Medizin
Von: Trilli (abgemeldet), 7.2.2003 12:20 Uhr
Hallo ihr,

ich hab mich mal wieder gründlich (so gründlich es die Kasse bezahlt) durchchecken lassen und eigentlich ist alles okay, die Ärztin stellte nur "massiv" Leukozyten im Urin fest.

Auf meine Frage, was das bedeute, meinte sie, das wäre nur wichtig, wenn ich schwanger sei. Mehr war aus ihr nicht herauszukriegen.
Ich weiss, das sollte ein Grund sein, den Arzt zu wechseln, aber das kann ich nicht dauernd machen und sie ist eigentlich ganz okay.

Was haben Leukos im Urin zu bedeuten? Im Blut können sie auf eine Infektion hinweisen, hier auch? Eine Blasenentzündung hab ich nicht.

Fragt
Trilli



  1. Antwort von Maja* 3
    Re: Leukozyten im Urin
    Hallo Trilli,

    folgendes habe ich gefunden:

    Die vermehrte Ausscheidung weißer Blutkörperchen im Harn ist ein wichtiger Hinweis für eine Entzündung der Nieren und/oder der Harnwege infolge bakterieller Infektion.

    Normbereich:
    kontrollbedürftig 10 bis 20 Leukozyten/µl Harn
    krankhaft mehr als 20 Leukozyten/µl Harn

    Wichtig:

    Bei 30 bis 40 Prozent der Frauen lassen sich Leukozyten im Urin nachweisen (Ursache: Verunreinigung des Harns mit Scheidenflüssigkeit sowie häufigere Harnwegsinfekte.
    Besondere Bedeutung hat der Leukozyten-Nachweis im Urin für die chronische Nierenbeckenentzündung, da sie häufig das einzige Zeichen zwischen den akuten Schüben ist.
    Vorsicht! Leukozyten lassen sich im Urin auch ohne bakterielle Infektion nachweisen bei:
    Infektionen mit Trichomonaden, Viren, Pilzen
    Nierenfunktionsstörungen
    Vergiftungen
    Tumoren
    Tuberkulose des Harntraktes

    Quelle (irgendwann mal gefunden und gespeichert): http://www.pharmacie.de

    An deiner Stelle würde ich die Ärztin nochmal drauf ansprechen und um *Aufklärung* bitten. Wenn sie ansonsten gut ist, dann wird sie sicher Verständnis dafür haben, dass du es genauer wissen möchtest. Lieber einmal zuviel *nerven*, als zuwenig.
    Vielleicht ist es ja auch was harmloses...

    Gruß,
    Maja
    • Antwort von Claudia Franke 2
      Mittelstrahlurin
      Hi Trilli,

      bevor jetzt hier die Harnwegsinfektpanik ausbricht: Wichtig ist immer die Abnahmetechnik. Man benötigt für die Auswertung eines Urins dringend sog. Mittelstrahlurin bei der Frau. Da die Scheide nämlich auch zahlreiche natürliche Bakterien und auch weiße Blutkörperchen besitzt, kann es sehr oft sein, dass der Urin, wenn man gleich in den Becher reinpinkelt, dadurch "kontaminiert" ist.

      Daher wird empfohlen, erst einen Schwung ins Klo gehen zu lassen, dann kurz "anzuhalten" und dann in den Becher, also die Mitte des Urinstrahls (= Mittelstrahl) abzufangen.

      Wenn dann immer noch Leukos drin sind, dann kommt's drauf an, wie viel und dann kann man sich immer noch Gedanken darüber machen.

      Gruß,


      Claudia
      1 Kommentare
      • von Trilli (abgemeldet) 0
        Re: Mittelstrahlurin
        Hallo Claudia,

        danke für Deinen Beitrag. Das hab ich mir nämlich schon aufgrund der "Abfüllaktion" gedacht und bin keineswegs in Panik geraten:

        Ich kam in die Praxis ohne zu wissen, dass an diesem Tag der zweite Teil der Untersuchungen gemacht werden sollte und hatte daher überhaupt keine volle Blase. Die Arzthelferin meinte, ich sollte es einfach mal versuchen und ich hab es geschafft, das Becherchen 3cm zu füllen. Da war natürlich überhaupt nichts mit Mittelstrahl zu wollen.
        Deshalb denke ich, hat die Ärztin auch kein großes Palaver drum gemacht - hätte mich aber ruhig darauf aufmerksam machen können, dass Leukos in Scheidenflüssigkeit vorkommen.

        Grüße
        Trilli [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]