Handwerk & Hauswirtschaft allgemein
Von: umungus, 12.11.2004 11:13 Uhr
hallo

habe einen bericht gesehn, wo gesagt wurde das eine hausbesitzer ihr regenwasser in das abwassersystem eingeleitet haben.

das sei verboten.

im bericht wurde gefragt, warum manche dies machen und es wurde geantwortet, das diejenigen die das machen, geld sparen würden.

versteh ich nich so ganz, wieso man da geld sparen kann?

gruss umungus



  1. Antwort von drambeldier 0
    Re: regenwasser entsorgung
    Hi umungus,

    Regenwasser einzuleiten ist nicht verboten, sondern kostet Geld. Oft ist die Entsorgung teurer als die Versorgung, meine Gemeinde zB nimmt 1,50 für Frischwasser und 3,20 für Abwasser.

    In ländlichen Regionen wird das Regenwasser meist auf dem eigenen Grundstück versickert. Wo das nicht gewollt oder möglich ist, berechnet die Gemeinde die Einleitungsgebühr nach der projizierten Dachfläche.

    Gruß Ralf
    1 Kommentare
    • von Eckard (abgemeldet) 0
      Re^2: regenwasser entsorgung
      Hallo, Ralf,
      kann ich bestätigen. Bei uns (Solingen, NRW) wird der Abwasserpreis mit einem Betrag für "versiegelte Flächen" beaufschlagt.
      Diese "versiegelten Flächen" sind alle Flächen (Garagenzufahrt, Dachflächen, Terrassen, gepflasterte Flächen etc.) die Regenwasser in die öffentliche Kanalisation einleiten.
      Nicht darin eingerechnet werden versiegelte Flächen, die Regenwasser auf dem Grundstück versickern lassen.

      Dadurch wird in der Tat das Abwasser fast teurer als das Trinkwasser.

      Gruß
      Eckard
  2. Antwort von Conrad M. (abgemeldet) 0
    Re: regenwasser entsorgung
    habe einen bericht gesehn, wo gesagt wurde das eine
    hausbesitzer ihr regenwasser in das abwassersystem eingeleitet
    haben.

    das sei verboten.
    Hallo !
    In den Ortsteilen einer Stadt, in der es nur Abwasserkanalisation gibt, ist es meistens verboten. Verboten, weil die kapazität der Leitungen sonst bei Regen überfordert sind und Schmutzwasser hochkommen würde. Und die Auffangbecken der Kläranlage ebenfalls zu klein sind, um zusätzliche Regenwassermengen aufzufangen.
    im bericht wurde gefragt, warum manche dies machen und es
    wurde geantwortet, das diejenigen die das machen, geld sparen
    würden.
    Man braucht für Regenwasser, welches vom Dach kommt, auf seinem Grundstück Verrieselungsanlagen. Die brauchen Platz und kosten viel Geld. Deshalb leiten viele Hausbesitzer das Regenwasser in die Abwasserleitung.
    Erkannt werden diese "Sünder" durch Einblasen von Qualm in die unterirdische leitungen. Der Qualm entweicht dann durch die Fallrohre der Häuser.
    versteh ich nich so ganz, wieso man da geld sparen kann?

    Die Verrieselung. Kostet eigentlich nur einmal Geld. Kostet aber Platz auf den heutigen Minigrundstücken.

    mfgConrad
    2 Kommentare
    • Re^2: regenwasser entsorgung
      Hallo Conrad, Man braucht für Regenwasser, welches vom Dach kommt, auf
      seinem Grundstück Verrieselungsanlagen. Die brauchen Platz und
      kosten viel Geld.
      Woran erkennt man denn, dass ein Haus eine Verrieselungsanlage hat? Ich habe keine Ahnung, wohin das Regenwasser von unserem Dach fließt. Das Rohr verschwindet im Boden und wird dann - glaube ich - um's Haus herumgeführt (ich bin mal beim Graben an einer anderen Stelle auf ein Rohr gestoßen). Aber dann ...

      Müsste da irgendwo ein Deckel oder so was sein? Oder kann das völlig unsichtbar unter der Erde versichern? Erkannt werden diese "Sünder" durch Einblasen von Qualm in die
      unterirdische leitungen. Der Qualm entweicht dann durch die
      Fallrohre der Häuser.
      In's Haus dringt der Qualm ja wegen der Geruchsverschlüsse in den Siphons nicht ein (wenn nicht gerade ein Siphon ausgetrocknet ist). Wenn sich zwischen Regenfallrohr und Kanal ebenfalls ein solcher Bogen befindet, in dem immer Wasser steht, dann funktioniert die Qualm-Methode nicht, ist also ganz nett, aber nicht perfekt.

      Grüße
      Sebastian
    • von Conrad M. (abgemeldet) 0
      Re^3: regenwasser entsorgung
      Woran erkennt man denn, dass ein Haus eine Verrieselungsanlage
      hat?
      Das kann man so nicht erkennen. Wenn man weiß, dass in der Strasse zusätzlich zur Abwasserkanalisation auch eine Regenwasserk. läuft, kann man sicher sein, dass das eigene Regenwasser auch dorthin entsorgt wird.
      Ansonsten muß man nachgraben oder den Vorbesitzer fragen.
      Müsste da irgendwo ein Deckel oder so was sein? Oder kann das
      völlig unsichtbar unter der Erde versichern?
      Deckel nicht, aber eine gute Verrieselung hat einige Kubikmeter groben Kies als Sammler. Und dieser Kies ruht oft in großen Betonrohren.
      In's Haus dringt der Qualm ja wegen der Geruchsverschlüsse in
      den Siphons nicht ein (wenn nicht gerade ein Siphon
      ausgetrocknet ist).
      Das Fallrohr vom Dach!!! Das wollen sie ja auch nur feststellen. Alles andere ist ja Abwasser nd das darf.

      Wenn sich zwischen Regenfallrohr und Kanal ebenfalls ein solcher Bogen befindet, in dem immer Wasser
      steht, dann funktioniert die Qualm-Methode nicht, ist also
      ganz nett, aber nicht perfekt.
      Das wäre neu, das dort Bogen sind. Kein Klempner würde das Fallrohr so anschließen.
      Da könnte man auch sagen, wenn dort ein Ventil zwischen säße und das wäre zu.

      mfgConrad
  3. Antwort von Peter Bergmann (abgemeldet) 0
    Re: regenwasser entsorgung
    Hallo,

    wie man sich eine Versickerung preisgünstig selbst baut, siehst du hier:

    http://www.wwa-wm.bayern.de/ebene2/service/regenwass...

    Vorher empfiehlt sich aber, die Bauakte beim Bauamt einzusehen. Bei mir war es so, dass ich solch eine Versickerung bauen wollte - und dann kurz vor Arbeitsaufnahme feststellte, dass mein Haus zwei unterirdische Versickerungsschächte hatte. Ob das stimmt und noch funktioniert haben wir geprüft, indem wir an einem trockenen Tag mit einem Gartenschlauch Wasser in das Regenrohr geleitet und dann den Kanaldeckel auf der Straße geöffnet haben, um zu sehen, ob dort was ankommt. Es kam aber nichts.

    Gruß
    Peter