Schiffe & Boote
Von: Heinrich, 20.8.2001 15:43 Uhr
Hi Leute, spez. Segler!

Ich bin ziemlicher Anfänger, was das Yachtsegeln angeht, und bin jetzt erstmal dabei, die finanziellen Dinge zu durchleuchten.

Mich würde mal interessieren, wie hoch ich die laufenden Kosten pro Jahr (bzw. pro Monat) für eine 30 bis 32-Fuß-Segelyacht mit Liegeplatz Ostseeküste ansetzen muß. Momentan liege ich bei einer Schätzung von etwa 12.000 DM (wären also monatlich 1.000 DM).

Bin ich da ungefähr richtig oder total daneben?

Die Betrag sollte mindestens für folgende Punkte reichen:
- Liegeplatz für die Sommersaison
- Nutzung des Schiffes an Wochenenden (Fr - So, gelegentlich einen Tag länger) sowie für einen Drei-Wochen-Törn am Stück, also entsprechende Kosten für Wasser, Strom, Kleinreparaturen
- Benutzung des Krans zu Saisonanfang und -ende
- Überwinterung in einer Halle bei einer entsprechenden Werft
- Pflegeaufwand wegen Bewuchs und Osmose
- Rücklagenbildung für neue Segel (wie oft neu anschaffen?)

Kosten für Verpflegung, Liegegebühren von fremden Häfen etc. lasse ich mal außen vor. Fehlt mir dann noch ein dicker Posten oder ist die Liste halbwegs akzeptabel?

Grüße
Heinrich



  1. Antwort von Frank 1
    Faustregel
    Pro Jahr, pro Meter Tausend Mark
    soll bei den meisten hinkommen
    3 Kommentare
    • von Heinrich 0
      Re: Faustregel
      Hi Frank! Pro Jahr, pro Meter Tausend Mark
      soll bei den meisten hinkommen
      Das klingt schon deutlich besser als die 35.000 Mark aus der anderen Antwort. Aber wem glaube ich jetzt? ;-)

      H.
    • von Frank 0
      Re^2: Faustregel
      Hallo Heinrich! Das klingt schon deutlich besser als die 35.000 Mark aus der
      anderen Antwort. Aber wem glaube ich jetzt? ;-)
      Glaube niemandem :-)
      Ne im ernst, es kommt stark darauf an, ob man viel selbst machen kann (reparaturen etc.) und ob man einen Günstigen Liegeplatz hat. Und eben ob man noch durch verchartern wieder was reinbekommt.
      Evtl. sind liegeplätze günstiger die nicht direkt an der Ostsee liegen. Ist ja auch nicht schlimm wenn man erstmal ne Stunde Flussaufwärts fahren muss, denke ich.

      gruss

      Frank E.
    • Re^3: Faustregel
      Hallo Heinrich, hallo Frank, Glaube niemandem :-)
      Dem Rat kann ich eigentlich nur zustimmen... Ne im ernst, es kommt stark darauf an, ob man viel selbst
      machen kann (reparaturen etc.)
      hatte ich ja auch schon betont, von den 35.000,- kannste ca. die Hälfte sparen, wenn Du viel selbst machst.

      und ob man einen Günstigen Liegeplatz hat. Und eben ob man noch durch verchartern wieder
      was reinbekommt.
      Oder das Schiff im Winter hinters Haus stellt statt in die Werfthalle. Ist ja auch nicht schlimm wenn man erstmal ne
      Stunde Flussaufwärts fahren muss, denke ich.
      Geschmackssache. Übrigens welchen Fluss schlägst Du vor?

      Der Rest des Unterschieds zwischen deb Beträgen erklärt sich wohl aus nicht kalkulierten Rücklagen für neue Segel, Reperaturen und Ersatzteile. Solche Rücklagen gehören für mich klar zu den Unterhaltskosten.

      Gruß
      Werner
  2. Antwort von Werner Bruttel 0
    Re: lfd. Kosten für 30-Fuß-Yacht
    Hallo Heinrich,

    neben den Rücklagen für neue Segel solltest Du auch Rücklagen für sonstige Reperaturen und Wartung (Rumpf, Einrichtung, Motor, Rigg) einplanen. Auch Schoten, Fender usw. müssen gelegentlich mal erneuert werden. Elektronik hält auch nicht ewig.

