Medizin
Von: Raziel, 8.10.2008 04:47 Uhr
Hi, hab seit eine Woche einen Wandernden Schmerz, zumindestens kommt es mir so vor. Ganz plötzlich tut mir die Linke Brustseite weh dann hört es irgendwann wieder auf, manchmal auch die Linke untere seite über der hüfte, dann auch mal die rechte seite. Gelegentlich treten auch Gelenkschmerzen auf besonders an den Hand Knöcheln sowohl links als auch rechts...
War schon bei der Blutuntersuchung dort wurde festgestellt das Mein Schildrüsen Hormon (name gerade entfallen) grenzwertig niedrig war nun nehme ich Tabletten bis Dezember dagegen um zu schauen ob sich das Wieder gibt. Könnte das Damit zusammenhängen? Fühle mich auch oft sehr schlapp. Und wenn der schmerz in der Lunge/Brust ist tut tiefes Einatmen weh.

danke im voraus



  1. Antwort von Alexander Peren 1
    Re: Stechender wandernder Schmerz
    Hallo Raziel,

    das klingt schwer nach einer Infektion: Borreliose.

    Diese (samt einigen Co-Errerger-Erkrankungen, die alle ähnliche Symptome verursachen) wird durch Zecken übertragen. Dabei kann der Zeckenstich jahrelang zurückliegen! Er muss keineswegs erst in den letzten Tagen oder Wochen gewesen sein. Es ist eine schleichende Krankheit, die langsam schlimmer wird und die bisher noch nur wenig erforscht ist. Im Frühstadium kann man mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline (z.B. Doxycyclin) mit ausreichender Dosis (4 bis 5 mg je Tag und kg Körpgergewicht) und ausreichend lange (mindestens 28 Tage = 4 Wochen, besser einen ganzen Monat). noch recht gut behandeln. Ist dieses Stadium erst mal vorüber wird eine Behandlung seeehr langwierig und schwierig.

    Dsa Blöde an der heimtückischen Krankheit ist, dass man über Bluttests keine sicheren Ergebnisse bekommt. Den Kurztest ("Elisa" genannt), der die sogenannten "Ergebnisse" in 3 Tagen präsentiert hat eine Fehlerquote von 80 bis 85%, die langwierigeren Tests wie LTT, Westernblot oder Elispot (gilt zur Zeit als das sicherste der allesamt unsicheren Verfahren) liefern die Ergebnisse nach 2 bis 3 Wochen oder noch länger, haben aber immer noch eine Fehlerquote von 20% bis 25%, weshalb man auch nicht von "sicher" sprechen kann. Gerade auch diese "Grenzwertigkeit" von einzelnen Blutergebnissen (dei Dir die Schilddrüse) ist ein typisches Zeichen für diese Erkrankung: Alles mögliche, aber nichts so richtig!

    Das noch viel Dööfere (gibt es dieses Wort? keine Ahnung) an dieser Krankheit ist, dass die die allermeisten Ärzte damit so gut auskennen wie eine Kuh was von der Mathematik versteht. Nämlich überhaupt nicht.

    Um Dich genauer über die ca. 130 möglichen Symptome zu erkundigen, empfehle ich Dir, Dich in der Internet-Selbsthilfegruppe für Patienten, die an Borreliose oder einer der Co-Erreger-Erkrankungen leiden, anzumelden. Das Borreliose-Forum ist unter der Schirmherrschaft des Deutschen Borreliose Bundes. Dort findest Du ca. 1000 Krankengeschichten und wahre Experten zu allen Fragen rund um diese Krankheit.

    Hier der Link:
    http://www.borreliose-forum.de/cms/html/index.php

    Oder Du gibts hier im wer-weiss-was als Suchbegriff "Borreliose" ein, dann findest Du jede Menge Artikel, teilweise auch von mir.

    Ich hoffe für Dich, dass ich mich mit meinem Verdacht täusche und drücke Dir alle Daumen

    alles Gute und schnelle Besserung

    wünscht

    Alexander (dessen Frau seit zweieinhalb Jahren an dieser heimtückischen Krankheit leidet) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]