Arbeitsrecht
Von: Schimanski, 15.9.2006 13:52 Uhr
Liebe www-Gemeinde,

ein Arbeitgeber zahlt laut Arbeitsvertrag im Krankheitsfall den Lohn 6 Wochen lang. Angenommen die Krankheit des Arbeitnehmers dauert jedoch 8 Wochen - übernimmt dann seine Krankenkasse die Lohnfortzahlung? Und wenn, wie lange hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Vielen Dank im voraus.
Renate



  1. Antwort von Eillicht zu Vensre (abgemeldet) 0
    Re: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
    Hallo. ein Arbeitgeber zahlt laut Arbeitsvertrag im Krankheitsfall
    den Lohn 6 Wochen lang.
    42 Tage - und zwar von Gesetzes wegen. Diesbezüglich kann im Arbeitsvertrag auch stehen, dass sieben mal drei Donnerstag ist. Angenommen die Krankheit des
    Arbeitnehmers dauert jedoch 8 Wochen - übernimmt dann seine
    Krankenkasse die Lohnfortzahlung?
    Nein. Was die Krankenkasse bezahlt, nennt sich Krankengeld und beträgt m.W. 60% vom Nettoentgelt - Verheiratete, Kinderhaber und andere Unglücksraben bekommen nich einen kleinen %satz obendrauf. Und wenn, wie lange hat der
    Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung?
    Lohnfortzahlung ist ein Anspruch gegen den Arbeitgeber, wie oben beschroben. Krankengeldanspruch hat man gegenüber der Krankenkasse, und zwar für - äh - *musikboxblätter* - ...

    <ZITAT>Das Krankengeld wird grundsätzlich bis zu einer Dauer von 26 Wochen gewährt. Diese Anspruchsdauer erhöht sich auf 52 Wochen, wenn der Versicherte innerhalb der letzten 12 Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles 6 Monate versichert war. Unter gewissen Voraussetzungen (anhängiges Pensionsverfahren oder es kann aufgrund einer vertrauensärztlichen Stellungnahme mit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden) gebührt das Krankengeld bis zu einer Dauer von 78 Wochen.</ZITÜT>

    Gruß Eillicht zu Vensre
    6 Kommentare
    • von Xolophos (abgemeldet) 1
      Re^2: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Hallo Eillicht, <ZITAT>Das Krankengeld wird grundsätzlich bis zu einer
      Dauer von 26 Wochen gewährt. Diese Anspruchsdauer erhöht sich
      auf 52 Wochen, wenn der Versicherte innerhalb der letzten 12
      Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles 6 Monate
      versichert war. Unter gewissen Voraussetzungen (anhängiges
      Pensionsverfahren oder es kann aufgrund einer
      vertrauensärztlichen Stellungnahme mit der Wiedererlangung der
      Arbeitsfähigkeit gerechnet werden) gebührt das Krankengeld bis
      zu einer Dauer von 78 Wochen.</ZITÜT>
      Wo haste denn das ausgetütet? http://bundesrecht.juris.de/sgb_5/__44.html

      "anhängiges Pensionsverfahren" klingt eher nach was beamtenmäßigem, träfe also auf Arbeitnehmer nicht zu.

      MfG
    • von Eillicht zu Vensre (abgemeldet) 0
      Re^3: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Holla. <BULLSHIT><ZITAT>Das Krankengeld wird grundsätzlich bis zu einer
      Dauer von 26 Wochen gewährt. Diese Anspruchsdauer erhöht sich
      auf 52 Wochen, wenn der Versicherte innerhalb der letzten 12
      Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles 6 Monate
      versichert war. Unter gewissen Voraussetzungen (anhängiges
      Pensionsverfahren oder es kann aufgrund einer
      vertrauensärztlichen Stellungnahme mit der Wiedererlangung der
      Arbeitsfähigkeit gerechnet werden) gebührt das Krankengeld bis
      zu einer Dauer von 78 Wochen.</ZITÜT>
      </BULLSHIT>
      Wo haste denn das ausgetütet?
      Gugel hat mich auf eine österreichische Seite verfronzen ... Sorry.

      <ZITAT>Wenn wegen einer Krankheit erstmals Arbeitsunfähigkeit eintritt, wird für diese Krankheit - gerechnet vom Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an - eine sogenannte Blockfrist gebildet, die drei Jahre umfasst. Innerhalb dieser Blockfrist haben Sie wegen dieser Krankheit für maximal 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld.</ZITÜT>

      Das ist von der TK ...

      Gruß Eillicht zu Vensre
    • Re^2: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Hallo Eillicht,

      vielen Dank. ein Arbeitgeber zahlt laut Arbeitsvertrag im Krankheitsfall
      den Lohn 6 Wochen lang.
      42 Tage - und zwar von Gesetzes wegen. Diesbezüglich kann im
      Arbeitsvertrag auch stehen, dass sieben mal drei Donnerstag
      ist. Angenommen die Krankheit des
      Arbeitnehmers dauert jedoch 8 Wochen - übernimmt dann seine
      Krankenkasse die Lohnfortzahlung?
      Nein. Was die Krankenkasse bezahlt, nennt sich
      Krankengeld und beträgt m.W. 60% vom Nettoentgelt -
      Verheiratete, Kinderhaber und andere Unglücksraben bekommen
      nich einen kleinen %satz obendrauf.
      Wenn wir uns nun mal den worst case vorstellen und dem Arbeitnehmer würde die Kündigung zum 30.09.2006 ausgesprochen, wobei seine halbjährige Probezeit 15.09.2009 endet und seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.09.2006 reicht. Also 6 Wochen. Der AN müsste auch in diesem Fall sein Krankengeld bei der Krankenkasse beantragen? Unter der Voraussetzung natürlich, dass er noch nicht gesund ist und womöglich noch länger krank geschrieben wird.

