Hilfe, mein Hund/meine Katze ist zu dick! ?
Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ca. 25-30% aller Hunde und Katzen übergewichtig sind. Was vielen Besitzern nicht klar ist: auch für Hunde und Katzen stellt Übergewicht ein gesundheitliches Risiko dar. Auch die Lebensqualität und -freude nimmt immer mehr ab, je mehr der geliebte Vierbeiner zunimmt.
Wie stelle ich fest, ob mein Hund/meine Katze zu dick ist?
- die Rippen sollten unter dem Fell leicht zu ertasten sein
- Schultergelenk und Hüftknochen sollten zwar gepolstert, aber fühlbar sein
- von oben gesehen sollte das Tier eine sichtbare "Taille" haben
Was sind die Ursachen für Übergewicht bei Hund und Katze?
Die Rechnung ist einfach: ein Tier nimmt genau dann zu, wenn mehr Energie zugeführt als verbraucht wird. Oft werden hier vom Besitzer organische Ursachen vermutet, z.B. Schilddrüsenunterfunktion oder Hormonumstellung nach einer Kastration. Nun gibt es bei Hunden tatsächlich Schilddrüsenunterfunktionen (bei Katzen eher selten) und ein kastriertes Tier ist meist ein besserer Futterverwerter als vorher, aber wenn man ehrlich ist, dann sind die Ursachen eher diese hier:
- mangelnde Bewegung
- zu viel und/oder zu reichhaltiges Futter
- zu viele Leckerchen und Belohnungshäppchen zwischendurch
- falsches Futter: Tischreste usw. sind wahre Kalorienbomben. Ein Doppelkeks mit Schokolade ist für einen mittelgroßen Hund im Vergleich so kalorienreich wie ein riesiger Hamburger für einen Menschen.
Übergewicht ist ein Teufelskreis. Je dicker das Tier wird, desto weniger Spaß hat es an Bewegung. So wird dann weniger Energie verbraucht und auch mäßiges Futter schlägt dann an.
Welche Gefahren birgt Übergewicht für Hunde und Katzen?
Abgesehen davon, dass es einfach unangenehm für ein Tier ist, zu viele Kilos mit sich herumzuschleppen, besteht auch die Gefahr ernsthafter Erkrankungen. Studien zeigen, dass starkes Übergewicht bei Hunden z.B. die Lebenserwartung um ca. 2 Jahre verringert. Häufig treten bei übergewichtigen Tieren z.B. folgende Probleme auf:
- Atembeschwerden
- Erkrankungen der Leber und Bauchspeicheldrüse (Fettleber, Diabetes, Bauchspeicheldrüsenentzündung)
- Starke Abnutzung der Gelenke, Arthrose
- Herz- und Kreislaufprobleme
- Bewegungsunlust
Wie kann mein Hund/meine Katze abnehmen?
Machen Sie sich eins klar, so hart es klingt: Sie verteilen das Futter, also sind Sie verantwortlich, wenn das Tier zu dick ist. Daher ist es auch an Ihnen, für Gewichtsabnahme zu sorgen.
Vor einer ernsthaften Diät sollte der Tierarzt befragt werden. Er kann feststellen, ob bestimmte körperliche Beschwerden bereits vorliegen und bei der Abnahme berücksichtigt werden müssen.
- weniger Futter - reduzieren Sie die Futtermenge z.B. auf 80% der empfohlenen Tagesration für das Zielgewicht
- kalorienärmeres Futter - vergleichen Sie die Nährwertangaben der verschiedenen Futtersorten und wählen Sie eines, das weniger Fett enthält. Es gibt spezielle Light-Futtersorten, aber man muss sich nicht auf diese beschränken. Trockenfutter enthält i.d.R. mehr Fett als Nassfutter, so dass man bei einer Katze schon durch Einschränkung der Trockenfuttergabe viele Kalorien einsparen kann. Wer Hunde- oder Katzenfutter selbst zubereitet, achtet einfach auf mageres Fleisch.
- Bewegung, angepasst an den Gesundheitszustand des Tieres:
o Hund: längere Spaziergänge, Futtersuchspiele, langsames und gleichmäßiges Laufen am Fahrrad, Apportieren, Reizangel, Schwimmen
o Katze: Futtersuchspiele, Jagdspiele mit der Mäuseangel, Wohnungs-Agility, Spiel mit dem Laserpointer (bitte nicht in die Augen der Katze leuchten!), Trockenfutter stückchenweise werfen, Futterball - keine Extra-Leckerchen - werden über den Tag verteilt Belohnungen benötigt, dann sollten diese von der Tagesration Futter abgezogen werden
- fettarme Leckerchen - Rinderohren statt fettiger Schweineohren für den Hund, gekochtes Hühnchen statt gekauftem Snack für die Katze
Was muss ich bei einer Diät beachten?
Keine Radikalkur! Eine Nulldiät birgt große gesundheitliche Gefahren. Zum Beispiel hat eine übergewichtige Katze größere Fettmengen im Körper. Wird nun keine Nahrung mehr zugeführt, vermutet der Körper eine Hungersnot und mobilisiert die Fettreserven. Diese überschwemmen die Leber und der Stoffwechsel entgleist - es kommt zur so genannten Hepatischen Lipidose, einer akuten Leberverfettung, die zum Tode der Katze führen kann.
Bleiben Sie hart, wenn das Tier bettelt. Es ist schwer, dem geliebten Tier das Leckerchen zu verweigern. Die stärkste Waffe des Hundes ist der Hundeblick und eine hungrige Katze kann ihren Besitzer zur Weißglut treiben, aber Sie müssen das Ziel im Auge behalten, denn Sie tragen die Verantwortung für das Wohlergehen Ihres Haustiers. Ihr Tier wird es Ihnen mit einer erhöhten Lebenserwartung und mehr Spaß am Leben danken!
Quelle: http://www.tierheim-horb.de/info/haustierzudick.htm
Weitere FAQ zu Haustiere & Nutztiere
Katzen: KatzenfängerKatzen: Katzen im Garten
Tierdermatologen
Hunde: Tipps & Infos zum richtigen Spielen mit Hunden
Folgende Artikel könnten Dich auch interessieren:
Der Weihnachtsbraten!Welche Tierart ist am selttesten?
Ein Igel pennt in meiner Garage
Anschnallpflicht für Hunde im Auto?????????
Was machen Haustiere im Schnee?