Existenzgründung
Von: Anonym (abgemeldet), 19.7.2000 10:36 Uhr
Hallo alle ...

nachdem wir nun schon länger intensiv geplant haben, eine Kneipe zu eröffnen, haben wir nun die chance, ein objekt zu übernehmen, dass ziemlich gut läuft. um das alles nochmal genau durchplanen zu können, bräuchten wir noch zwei zahlen (darüberhinaus natürlich auch jeden anderen nützlichen hinweis oder tip!):

1. wenn man mal die einkaufspreise für kaffee, cola, bier oder sonstige getränke bzw. baguettes o.ä. sich anschaut und mit den verkaufspreisen vergleicht, offenbart sich eine ziemliche gewinnspanne. ist das wirklich so? gibt es eine %-zahl, die man als hausnummer nennen kann ?

2. was muss man als besitzer einer kneipe für besondere steuern oder versicherungen bezahlen ?

Danke

Michael



  1. Antwort von Anonym (abgemeldet) 0
    Re: Kneipe eröffnen ...
    Hallo Michael, 1. wenn man mal die einkaufspreise für kaffee, cola, bier oder
    sonstige getränke bzw. baguettes o.ä. sich anschaut und mit
    den verkaufspreisen vergleicht, offenbart sich eine ziemliche
    gewinnspanne. ist das wirklich so? gibt es eine %-zahl, die
    man als hausnummer nennen kann ?
    Vorsicht: Du meinst hier den Deckungsbeitrag, der sich aus Umsatz - Umsatzsteuer - Materialeinsatz ergibt !!!

    Davon abziehen mußt Du noch: Mieten, Versicherungen, Personalkosten zzgl. Personalnebenkosten+Kosten fürs Einarbeiten+Urlaubsvertretung, Telefon+Fax, Steuerberater+Buchhaltung, sonstige Kosten, KFZ-Kosten, Risikozuschlag für nichtzahlende Kunden + Zerstörungswut, IHK-Beitrag usw.

    Das können zusammengenommen schon mal kurzerhand 200 - 300.000 DM p.a. sein (nur so mal aus dem hohlen Bauch heraus) 2. was muss man als besitzer einer kneipe für besondere
    steuern oder versicherungen bezahlen ?
    Zu den o.a. Kosten kommen dann noch die persönlichen Kosten: Krankenversicherung (inkl. Arbeitgeberanteil), Steuern usw. Da Du auch noch Leben mußt, würde ich die persönlichen Kosten schon mal bei ca. 70.000 - 80.000 DM Brutto annehmen.

    Diese Kosten (sagen wir mal 400.000 DM p.a.) mußt Du dann mit dem oben erwähnten Deckungsbeitrag mindestens (!) aufbringen.

    Da sieht der "Gewinn" schon ganz anders aus....

    Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall ein Existenzgründerseminar (z.B. bei der IHK) machen, am Besten noch einen Buchhaltungs-/Kostenrechnungskurs, anschließend ein intensives Gespräch mit dem Steuerberater führen und dann die ganze Sache nochmal durchrechnen. Klingt jetzt vielleicht etwas provokativ, aber ich war mal mit einem Freund zusammen selbstständig, der von Kostenrechnung nicht viel gehalten hat und immer mehr Geld ausgegeben hat als eingenommen wurde.

    Grüsse

    Sven