      Gruß, Renate
    • von Xolophos (abgemeldet) 0
      Re^3: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Hallo Renate, Wenn wir uns nun mal den worst case vorstellen und dem
      Arbeitnehmer würde die Kündigung zum 30.09.2006 ausgesprochen,
      wobei seine halbjährige Probezeit 15.09.2009 endet und seine
      Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.09.2006 reicht.
      Also 6 Wochen. Der AN müsste auch in diesem Fall sein
      Krankengeld bei der Krankenkasse beantragen?
      Das ist etwas unklar. Heißt das, dass die 6 Wochen Entgeltfortzahlung - zufällig - am 30.09. beendet sind oder wie ist hier die Sachlage?

      Also das Krankengeld gibt es entweder ab dem 43. Tag (also nach Ende der gesetzlichen Entgeltfortzahlung) oder - auch wenn die Entgeltfortzahlung noch keine 6 Wochen geht - ab dem Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Falls nachweislich wegen der Arbeitsunfähigkeit gekündigt wurde ists noch etwas anders ...

      MfG
    • Re^4: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Hallo Xolophos, Wenn wir uns nun mal den worst case vorstellen und dem
      Arbeitnehmer würde die Kündigung zum 30.09.2006 ausgesprochen,
      wobei seine halbjährige Probezeit 15.09.2009 endet und seine
      Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis zum 30.09.2006 reicht.
      Also 6 Wochen. Der AN müsste auch in diesem Fall sein
      Krankengeld bei der Krankenkasse beantragen?
      Das ist etwas unklar. Heißt das, dass die 6 Wochen
      Entgeltfortzahlung - zufällig - am 30.09. beendet sind oder
      wie ist hier die Sachlage?
      Ja, so ist es - in diesem Fallbeispiel. Also das Krankengeld gibt es entweder ab dem 43. Tag (also
      nach Ende der gesetzlichen Entgeltfortzahlung) oder - auch
      wenn die Entgeltfortzahlung noch keine 6 Wochen geht - ab dem
      Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Falls
      nachweislich wegen der Arbeitsunfähigkeit gekündigt wurde ists
      noch etwas anders ...
      Gehen wir in unserem Fallbeispiel mal davon aus, dass der Grund der Kündigung die Krankheit war - dies aber im Kündigungsschreiben natürlich nicht erwähnt wurde. Es wurde ohne Angabe von Gründen einen Tag vor Ablauf der Probezeit gekündigt, die exakt heute geendet hätte.

      Gruß, Renate
    • von Xolophos (abgemeldet) 0
      Re^5: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
      Gehen wir in unserem Fallbeispiel mal davon aus, dass der
      Grund der Kündigung die Krankheit war - dies aber im
      Kündigungsschreiben natürlich nicht erwähnt wurde. Es wurde
      ohne Angabe von Gründen einen Tag vor Ablauf der Probezeit
      gekündigt, die exakt heute geendet hätte.
      Wenn die Entgeltfortzahlung über den Beendigungstermin hinaus gegangen wäre, dann hätte der AG weiter Entgelfortzahlung leisten müssen, wenn er wegen der AU gekündigt hätte (der Nachweis wäre dann nochmal ein zusätzliches Problem gewesen) http://bundesrecht.juris.de/entgfg/__8.html
      Da das Arbeitsverhältnis aber sowieso mit Beendigung der Entgeltfortzahlung beendet ist, spielt das in diesem Fall keine Rolle.

      MfG
  2. Antwort von Guenter Czauderna 0
    Re: Lohnfortzahlung nach 6 Wochen
    Hallo,
    grundsätzlich besteht der Anspruch auf Lohnfortzahlung für 42 Tage.
    Bestand vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit innerhalb der letzten
    sechs Monate bereits eine Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen
    Erkrankung, dann muss der Arbeitgeber ggf. nur noch die Differenz
    zu den fehlenden 42 Tage zahlen. Anschliessend übernimmt die
    Krankenkasse die Krankengeldzahlung.
    Endet ein Arbeitsverhältnis während dieser 42 Tage, so ist der
    Arbeitgeber natürlich nicht verpflichtet die vollen 42 Tage
    zu zahlen - es sei denn die Kündigung wäre rechtlich nicht haltbar.
    Hier tritt dann eben die Krankenkasse früher mit der Krankengeldzahlung ein.
    Die Höhe des Krankengeldes errechnet sich in der Regel aus dem
    Monatsverdienst, der vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielt
    wurde, dabei werden Sonderzahlungen, wie Weihnachts- und Urlaubssgeld
    mit einem Zwölftes ihres Zahlebetrages berücksichtigt.
    Das Krankengeld beträgt 90% vom letzten Netto - kann aber
    durch diese Berücksichtigung bis zu 100% betragen. Von diesem Zahlbetrag gehen die Arbeitnehmerbeiträge zur Renten-, Arbeitlosen-
    und Pflegeversicherung ab, die anderen 50 % übernimmt die Krankenkasse.
    In der Krankenversicherung selbst ist man während des Bezuges von
    Krankengeld beitragsfrei (Arbeitnehmer!!!).
    Gruss
    Czauderna [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]