Bildung & Ausbildung
Von: Сһrіѕtіnа (abgemeldet), 15.5.2008 12:06 Uhr
Hallo,

ich hoffe ich bin im richtigen Forum. Bin leider noch nicht so lange hier dabei.

Ich mache derweil meine Ausbildung zur Tierarzthelferin in einer sehr guten Klinik.
Ich habe mich ab meinem 14. Lebensjahr für Medizin interessiert und wollte in dieser Richtung auch etwas berufliches machen.
Als ich 16 war standen mir Karnkenschwester oder Tierarzthelferin zur Wahl. Zur kurzen Erklärung, in unserem KreisKrankenhaus werden viele Stationen zusammengelegt, d.h. ich hätte keine Chance gehabt übernommen zu werden.
Letztendlich habe ich mich für Tierarzthelferin entschieden, was im nachhinein nicht sehr sinnvoll war.
Der Beruf an sich macht mir sehr viel Spaß, der Umgang mit Menschen mit Tieren, die Operationen =) usw..
Nachteil ist nun mal der 8 Std Tag (immer Überstd., am Tag mind. 1 1/2), dass wir derweil 4 Azubis sind und uns wie jetzt Pfingsten, 2 Wochen Urlaub teilen müssen und ich meine Überstd nicht rausbekomme. Außerdem muss ich nach Stuttgart in die Berufsschule, was nicht direkt bei uns um die Ecke liegt (d.h. um 4 Uhr morgens aufstehen und abends um 21 heimkommen). Vom Verdienst reden wir erst gar nicht, ich sag nur "Mindestlohn".
Klar man könnte sich jetzt denken >Lehrjahre sind keine Herrenjahre<, aber nach geschlagenen 9 Monaten bin ich am Ende, ich bin übermüdet, hab keine Freunde mehr, kein Leben mehr.
Zur kleinen Info, ich bin 17 Jahre und bin mit 20 mit meiner Ausbildung fertig. Den Beruf werde ich 100% nicht nach meiner Ausbildung weiter machen, studieren möchte ich nicht, jedoch wenn möglich meinen Abiturabschluss haben.
Danach muss ich wohl oder über nene Beruf wählen, wie Bürokauffrau, was mir keinen Spaß macht, jedoch, womit ich (viel) mehr Geld verdienen kann.
Vll könntet ihr mir ein paar Ratschläge geben, was für Möglichkeiten mir mit Tierarzthelferin noch offen stehn , womit ich "normales" Geldeinkommen haben werde. Oder ob ich noch mals eine Lehre machen sollte mit 20. Ich denk mir nun mal ich bin dann mit 23 fertig mit meiner Lehre, wobei ich eig mit 20 fertig sein könnte.
Ich ärgere mich heute absolut über meine Dummheit, dass ich nicht Krankenschwester gelehrnt habe.

Gruß Christina



  1. Antwort von Frаnk Fіѕсһеr 1
    Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
    Hallo,
    ich hoffe ich bin im richtigen Forum. Bin leider noch nicht so
    lange hier dabei.
    denke schon Nachteil ist nun mal der 8 Std Tag (immer Überstd., am Tag
    mind. 1 1/2),
    stimmt, es ist immer ein Nachteil, für Geld arbeiten zu müssen
    Auch nach Deiner Ausbildung werden Überstunden anfallen. dass wir derweil 4 Azubis sind und uns wie jetzt
    Pfingsten, 2 Wochen Urlaub teilen müssen und ich meine Überstd
    nicht rausbekomme.
    ich bekomme meine Überstunden auch nicht "raus". Außerdem muss ich nach Stuttgart in die
    Berufsschule, was nicht direkt bei uns um die Ecke liegt (d.h.
    um 4 Uhr morgens aufstehen und abends um 21 heimkommen).
    Shit happens, dass hätte man vor der Lehre abklären können. Vom Verdienst reden wir erst gar nicht, ich sag nur "Mindestlohn".
    Klar man könnte sich jetzt denken >Lehrjahre sind keine
    Herrenjahre<, aber nach geschlagenen 9 Monaten bin ich am
    Ende, ich bin übermüdet, hab keine Freunde mehr, kein Leben
    mehr.
    Leute ohne Lehrstelle haben viel mehr Freunde, die Treffen sich immer vor dem Supermarkt und trinken gemeinsam Bier.
    Echt super, die beneide ich echt. Zur kleinen Info, ich bin 17 Jahre und bin mit 20 mit meiner
    Ausbildung fertig. Den Beruf werde ich 100% nicht nach meiner
    Ausbildung weiter machen, studieren möchte ich nicht, jedoch
    wenn möglich meinen Abiturabschluss haben.
    Danach muss ich wohl oder über nene Beruf wählen, wie
    Bürokauffrau, was mir keinen Spaß macht, jedoch, womit ich
    (viel) mehr Geld verdienen kann.
    Warum brichts Du nicht ab und lernst gleich Bürokauffrau?
    Alles andere wäre versessene Zeit. Ich ärgere mich heute absolut über meine Dummheit, dass ich
    nicht Krankenschwester gelehrnt habe.
    Krankenschwestern arbeiten meist im Schichtbetrieb, das ist ein Knochenjob, der auch nicht super bezahlt wird.
    meinst Du wirklich, dass dieser Beruf zu Dir passt, wenn Du schon in der Lehre zuviel Stress hast?

