Sehenswürdigkeiten Frankreich Region Perpignan

Hallo,

bin auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten und schönen Ausflugszielen rund um Perpignan / Canet-en-Roussillon, Radius max. so ca. 50-70 km (+/-).

Was könnt ihr empfehlen, was solle man gesehen haben (Bauwerke, Natur, gute Restaurants, Strände, schöne pittoreske Orte, … ) aber auch was war Eurer Erfahrung nach nicht so schön obwohl es in gängigen Reiseführern erwähnt ist.

PS: bereits bekannt sind Carcassonne und Collioure …

Herzlichen Dank
Grüße,
Max

Servus,

drei von sicherlich vielen hab ich hier:

Ausgiebige und geruhsame Weinproben in Rivesaltes und Banyuls sur Mer. „Ausgiebig und geruhsam“ deswegen, weil man von beiden Herkünften nicht so arg viele „am Stück“ probieren kann, auch wenn man die Proben nicht schluckt. Heute werden solche „ehernen“ Regeln ein wenig liberaler gehandhabt, aber bei konservativen Puristen galt der Banyuls als der einzige Wein, der zu Schokolade passt; durch die ungewöhnliche Gärung (warm in relativ kleinen Glasballons) hat er auch einen ziemlich ungewöhnlichen Charakter.

Grad noch im gegebenen Radius liegt Villefranche de Conflent, Ausgangspunkt der „Pyrenäenmetro“ alias „Le petit train jaune“ oder „le Canari“ nach La Tour de Carol - Enveitg, einem Schmalspurbähnlein, das durch prächtige Pyrenäenpanoramen fährt (übrigens seit seinem Bau mit Strom, der in kleinen Wasserkraftwerken entlang der Linie erzeugt wird). In der Sommersaison werden noch einzelne Kurse mit den Triebwagen Z 100 der Originalausstattung (1910 - 1912) und offenen Aussichtswagen (voitures baignoire) gefahren.

Schöne Grüße

MM

Danke und * dafür :smile: … owT
DANKE, klingt sehr gut …

Grüße,
mΔx

Hallo,

die Schmalspurbahn ab Villefranche-en-Conflent empfehle ich dir auch wegen des grandiosen Panoramas, aber auch das Festungsstädtchen selbst ist einen Abstecher wert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Villefranche-de-Conflent

An der anderen Seite der Bahnlinie findet sich dann für den echte „Pufferküsser“ eine mittlerweile in Mittel- und Westeuropa einmalige Konfiguration: In Latour-de-Carol/Entveig laufen Bahnlinien in drei verschiedenen Spurweiten zusammen, die Meterspur von Villefranche, die Regelspur von Foix und die spanische Breitspur von Puigcerda.

Weiterhin empfehlenswert sind Ausflüge zum Urmenschmuseum nach Tautavel
http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch_von_Tautavel

der hochgotischen Zisterzienserabtei Fontfroide
http://de.wikipedia.org/wiki/Fontfroide

und - knapp ausserhalb Deines Radius’, aber einen Tagesausflug lohnend -
der kulturelle „Dreiklang“ zwischen Narbonne und Beziers mit dem keltischen Oppidum Enserune, gelegen über einem Tunnel des Canal du Midi und mit herrlichem Blick auf das Kulturdenkmal Etang du Montady

http://de.wikipedia.org/wiki/Ens%C3%A9rune
http://en.wikipedia.org/wiki/Malpas_Tunnel
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tang_de_Montady

Es lohnt sich aber auch, den Blick über die nahe spanische Grenze zu richten.
Im Einzugsgebiet finden sich dann zB noch das Dali-Ensemble in Figeres, Cadaques-Port Lligat und Pubol:
http://de.wikipedia.org/wiki/Teatre-Museu_Dal%C3%AD
https://www.salvador-dali.org/museus/castell-gala-da…
http://www.salvador-dali.org/museus/casa-salvador-da…

Auch beim Wein lohnt es sich, Richtung Katalonien zu schauen. Im Anbaugebiet „Emporda-Costa Brava“ finden sich zwar nicht so ganz viele hochklassige Weine, aber dafür viele sehr gute „Alltagsweine“ zu günstigen Preisen.
Meine Favoriten sind in Perelada die Bodega „Castillo de Perelada“, insbesondere der Tinto „3 Fincas“ und in Garriguella die Bodega Trobat mit ihrem Tinto „AMAT“.

