Was tun bei einer Filesharing Abmahnung?

Nach Erhalt einer Filesharing-Abmahnung sollte man im Regelfall eine sogenannte modifizierte Unterlassungserklärung abgeben, um den Streitwert und damit das Kostenrisiko der Angelegenheit zu minimieren.

filesharing

Was zu vermeiden ist:

Die schlechteste Lösung ist es, die Filesharing Abmahnung zu ignorieren und den Kopf in den Sand zu stecken. Die Abmahnkanzlei auf der Gegenseite hat dann freie Bahn, alle Register zu ziehen und möglichst viel Geld aus der Filesharing Abmahnung herauszuholen, z.B. durch einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung oder durch Erhebung einer Unterlassungsklage.
Wenn eine Filesharing Abmahnung wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung im Briefkasten liegt, ist der Tag schon so gut wie gelaufen und die Unsicherheit groß. Wenn der erste Schock wegen der Filesharing Abmahnung verflogen ist, stellt sich die Frage, was zu tun ist.

Aber selbst nach Abgabe einer modifizierten Unterlassungserklärung hat die Gegenseite immer noch die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen und die Erstattung der Anwaltskosten einzufordern. Nach Abgabe der modifizierten Unterlassungserklärung muss daher entschieden werden, ob man die Zahlung an die Gegenseite komplett verweigern möchte oder ob man einen Vergleich mit der Gegenseite schließen möchte.

Der zweitschlechteste Weg ist es, die von den Abmahnkanzleien mit der Filesharing Abmahnung mitgelieferte Unterlassungserklärung zu unterschreiben und zurückzusenden. Die bei den Filesharing Abmahnungen mitgelieferten Unterlassungserklärungen sind nämlich fast immer mit einem Schuldeingeständnis verbunden und rechtlich sehr nachteilig. Die in der Filesharing Abmahnung geforderte Summe ist dann in jedem Fall zu zahlen.

Im Idealfall sollte man daher so schnell wie möglich spezialisierte anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dabei gibt es aber auch einige Fallstricke, die man vermeiden sollte.
Einige Anwälte stellen sich als Helfer in der Not dar und rechnen dann nach dem Rechsanwaltsvergütungsgesetz nach den hohen Streitwerten der Filesharing Abmahnung ab. Damit kommen leicht eigene Anwaltskosten zusammen, die die Forderungen der Filesharing Abmahnung weit übersteigen. So kommt man vom Regen in die Traufe. Bei der Anwaltssuche sollte daher immer vor der Beauftragung darauf geachtet werden, dass ein genau beziffertes Pauschalhonorar für die gesamte außergerichtliche, zeitlich unbefristete Vertretung gegen die Filesharing Abmahnung schriftlich vereinbart wird. Markübliche Preise für die Abwehr einer Filesharing Abmahnung liegen zwischen 200,- und 600,- €.

Kostenfreie Ersteinschätzung vom Experten

Einige spezialisierte Anwälte bieten auch eine kostenfreie Ersteinschätzung der Filesharing Abmahnung. Nutzen Sie am besten diese unverbindlichen Angebote und entscheiden Sie dann, ob Sie einen spezialisierten Anwalt einschalten möchten. Ein gutes Angebot ist zum Beispiel die Seite filesharinganwalt.de auf der Sie Filesharing Abmahnungen online hochladen können und einen Rückruf erhalten. Ein Tipp am Rande: weitere Informationen zum Thema gibt´s hier.

Generell ist es wichtig, sich bei einer Filesharing Abmahnung zu keinen überstürzten Reaktionen hinreißen zu lassen. Informieren Sie sich vorab und holen Sie den Rat eines Experten auf diesem Gebiet ein – dies erspart Ihnen viel Ärger und auch Kosten.