            Leider kann ich derzeitig keine Rückantwort geben.

            Sorry.
            • Antwort von Almy (abgemeldet) 1
              Re: Hilfsmittelantrag Treppensteiger von AOK abgelehnt
              Also die Treppensteighilfen werden von den Krankenkassen grundsätzlich nicht getragen. Tragen kann nur noch der Sozialhilfeträger, wenn eine Bedürftigkeit (finanzielle) vorliegt.

              In dem Sinne ist die Krankenkasse nicht unmenschlich, sondern muss sich einfach an Gesetze halten.

              Hier noch ein Urteil:
              http://www.rechtslupe.de/sozialrecht/die-elektrisch-...