Noch ein Tip für die Anreise:
Falls Du normalerweise die Strecke durch das Rhonetal und via Nimes-Montpellier benutzt, solltest Du Dir mal überlegen, hinter Lyon nach St.-Etienne abzubiegen. Über die A42 und die N88 via Le Puy und Mende kommst Du dann auf die A75 (Clermont-Beziers), eine der anspruchvollsten Autobahnen Europas mit dem imponierenden Abriss bei Le Caylar, wo auf ca. 10 Km mit 420 Höhenmetern der Abstieg in das Languedoc erfolgt.
Diese Autobahnen (A42, A75) sind beide gebührenfrei - mit Ausnahme der Hauptsehenswürdigkeit, der Brücke von Millau
http://de.wikipedia.org/wiki/Viaduc_de_Millau

Und wenn Du dann richtig Zeit mitbringst für Hin- oder Rückfahrt via A75, kannst Du Dir auch noch die „Strasse der Templer und Johanniter“ rund um Millau geben
http://www.tourisme-aveyron.com/fr/decouvrir/inconto…
oder aber einen Abstecher nach St.-Guilhem-le-Desert
http://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Guilhem-le-D%C3%A…

Viel Spass &Tschüß
Wolfgang

sensationell … großes DANKESCHÖN und * (owT)
Danke

Hallo Max,

Obwohl es dort nichts außergewöhnliches zu besichtigen gibt, ist natürlich ein Besuch von Perpignan ein „Muss“. Ich empfehle einen Bummel durch die historische Altstadt, ausgehend vom Castillet, dem ehemaligen Stadttor, zur Kathedrale Saint Jean, durch die engen Einkaufsstraßen des Zentrums, dann hoch zur Place Rigaud und von dort durch die Rue Émile Zola und die Rue Llucia zur Place Cassanyes durch das ehemals jüdische Viertel Saint-Jacques, welches heute von nordafrikanischen Einwanderern und den Gitanos bewohnt wird. Auf kleinstem Raum kann man hier eine Vorstellung von den sozialen, ethischen und städtebaulichen Problemen Frankreichs bekommen. Zurück zum Castillet kann man entlang dem Boulevard Bourrat gehen und sich im Square Bir-Hakeim und den Allées Maillol erholen. Anschließend kann man eine Runde durch die Neustadt machen, westlich der Basse zwischen Galeries Lafayette und Place Catalogne. Dann von der Place Arago hoch zum Palais des Rois de Majorque, von dessen Terrasse aus man einen herrlichen Blick über die Stadt und die Ebene des Roussillon hat.

Ansonsten, und eventuell überschneidend mit den bisherigen Antworten:

Eine sehenswerte romanische Kirche gibt es in nahezu jedem Dorf des Roussillons. Den Besuch der Prieuré de Serrabone kann man mit einer Runde durch die Ausläufer des Canigous verbinden, Bouleternère, Boule-d’Amont, Col de Fourtou, Oms. Und natürlich die Kathedrale von Elne. Etwas weiter westlich bei Prades: Saint-Michel-de-Cuixa und Saint-Martin-du-Canigou.

Orte der Zeitgeschichte: Camp de Rivesaltes, Maternité d’Elne, Memorial Walter Benjamin in Portbou hinter der spanischen Grenze, ggf. der Wanderweg „Chemin Walter Benjamin“ von Banyuls nach Portbou, Site de Paulilles (ehemalige Dynamitfabrik am Strand zwischen Port-Vendres und Banyuls), wo man auch noch Zeugnisse deutscher Betonbaukunst der 40er-Jahre sehen kann (aka „Südwall“). Auch eine kleine Strandbucht gibt es dort.

Freunde moderner Kunst kommen in Céret im Musée d’Art Moderne auf ihre Kosten. Wenn man schon in Banyuls ist, lohnt sich ein Abstecher ins kleine Musée Maillol am Heimatort des Künstlers.

Wenn ihr im Juli/August dort seid, dann könnte auch einer der „Jeudis de Perpignan“ interessant sein, wo am Donnerstagabend auf den Plätzen der Altstadt Musik aller Art geboten wird.

Neben Collioure fallen Castelnou, Eus und Evol in die Kategorie „pittoreske Orte“, wobei die beiden letzteren noch recht ursprünglich und weniger von Touristen überlaufen sind. Mein Geheimtipp ist Calce, nicht weit von Perpignan, nichts besonderes zu sehen, verschont von der zunehmenden architektonischen Verschandelung des Roussillons durch banale Einfamilienhaussiedlungen, aber ein nettes kleines Café in der Dorfmitte. Einen schönen Rundblick auf die Ebene des Roussillons, den Canigou und die Täler der Têt und des Agly hat man von Força Réal, einem 517m hohen Hügel zwischen Millas und Estagel.

Kulinarisch wage ich nichts zu empfehlen, zu sehr klaffen Anspruch, Qualität und Preisniveau in der Regel auseinander. Wenn ihr mal typisch regional essen wollt, dann bietet sich eine Cargolade im L’Aïoli in Perpignan an. Die schmeckt dort fast wie beim Katalanen zu Hause, und sie Körpermasse der Bedienungen vermitteln eine Vorstellung davon, wo Maillol die Inspiration für seine weiblichen Akte bekommen hat.

Grüße
Rainer

Einen hab ich noch: Falls es wg. Reiseantritt nicht zu spät ist, empfehle ich den Reiseführer „Roussillon und Côte Vermeille“ von André Dominé. Die letzte Auflage ist zwar von 2001 und nur noch antiquarisch erhältlich, aber es ist das Beste, was es auf Deutsch zu der Region gibt, und die Kapitel zu Geschichte, Kultur, Land und Leute sind nach wie vor aktuell.

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vielen herzlichen Dank für die tollen Tipps … * … (owT)
Danke