Handwerk & Hauswirtschaft allgemein
Von: Ebi (abgemeldet), 14.8.2006 07:26 Uhr
Unserer Fensterbänke wurden aus echtem Marmor gemacht, leider nicht Wärmeisoliert nach draußen.

Draußen sind andere, aber es ist wohl kein Kälteschutz vorhanden.
Nur so kann ich es mir erklären, das es heute morgen draussen 9 Grad sind und die Fensterbänke innen sind nicht viel wärmer.

Leider steht mein Bett vor einer solchen Bank und leider ist mein Heizkörper auf der anderen Raumseite, so das ich trotz aufgedrehter Heizung im Bett friere.

Dummerweise wurde der Heizkörper nicht unter dem Fenster installiert, wie üblich, sondern leider auf einer anderen Wand.

Wie kann man diese Wärmebrücke dämmen?



  1. Antwort von Wolfgang Dreyer 4
    Re: Kältebrücke...
    Hallo!

    Wenn ich Deine diversen Postings richtig verstehe, hast Du ein Haus neueren Baujahrs mit verschiedenen Mängeln. Fensterbänke wurden nicht sachgerecht eingebaut, es ist fußkalt und zur Belüftung der Wohnräume sitzen Maico-Lüfter in den Außenwänden. War bei Planung und Überwachung der Bauausführung jemals ein Architekt und/oder ein Statiker beteiligt oder murksten Hand- und Heimwerker nach Gutdünken? Danach hört es sich nämlich an. Dann sollte sich jetzt ein Statiker das Gebäude ansehen, um eine Lösung zum Abstellen der Mängel an thermischer Isolation, Heizung und Lüftung zu erarbeiten.

    Kältebrücken an Fensterbänken lassen vermuten, daß beim Einbau der Fenster noch mehr falsch gemacht wurde. Die Einbauverhältnisse sollte sich ein Statiker ansehen.

    Belüftung von Wohnräumen einfach mit einem Loch mit eingebautem Lüfter in der Außenwand ist ein Unding. Es wird auch nicht besser, wenn der Lüfter hinter einem Flattergitter oder einem elektrisch betätigten Lamellenverschluß sitzt. Solche Sünden beging man vor 30 Jahren, aber heute tun die damit verbundenen Heizkosten richtig weh. Ein brauchbares Ventil für eine Außenwand hat 2 hintereinander liegende Verschlüsse, zwischen denen ein Luftraum liegt, so daß das geschlossene Ventil keine thermische Schwachstelle in der Wand ergibt. Ein brauchbarer Lüfter für Wohnräume sieht etwas anders aus als die kleinen Axial-Heuler, die man gelegentlich zur Belüftung gefangener Räume einsetzt. Ein ausreichend großer Durchmesser und dafür langsam und leise laufend ist besser als ein kleines Ding aus der Baumarkt-Sanitärabteilung. Wenn es kaum hörbar und langlebig sein soll, setzt man für solche Zwecke Querstromlüfter ein. Neben durchdachter Luftführung ohne flatterige Konstruktionsteile und parasitäre Orgelpfeifen gibt es bei allen Lüftertypen beträchliche Qualitätsunterschiede. So ist es in Geräuschentwicklung, Lebensdauer und Preis ein Unterschied, ob sich ein Lüfterrad mit einem Stift in einer Bohrung quält oder ob staubgeschützte Kugellager eingebaut wurden. Mit solchem Aufwand wirft man aber Perlen vor die Säue, wenn man teuer aufgeheizte Raumluft nach draußen bläst. Die Belüftung ist deshalb mit einem Wärmetauscher zu koppeln, der die von außen hereinströmende Luft anwärmt. Außerdem ist eine Steuerung erforderlich, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftwechselrate berücksichtigt. Die Erwähnung einiger technischer Details macht vielleicht deutlich, daß Belüftungstechnik, die hohe Wohnqualität sichern soll, nicht nur aus einem Loch in der Wand besteht und nicht ganz billig sein kann.

    Die von Dir gewünschten Veränderungen an der Heizung lassen von der alten Anlage nicht viel übrig. Weil gefühlte Kälte ihre Ursache in feuchtem Gemäuer haben kann, muß zunächst geklärt werden, ob das Haus „trockene Füße“ hat. Gegen feuchte Wände heizt man sich tot. Einschließlich Keller muß alles knochentrocken sein. Von elektrischer Temperierung des Fußbodens eines ganzen Hauses rate ich wegen hoher Betriebskosten ab. Die kWh aus Strom kostet den dreifachen Preis der kWh aus Heizöl oder Erdgas. Deshalb ist Strom zu teuer und zu schade zum Verheizen. Wenn Du eine Fußbodenheizung haben möchtest, ist der erste Schritt die Berechnung des Wärmebedarfs, nachdem die Schwachstellen an Fenstern und Belüftung beseitigt wurden. Den Statiker hast Du ohnehin schon beauftragt. Er ist auch die richtige Adresse für die Berechnung des Wärmebedarfs, die Dimensionierung der Heizung, die Auswahl des geeigneten Estrichs für die Fußbodenheizung, die sachgerechte Vergabe der Aufträge und die Überwachung der Bauausführung.

    Auf einen vorhandenen Fußboden einen weiteren Estrich mit Fußbodenheizung aufzubringen, wird nicht funktionieren. Ganz allgemein taugt die vielerorts beliebte Methode nichts, auf altem, unbrauchbaren Untergrund neu aufzubauen. Angefangen von der Lage von Installationsrohren bis zur Höhe der An- und Austrittstufen an Treppen würde nichts mehr passen. Wenn Brüstungshöhen an Fenstern abweichen, ist das i. d. R. nicht weiter schlimm. An um mehrere Zentimeter variierenden Stufenhöhen einer Treppe wird sich über kurz oder lang jemand die Knochen brechen.

    Wenn neuer Estrich eingebaut wird, kannst Du das Haus nicht gleichzeitig bewohnen. Rausreißen des alten Estrichs, Fußbodenheizung verlegen, Einbau des neues Estrichs, Trocknungszeit, danach diverse Gewerke vom Heizungsbauer, über den Sanitärinstallateur bis zum Fliesenleger und Maler - für rund 2 Monate brauchst Du eine Übergangswohnung.

    Gruß
    Wolfgang
    • Antwort von Bert 0
      Re: Kältebrücke Fensterbank
      Hallo,
      indem man zwischen innen und aussenbank einen Luftspallt oder Glasswolle oder sonst eine Trennung bringt.
      Mehr ist da nicht zu machen.

      mfg

      Bert