    Gruß Frank
    • Antwort von Μаrаlеnа 0
      Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
      Hallo Christina,

      in Deiner Vika steht, Du wärst Tierarzthelferin mit Leib und Seele. Dann würde ich an Deiner Stelle zusehen, nach der Ausbildung entsprechende Zusatzqualifikationen zu erwerben für die Bereiche Tierphysiotherapie, -psychologie und was es da noch so alles gibt. Wenn Du zielstrebig und ein wenig geschäftstüchtig bist, kannst Dich damit selbständig machen. Ich denke, damit lässt sich dann auch gutes Geld verdienen.

      Hier ein Link zum Thema:
      http://www.praxisfit.de/beruf-t.php

      Viele Grüße
      Maralena
      • Antwort von Ѕuѕаnnе Μеһѕ (abgemeldet) 0
        Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
        Hallo Tierarzthelferin in einer Klinik ist sicher auch etwas anderes als Tierarzthelferin in einer Praxis. Vielleicht schaust du dich auch nur nach einem neuen Lehrbetrieb um. Du kannst meines Wissens nach auch während der Ausbildung wechseln.
        Danach kannst du dann alles mögliche machen, was mit Tieren und/oder Medizin zusammenhängt.. zB. auch den Tierheilpraktiker in eigener Praxis. Oder du setzt ne Physiotherapeutenausbildung hinten an oder du machst doch noch dein Abi und studierst.
        Das große Geld ist in Sozialen Berufen nie zu verdienen, Krankenschwester wär noch härter (da gibts auch so schöne Sachen wie 36 Stunden Bereitsschaftsdienst, sprich springen wenn man dich zuhause anruft, obwohl du vorher normale 8 Stunden Schicht hattest, falls mal ne Kollegin krank wird oä.)

        8 Stunden arbeit am Tag ist eigentlich normal und dass du danach erschöpft bist auch. Mit der zeit wirst du dich daran gewöhnen und deine Zeit besser einteilen können, dann hast du auch wieder Gelegenheit neue Freundschaften zu schließen. Etwas vereinfachen lässt sich das wenn du in einem Betrieb mit festen Öffnungszeiten arbeitest, wo es zwar auch ausserhalb der Zeiten noch was zu tun gibt (aufräumen putzen und OPs oä.) aber nicht in dem Maße wie in einer Klinik, wo ständig ein neuer Patient hineingebracht wird.

        Gruß Susanne
        • Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 0
          Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
          Hallo!

          Zunächst...auch in anderen Berufen ist ein 8 Stunden-Tag ganz normal, wie soll man sonst auf eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche kommen?
          Urlaub ist auch bei vielen anderen Berufen so eine Sache, man muss sich fast überall mit anderen absprechen und einig werden.
          Das sind Dinge, die zum Berufsleben dazu gehören, egal, was man lernt oder macht.
          Erster Rat von mir wäre, dass Du zusiehst, Mitglied in der Berufsgenossenschaft zu werden (www.vmf-online.de), dort kannst Du Dich über die Möglichkeiten informieren, die es für Tierarzthelferinnen gibt. Ausserdem kannst Du Dir Infos holen, wenn Du z.B. den Ausbildungsplatz wechseln möchtest oder rechtliche fragen hast.
          Wenn Dein Arbeitgeber Mitglied im BpT ist, ist dann auch der Tarifvertrag bindend. In dem kannst Du nachlesen, wie Überstunden vergütet werden und was Du an täglicher Arbeitszeit leisten musst etc.

          Generell kannst Du z.B. ein Studium zur Kauffrau im Gesundheitswesen anschliessen. ABER...das ist wieder eine sehr theoretische Sache, kein Beruf, in dem Du mit Menschen oder Tieren arbeitest.
          Grundsätzlich, je mehr nahen Kontakt zu Menschen oder Tieren, desto schlechter die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung :-s
          Alles, was mehr Richtung Büro geht, wäre dann eher Deine Richtung, was das "drumherum" angeht.


          Ich ärgere mich heute absolut über meine Dummheit, dass ich
          nicht Krankenschwester gelehrnt habe.
          Dazu wurde Dir ja schon geschrieben, dass die Arbeitsbedingungen auch nicht besser sind. Es ist leider einfach so, solche Berufe bedeuten viel Arbeit und viel Herzblut. Man muss dafür gemacht sein, sonst hält man es nicht durch oder kann die Qualität, die sie erfordern, nicht aufrecht erhalten. Irgendwie kann man sich sicher durchkämpfen, aber das sollte ja nicht das Ziel sein. Seine Sache GUT machen, das ist es.

