Dialekte
Von: Αnоnүm (abgemeldet), 1.10.2002 16:12 Uhr
Hallo Leute!

Neulich fragte mich mein Arbeitskollege, woher eigentlich der die Redewendung "Hiobsbotschaft" eigentlich herkommt.
Ich schätze mal, das es mal einen Mann namens Hiob gegeben hat, der wohl schlechte Nachrichten überbracht hat. Oder so ähnlich.
Vielleicht könnt ihr ja weiterhelfen.

Laßt mich mein Kollege aufklären und mich natürlich auch.

Gruß Wölkchen



  1. Antwort von Frіtz Ruррrісһt 3
    Re: Hiobsbotschaft
    Sag, Wölkchen,

    wie hast du es fertig gebracht, so alt zu werden und - trotz deiner Leselust, von der du in der ViKa sprichst - dennoch nie dem guten alten Hiob zu begegenen?

    Das ist eine ernsthafte und besorgte Frage, und wenn du sie für überheblich hältst, werde ich damit leben müssen.

    Dass man heute nicht mehr die Namen der zwölf Söhne Jakobs, respektive die zwölf Stämme Israels, was dasselbe meint, am Schnürl aufsagen kann, kann ich akzeptieren.

    Aber Hiob? Ich hätte nicht erwartet, dass der inzwischen auch schon außerhalb der "Allgemeinbildung" liegt.

    Bei meinen jungen Aussiedlern aus der EX-Sowjetunion könnte ich das verstehen, aber in Deutschland? - bei unserem - PISA zum Trotz - Ausbildungs- und Bildungswesen?

    Ich war echt sprachlos, als ich die Frage las.

    Beste Grüße und: Verzeih, wenn ich dir zu nahe trat!

    Fritz
    4 Kommentare
    • von Оkіnарtz Uglwf (abgemeldet) 0
      Re^2: Hiobsbotschaft
      Hallo, Fritz. Aber Hiob? Ich hätte nicht erwartet, dass der inzwischen auch
      schon außerhalb der "Allgemeinbildung" liegt.
      Der (kirchen)christlichen Allgemeinbildung, denke ich. Møglicherweise gehørt Wølkchen einer Religionsgemeinschaft an, die sich nicht mit dem AT beschäftigt.

      Gruß kw
    • Re^3: Hiobsbotschaft
      Hallo, kw Der (kirchen)christlichen Allgemeinbildung, denke ich.
      Møglicherweise gehørt Wølkchen einer Religionsgemeinschaft an,
      die sich nicht mit dem AT beschäftigt.
      Neenee,

      Hiob ist eine so bekannte und im "abendländischen Kulturkreis" fest beheimatete Figur, dass nicht nur Leute, die die Bibel aus religiösen Gründen lesen, ihn kennen müssten.

      Wenn dies nicht mehr der Fall ist, dann ist auch das Abendland nicht mehr der Fall.

      Meine ich!
      Fritz
    • Dem muß sogar ein Atheist wie ich zustimmen (o.W.)
      s.o.
    • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
      Tut mir leid, Wissenslücke!
      Hallo Leute!

      Erst mal danke ich euch für eure Zuschriften!
      Es tut mir leid, diese Wissenslücke zu haben, doch wüßte ich nicht, wo ich das gelernt haben soll. Ich hatte es weder in der Schule, sprich ich hatte kein Relegionsunterricht oder Ethik, noch gehöre ich einer Religion an. Ich habe mich auch nicht mit der Bibel beschäftigt, wüßte auch nicht wieso.

      Und wen ich alles wüßte, bräuchte ich doch diese Seite und euch nicht. Und darauf will ich nicht doch gar nicht verzichten!

      Also bis zum nächsten mal
      Gruß Wölkchen
  2. Antwort von Τеѕѕа 0
    Das Leiden des Gerechten
    Hallo Wölkchen,

    zunächst einmal: Hiob hat weder mit Dialekten noch mit Mundarten zu tun... ;-) Ich schätze mal, das es mal einen Mann namens Hiob gegeben
    hat, der wohl schlechte Nachrichten überbracht hat. Oder so
    ähnlich.
    Der Gutste war in der Tat ein Mann, allerdings mußt Du in puncto 'Redewendung' ein bissl im Alten Testament (das Buch Hiob) blättern oder aber hier schauen:

    http://www.fbgg.de/perspektiven/1996-1998/pe-leid1.htm

    Beste Grüße

    Tessa
    • Antwort von Μаx. Еүtһ (abgemeldet) 0
      Re: Hiobsbotschaft
      Hallo !

      Hiob war nicht der Überbringer der Botschaften, sondern der Empfänger.

      Hiob (Ijob, Job), zentrale Gestalt des nach ihr benannten alttestamentl. Buches, das zur Weltliteratur zählt; Hauptthema ist die Erprobung der Frömmigkeit Hiobs und dessen Heimsuchung mit den Hiobsbotschaften (Unglücksbotschaften).

      Gruß Max
      • Antwort von Μаx. Еүtһ (abgemeldet) 1
        Re: Hiobsbotschaft
        Hallo !

        Hier noch eine Kleinigkeit.

        Aus Brockhaus von 1838

        "Hiob" der Name eines biblischen Buchs, den es von der gleichgenannten Hauptperson desselben führt. Obwohl gewöhnlich für ein Lehrgedicht gehalten, gehört es doch keiner Gattung der Poesie ausschließend an. Außer dem Reichtum weiser Lehren ist ihm auch die Erhabenheit der Ode und die lebendige Handlung des Trauerspiels eigen.
        Dem Inhalte nach ist das Gedicht eine Theodicee oder eine Rechtfertigung der göttlichen Vorsehung. Dem Menschen als einem ohnmächtigen Wesen steht nur die Unterwerfung unter Gottes erhabenen Rat zu, so sehr sich auch bei dem Bewußtsein der Unschuld die Natur des leidenden dagegen sträuben mag.
        Das Beispiel Hiobs, der bei seiner Rechtschaffenheit und Frömmigkeit dennoch die ganze Bitterkeit des Mißgeschicks erfuhr und seine Gespräche mit seinen Freunden Eliphas, Bildad, Zophar und Elibu dienen dazu, diese Wahrheit in das hellste Licht zu setzen. Letztere läßt der Dichter die unbescheidenen Gedanken der Menschen bei Beurteilung des Unglücks, das den Menschen trifft, aussprechen. Die endliche Entscheidung des Gesprächs ist Gott zuerteilt, der auf eine erhabene Weise aus einer Gewitterwolke den Streitenden die gesuchte Wahrheit verkündet. Der durch das Ganze herrschende Ton ist erhaben. Eine begeisterte, kühne, prächtige und kraftvolle Sprache herrscht in diesem Gedicht, welches geläuterte Vorstellungen über Religion und Sittlichkeit enthält, indem z.B. die sittlichen Grundsätze Gottesvertrauen und allgemeine Menschenlieb atmen.
        Ist der Verfasser dieses Gedichts seinem Namen nach auch unbekannt, so ist es doch nicht der fromme Sinn und der hohe Geist, der aus seinen Worten spricht.

        Aus Brockhaus von 1906

        Name eines Buches und dessen Helden im Alten Testament. Das Buch ist ein Lehrgedicht in dialogischer, poetisch schöner Form zur Bekämpfung der altjüdischen Vergeltungslehre, die alles Leiden als Strafe eines entsprechenden Vergehens betrachtet. Die Reden des Elihu sind im Sinne jener bestrittenen Lehre später eingeschoben. Das Buch ist nach lehrgehalt und Sprache sehr spät entstanden.

        Gruß max