Reisen

Wichtig!!! Prag ändert sich immer noch sehr schnell, daher können einige der Informationen schon veraltet sein!

Prag ist grundsätzlich an einem langen Tag ausreichend zu besichtigen, man langweilt sich jedoch auch nicht, wenn man eine ganze Woche dort bleibt. Im Sommer ist es so überlaufen, daß es z.T. keinen Spaß mehr macht.

Die Anreise kann z.B. mit dem Zug erfolgen. (Evtl. kann es günstiger sein, das Ticket - insbesondere für die Rückfahrt - erst in Prag zu kaufen, da die Preise erheblich günstiger sind. Beispiel: Cheb - Prag (200 km) einfach ca. 5 Euro im Intercity, ansonsten günstiger. Auch für die Hinfahrt kann das Ticket für den tschechischen Teil der Fahrt gegen tschechische Kronen beim Personal gekauft werden).

Mit dem Auto ist Prag auch gut zu erreichen (Autobahnen und ähnliche Straßen sind vignettenpflichtig (poplatka), für Kurzaufenthalte ist diese aber nicht teuer (ca. 7 Euro). Oft ist man ohne Vorwarnung plötzlich auf einer vignettenpflichtigen Straße, die oft nur durch kryptische Schilder gekennzeichnet ist. Auch ist die Beschilderung der nicht-pflichtigen Straßen quasi nicht existent. Die A6 ist bis zur ersten Ausfahrt vignettenfrei ("bez poplatky")) In der Prager Innenstadt zu parken, ist nicht schwer, aber relativ teuer (nur parken, wo auch ein Automat steht, sonst kriegt man ganz schnell eine Radkralle). Man braucht außerdem Münzen für die Parkscheinautomaten. Benzin kostet um die 75-80 ct.

Geld erhält man u.a. in den zahlreichen Wechselstuben - dies ist jedoch kaum empfehlenswert, da man dort (insbesondere bei Chequepoint) oft betrogen wird (die groß plakatierten Kurse gelten zb. für den Verkauf, nicht für den Ankauf von Valuta und gelten erst ab größeren Tauschbeträgen - ein billiger Stadtplan wird einem quasi als Geschenk angeboten, man zahlt aber dafür, ohne es zu merken). Noch schlimmer: Illegale Tauscher, die gerade an Bahnhöfen ihr Unwesen treiben - Vorsicht! Oft haben diese Leute falsche Scheine.

Am besten ist es, das Geld mit der ec-Karte (Gebühr pro Abhebung 3.50 Euro) herauszulassen. Für Kunden der Deutschen Bank ist das Abheben bei der Filiale am Jungmannovo namesti kostenlos. (ohne Gewähr!) Dies gilt möglicherweise auch für Kunden anderer Banken bei den jeweiligen Filialen (HVB, Cobk, Dresdner). Kreditkarten werden auch weithin akzeptiert.

Restaurants gibt es in nicht überschaubarer Zahl. Gerade entlang der unten beschriebenen Touristenroute zahlt man aber oft viel für wenig Qualität (Bsp. 4 € für ein Stück Kuchen im obecní dûm). Notorisch: "u Fleku" (nicht verwechseln mit den 1000 anderen Restaurants, die irgendwie u xxx heißen). Dort werden regelmäßig die Reisebusse hingekarrt. In den Nebenstraßen (zb. rund um den U-Bahnhof Florenc) gibt es Restaurants zu sehr günstigen Preisen, diese sind jedoch oft verraucht und miefig. Tip: smazený sýr - panierter Edamer mit Mayonnaise. Beliebt auch: svicková na smetane - Braten mit Sahnesoße, dazu knedliky - böhmische Knödel. Und Prager Gulasch. Generell gibt es extrem viele Fleischgerichte. McDonalds und Kentucky Fried Chicken gibt es auch überall. Essen kann man auch im Fernsehturm mit Blick über das etwas entfernte Prag.