          Ansonsten gibt es für Tierarzthelferinnen wie schon andere geschrieben haben auch die Möglichkeit, Tierphysiotherapeutin oder Tierheilpraktikerin zu werden. ABER, das kostet erstmal eine Stange Geld, und Du bist danach auf Dich selbst angewiesen. Da sind 8 Stunden-Tage vermutlich Deine geringste Sorge.
          Die Bezahlung kannst Du nicht einschätzen, und beeinflussen auch nur sehr eingeschränkt.
          Du bist zwar Dein eigener Chef, aber auch direkt von Deinen Kunden abhängig. D.h. Du hast dann keinen mehr über Dir, den Du im Zweifelsfall fragen kannst oder der die Verantwortung übernimmt bzw. das Risiko trägt (auch finanziell gesehen).
          Urlaub, Freizeit und Freunde werden unter sowas zumindest die ersten Jahre mit Sicherheit mindestens genauso leiden wie unter Deiner Ausbildung. Nur mit dem Unterschied, dass Du selbst diejenige sein musst, die Dir das vorschreibt. Sprich, Du kannst es auch anders haben, aber ob Dir das gut tut, steht auf einem anderen Blatt.

          Mein Rat wäre, dass Du Dir eine Liste machst, mit den Dingen, die ein Beruf, der Dir gefallen könnte, beinhalten MUSS, DARF und auf keinen Fall darf.
          Dann schreibe Dir auf, was Dir an Deinem Beruf gefällt, was Dir nicht gefällt.
          Vielleicht auch eine Liste darüber, welche Fähigkeiten Du selbst hast und was Du so gar nicht kannst oder willst.
          Einfach, um Dir selbst ein Bild machen zu können, wohin Dein Weg überhaupt gehen kann.

          Noch ein Rat am Rande...eine Ausbildung hat fast immer Phasen in sich, wo man an Grenzen stösst. Dafür macht man sie auch! Egal welcher Beruf, jeder hat Bestandteile, die man nicht gerne macht, die einen sehr fordern, die einem keinen Spass machen.
          Vielleicht schaffst Du es ja, Dich zu überwinden und diese Dinge als Herausforderung anzunehmen. Jede Hürde, die Du nimmst, bringt Dich weiter!

          Übrigens, der Arbeitsalltag in normalen Tierarztpraxen ist auch nicht sooo viel anders. Auch da gibts Überstunden (allein schon, weil keine Schicht nach einem was übernehmen könnte, sprich, alles was an dem Tag ansteht, muss diejenige die als letzte da ist noch fertig machen, egal wie lang es dauert), die Schwierigkeiten, die Urlaubswünsche von mehreren unter einen Hut zu bekommen, gibt es auch da genauso. Und auch da hat der Tag mindestens 8 Stunden ;-)
          Wenn einem der Beruf an sich keinen Spass macht, wird er das auch an einem anderen Arbeitsplatz nicht. Und es dürfte sehr schwierig sein, in der Branchen wegen "mag ich nicht" die Praxis/Klinik zu wechseln, denn wer Azubis will, kriegt auch welche ohne dass er sich dafür gross bemühen müsste. Es sind also keine freien Plätze da, zumindest nicht dort, wo qualitativ gut ausgebildet wird. Ausnahmen mal abgesehen, wenn irgendwo jemand abspringt oder ähnliches.

          Liebe Grüsse
          Bine
          • Antwort von kоnzері 0
            • Antwort von Сһrіѕtіnа (abgemeldet) 0
              Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
              Hallo,

              wollt mich nochmals für die vielen Ratschläge bedanken, mal sehn was sich darauß ergibt...

              Grüßchen Christina
              • Antwort von Μоnrое 0
                Re: Ausbildung asl Tierarzthelferin und dann?
                Es gibt Berufe, die kann man fast nur mit Freude ausüben, wenn es auch eine "Berufung" ist. Sie bringen mehr Aufwand und oft weniger Geld mit sich als andere. Dazu gehört fast alles, was mit Mensch oder Tier zu tun hat. Nur frage ich mich immer, warum man sich nicht vorher informiert??? Ups... Die Tiere werden auch nach Feierabend krank?

                Wenn Du den Beruf nicht willst, würde ich an Deiner Stelle auch nicht weiter lernen. Du solltest aber wissen, dass man auch in anderen Berufen meist nicht viel verdient, wenn man nicht viel leistet. Du musst in den allermeisten Betrieben auch z.B. als Bürokauffrau hohen Einsatz (und ggf. auch Überstunden) zeigen um voran zu kommen. Ich kenne kaufm. Angestellte mit guter Ausbildung, die nach vier Jahren noch keine 1300 EUR verdient haben.

                VG
                Monroe