Wie alles anfing

Zehn Jahre wer-weiss-was. Das ist schon für uns eine lange Zeit, für das Web fast eine Ewigkeit.

Unsere erste Begegnung mit dem World-Wide-Web war Ende 1993, als wir gerade mit dem Studium begonnen hatten. Zu Beginn war das Ganze noch ziemlich unspektakulär: Im Mosaic-Browser konnte man hauptsächlich graue Text-Seiten mit dem Charme einer alten Zeitung abrufen. Manchmal war irgendwo eine Grafik abgebildet (meistens ein Uni-Logo), die aber gleich dafür sorgte, dass die Seite dreimal so lange zum Laden brauchte. Kurz - wir waren nicht so begeistert.

Das änderte sich in den folgenden zwei Jahren. Erste Zeitschriften und Fernsehsender entdeckten das Web und zeigten mal etwas anderes als pure wissenschaftliche Inhalte. Eine unserer Lieblings-Sites wurde die der Harald-Schmidt-Show, und der Netscape Navigator brachte jede Menge Verbesserungen und Erweiterungen.

Ende 1995 beschlossen wir, mehr über das WWW und seine Technik zu erfahren, und nahmen zusammen an einem Workshop der Uni teil. Zum ersten Mal erstellten wir selber ein paar Seiten, und da wir auch etwas Platz auf einem Uni-Server bekamen, entstanden mehr oder weniger ansehnliche Homepages und daraus dann die Idee für wer-weiss-was!

Wir hatten nun also unsere Homepages und dazu Informationen zu uns und was wir so machen, und wir teilten unser Wissen gerne, wenn jemand mal per E-Mail eine Frage hatte. Aber wie fand überhaupt jemand einen Ansprechpartner zu einem bestimmten Problem? Suchmaschinen gab es bereits, aber die durchsuchten immer ganze Texte, und nicht nur die Wissensgebiete von Anderen (und außerdem musste man eine Homepage haben, um gefunden zu werden). So entstand Anfang 1996 wer-weiss-was und ging am 11. April als einer unter vielen anderen Webdiensten auf einem Uni-Server online. Und da Domänen damals noch richtig teuer waren, lautete unsere erste Adresse dbis9.informatik.uni-hamburg.de/WerWeissWas (DBIS stand für "Datenbanken und Informationssysteme", einem Arbeitsbereich der Hamburger Informatik).

Es ist uns ein völliges Rätsel, wie die ersten Mitglieder zu uns kamen. Natürlich machten wir im Freundeskreis etwas Werbung. Aber ein Dienst, der darauf abzielt, nach Interessengebieten von anderen Leuten zu suchen, um diesen per E-Mail eine Frage zu stellen, funktioniert nur dann richtig, wenn er auch viele Mitglieder hat. Unser Vorteil war wohl einfach, dass das Web noch nicht aus allen Nähten platzte. wer-weiss-was tauchte in einigen Linksammlungen auf, und dank Mund-zu-Mund-Propaganda kamen langsam immer mehr Leute zu uns. Ein Tag, an dem wir mal mehr als zehn neue Mitglieder begrüßen konnten, war ein Grund zum Feiern.

Äußerlich war wer-weiss-was den bescheidenen technischen Möglichkeiten und unseren noch bescheideneren grafischen Fähigkeiten angemessen. Die vorwiegende Farbe war Gelb - in Anlehnung an die Gelben Seiten, mit denen unser Dienst ja auch ein wenig gemeinsam hatte. Neben der Suche und dem Austausch von E-Mail-Adressen (was damals noch sorgenfrei geschah) gab es ein Gästebuch - aus heutiger Sicht "Blog Version 1.0". ;-)

Leider - oder glücklicherweise - gibt es von dem allerersten "Design" von wer-weiss-was keine Screenshots. Wir konnten uns auch nicht wirklich denken, dass das jemanden später mal interessieren könnte ... Man muss sich aber einfach einen verwaschenen Scan ähnlich der Gelben Seiten als Hintergrundgrafik vorstellen und in orange farbener Schrift "Wer Weiß Was" oben drüber. Der Rest ist reiner Text.

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