    Außerdem fehlen Versicherungsprämien

    Treibstoffkosten hängen natürlich massiv von Deinem Verhalten ab.
    Wie oft Du neue Segel brauchst hängt wesentlich von Deinen Ansprüchen ab.

    Insgesamt denke ich, daß Du mit dem Betrag von DM 12.000,- pro Jahr nicht auskommst. Ich würde mal locker mit dem dreifachen rechnen. Allerdings hängt das start von Deiner Eigenleistung ab,
    ca, die Hälfte kannst Du Dir wohl sparen, wenn Du kleinere Reperaturen und Wartungsarbeiten selber erledigst. Unterschätz aber nicht die Zeit, die dafür draufgeht. Eine alte Seglerregel geht davon aus, auf 1 Stunde segeln kommen 2 Stunden Wartung und Reperatur. Gut, die ist so alt, die geht noch von Holzschiffen aus. Bei modernen Kunststoffbooten liegt das Verhältnis Schätzungsweise bei 1:1.

    Ich würde die laufenden Kosten irgendwo zwischen DM 18.000,- und DM 36.000,- schätzen, wie gesagt, je nach Anteil der Eigenleistung. Und denk' dran: Den Urlaub willst Du Dir ja auch noch leisten können (gut das Schiff spart die Hotelkosten, aber Liegegebühren fallen doch an, gelegentlich will man ja auch mal die Kneipe im schönen Gasthafen austesten usw.)

    Wie war das? Segeln ist wie unter der Dusche stehen und dabei 1000-Mark Scheine zerreissen.

    Lass' Dir den Spaß nicht verderben, Segeln ist das schönste Hobby der Welt.

    Gruß
    Werner
    1 Kommentare
    • von Heinrich 0
      Re^2: lfd. Kosten für 30-Fuß-Yacht
      Hi Werner! Insgesamt denke ich, daß Du mit dem Betrag von DM 12.000,- pro
      Jahr nicht auskommst. Ich würde mal locker mit dem dreifachen
      rechnen. Allerdings hängt das start von Deiner Eigenleistung
      ab,
      Uppss...
      Das Dreifache?

      Welcher Normalsterbliche kann sich denn so etwas leisten?

      Vor einigen Ausgaben war mal in der "Yacht" was von 12.000 bis 15.000 DM für einen 35-Footer zu lesen, mit Winterpflege durch die Werft - und jetzt kommst du mit 36.000... oha!

      Meine bessere Hälfte und ich haben ein Nettoeinkommen von knapp 8.000 DM - und damit gehören wir laut Statistiken zu den "Besserverdienenden" der Bevölkerung. Wenn ich jetzt davon mal unsere Fixkosten abziehe (Haus, Auto, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen), dann ist etwa die Hälfte der Kohle weg. Und dann noch 36.000 p.a. nur als laufende Kosten für ein Boot, dazu noch evtl. die Monatsraten, wenn man sich so ein Schiffchen auf Ratenzahlung zulegt? Au Weia! Weia!
      Wie war das? Segeln ist wie unter der Dusche stehen und dabei
      1000-Mark Scheine zerreissen.
      Scheint so... Lass' Dir den Spaß nicht verderben, Segeln ist das schönste
      Hobby der Welt.
      Na ja. Ich schieb's mal besser wieder in weite Ferne, bis zum Sechser im Lotto...

      H.
  3. Antwort von Frank 0
    Nachtrag
    Hallo Nochmal :-)

    Viele Leute holen sich einen Teil des Geldes wieder, indem sie in den Zeiten sie selber das SChiff nicht nutzen an andere verchartern. Oder wenn einem das zu unsicher ist Kojenverchartern.
    Hab auch mal gehoert, dass sich eine Finanzierung von der Steuer absetzen laesst. Bin mir da aber nicht so sicher.

    gruss

    Frank
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    segeln ist die teuerste art unbequem zu reisen.
    aber schoen isses trotzdem :-)