Wasser und Bier sind recht günstig (wenn man tschechisches bestellt und kein Perrier bzw. Heineken - lieber explizit sagen, sonst kriegt man idR das Teurere), Cola etc. teuer. Der Rechnungsbetrag sollte genau kontrolliert werden - gelegentlich rechnen sich die Kellner das Trinkgeld schon ein ;-) In den Touri-Abzock-Schuppen wird zb. oft ein Pauschalbetrag für das Gedeck (couvert) verlangt. Dies steht allerdings meist in der Karte. Vorsicht: Beilagen werden oft extra berechnet. "Fertiggerichte" (hotové jidlo) geht meistens schneller und ist wesentlich billiger, weil es in einem großen Topf schon fertig in der Küche steht - typischerweise der oben erwähnte svicková na smetane (dafür schmeckt es auch besser, weil durchgezogen). A la carte (Steaks etc.) wird frisch gemacht.

Das Verkehrssystem ist sehr gut, man braucht kein Auto. Es gibt 3 U-Bahn-Linien, die so verknüpft sind, daß man zu jedem Punkt mit max. 1mal Umsteigen kommen kann. Die Linien haben Farben und Buchstaben, die auch auf den Schildern wiederkehren, so daß man sich nicht wirklich verlaufen kann. Auch die Richtung mit allen Zwischenbahnhöfen steht immer deutlich dran. An den Bahnhöfen befindet sich in Fahrtrichtung vorn ein kleiner Fernseher, auf dem steht, wann die letzte U-Bahn durchgefahren ist. Je nach Tageszeit kann man sich dann ausrechnen, wie lange es noch dauert (tagsüber ca. alle 5, abends alle 10 Minuten). Das Bus- und Straßenbahnnetz ist etwas wirr, aber das Liniennetz und die Fahrpläne stehen an jeder Haltestelle. Einige Straßenbahnen sind echt noch ein Erlebnis. Ebenso die superschnellen, ewig langen Rolltreppen zur U-Bahn. Ältere Menschen haben Schwierigkeiten!

Es gibt Tages- und Mehrtagestickets (die müssen aber UNBEDINGT UNTERSCHRIEBEN werden!). Allerdings sind einzelne Fahrten äußerst günstig: Es gibt Umsteigekarten (prestupní jizdenka), die 12 Kronen (40 ct) kosten und 60 Minuten gültig sind (auch hin und zurück, abends und am Wochenende 90 Minuten). Wildes Umsteigen ist erlaubt. Dagegen erlauben die Nichtumsteigekarten (neprestupní jizdenka) für 8 Kronen

a) in Straßenbahn und Bussen 15 Minuten Fahren nur auf einer Linie, also ohne Umsteigen

b) in der Metro 4 Stationen (Umsteigen trotz des Namens erlaubt!)

Shopping lohnt sich in Prag kaum, da anziehbare Mode genauso teuer (und teurer) ist wie in D. Es gibt aber eine große Zahl schicker Geschäfte überall in der Stadt. Leider gibt es auch unzählige Touri-Shops, die einem T-Shirts, Becher und ähnlichen Ramsch verkaufen.

Taschendiebstahl ist zwar eine Gefahr, aber mit etwas Vorsicht (besonders an der Altstädter Turmuhr) hat man eigentlich kein Problem.

Kulturell kann man auch viel machen - es gibt viele rein touristische, pseudokulturell-verrückte Sachen wie Foltermuseen, Marionettentheater und die bekannte "Laterna Magika". Außerdem zahlreiche "Black Light Theatres", wo Schauspieler vor einer schwarzen Wand mit beleuchteten Körperteilen Pantomime machen, man sieht also z.B. nur zwei rote Hände und sonst nix. Ist ganz nett, aber eine reine Touristensache. Man erhält ständig Flyer für Konzerte in allen möglichen Kirchen, meist Dvorak, Smetana etc. Ansonsten ist die Staatsoper recht gut, auch im Nationaltheater und im Ständetheater gibt es zahlreiche Aufführungen, meistens von Standardwerken (La Traviata etc.). Buchung (auch für die Black Light Theatres):

http://www.ticketsbti.cz/

An Sehenswürdigkeiten hat Prag so viel zu bieten, daß sich der Kauf eines Reiseführers immer lohnt. Die Besichtigung beginnt am besten am Wenzelsplatz mit seinen (teilweise heruntergekommenen) Jugendstilgebäuden, dann folgt man nicht der Masse, sondern läuft durch die schöne Straße Na Prikope bis zum Gemeindehaus (obecní dûm), dem schönsten Jugendstilhaus Prags. Daneben ein alter Turm. Daran vorbei kommt man durch die Zeltnergasse (celetná - interessant das kubistische Haus Zur Schwarzen Madonna) zum Altstädter Ring (Staromestské námestí), dem zentralen Platz der Altstadt - mit Abstand das Highlight mit seinen Palästen und Kirchen aus verschiedenen Jahrhunderten. Hinter der Teynkirche ist ein kleiner Hof (Ungelthof) sehr sehenswert.

Vom Altstädter Ring aus gelangt man durch die Pariser Straße (Parízská), Prags Jugendstil-Prachstraße mit vielen noblen Geschäften, ins ehemalige Judenviertel, wo man für einen horrenden Eintritt Synagogen und den alten Friedhof besichtigen kann. Den Friedhof kann man von außen auch durch ein kleines Loch in der Mauer (neben dem Eintrittskartenbüro) sehen.

Vom Judenviertel (Josefov) geht man Richtung Moldau, dann flußaufwärts. Man kommt am Haus der Künstler (Rudolfinum, dum umelcu) vorbei und läuft mit schönem Blick auf den Hradschin bis zur Karlsbrücke, die man inmitten von Menschenmassen überquert (wunderschöner Blick, u.a. auf das Nationaltheater mit seinem Tonnendach. Auf ungefähr halber Strecke tummeln sich viele Touristen vor einer Bronzeplatte, auf der man unbedingt die abgewetzte Stelle anfassen muß, weil man dann angeblich zurück nach Prag kommen wird). Auf der anderen Seite befindet sich der weniger spektakuläre Kleinseitner Ring (Malostranské námestí). Von dort läuft man die Nerudagasse (Botschaftsviertel) mit ihren kleinen Häusern - an denen sich neben den modernen Hausnummern die alten Hauszeichen, zb. drei Geigen oder zwei Sonnen, befinden, hoch, kommt dann zum Hradschin-Vorplatz. Von hier hat man eine grandiose Aussicht über die ganze Stadt. (Von hier kann man bei Bedarf einen Abstecher in die sehr sehenswerte barocke Loreto-Kirche machen oder aber zum Strahov-Kloster mit seiner riesigen Bibliothek laufen). Im Hradschin sind der Veitsdom und das Goldene Gäßchen (alte Handwerkerhäuschen) sehenswert, aber auch der Königssaal mit seinem schönen Gewölbe (der Ort des Prager Fenstersturzes). Im Hradschin ist es am allerschönsten, wenn nach Einbruch der Dämmerung die Touristenmassen weg sind. Dann ist allerdings auch der Veitsdom geschlossen.

Nun hat man im Wesentlichen alles gesehen. Entweder, man geht zum Hinterausgang des Hradschin über die Schloßtreppe (zamecké schody), die allerdings für Erschöpfte sehr anstrengend sind, oder zum Nordausgang, wo man mit der Straßenbahn wieder in die Stadt fahren kann.

Für weitere Besichtigungen bieten sich die zahlreichen Museen an.
Wie gesagt, man langweilt sich wirklich nicht.

Viel Spaß!

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Danke an Erik Stöcker (erikbub@gmx.de) für die Tipps!

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