Steuern
Von: Alexandro, 30.5.2007 14:44 Uhr
Hallo,

ich habe eine Frage, wie errechnet man die Höhe der ESt-Vorauszahlung ?

Gruß
Alexandro



  1. Antwort von Miezekatze 0
    Re: ESt-Vorauszahlung berechnen
    Gar nicht, wird vom Finanzamt festgelegt anhand der abgegebenen Gewinnprognose. Man kann nur mit Begründung die festgelegte Vorauszahlung erhöhen oder verringern lassen. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Antwort von Anonym (abgemeldet) 0
      Re: ESt-Vorauszahlung berechnen
      Servus Alexandro,

      wenn man einen Vorauszahlungsbescheid hernimmt, kann man das sehen:

      Es wird eine "Schattenveranlagung" auf der Grundlage der aus der Veranlagung bekannten Daten durchgeführt, ggf. unter Anwendung von bekannten oder voraussichtlichen Änderungen von Sachverhalt und rechtlichen Rahmenbedingungen.

      Wenn man so eine Berechnung nachvollziehen will, kann man für 2007 das Programm Elster 2006 benutzen, weil der Tarif und die wesentlichen Rahmenbedingungen sich nicht ändern werden. Wenn man unabhängig von Rundungen etc. das Ergebnis durch vier (bei einem ganzen Kalenderjahr) oder durch die jeweils zutreffende niedrigere Zahl teilt, kommt man recht gut hin.

      Sicherlich gibt es verwaltungsintern Anweisungen, wie genau bei der Simulation vorzugehen ist. Die sind aber verständlicherweise nicht in den veröffentlichten Quellen enthalten.


      Schöne Grüße




      MM
      3 Kommentare
      • von barul76 (abgemeldet) 0
        Re^2: ESt-Vorauszahlung berechnen
        Hi ! Die sind aber verständlicherweise nicht in den veröffentlichten
        Quellen enthalten.
        Ich finde, dass § 37 EStG und die zugehörigen EStR und EStH doch öffentlich zugänglich sind.

        BARUL76


        .
      • von Anonym (abgemeldet) 0
        Re^3: ESt-Vorauszahlung berechnen
        Servus,

        wobei allerdings der § 37 III EStG trotz der vielen Worte in den Sätzen 5ff nicht besonders greifbar darstellt, was "voraussichtlich" für das Vorgehen im Einzelnen bedeutet, und speziell § 37 III Sätze 2 und 3 mit dem "kann" im Satz 3 das Werkzeug für eine nicht besonders freundliche Behandlung der Steuerpflichtigen bei Anpassungen nach unten hergäbe, die so wohl kaum praktiziert wird ("Lieber Steuerpflichtiger, können könnten wir schon, aber warum sollten wir das tun? Es ist doch viel einfacher, wenn alles erstmal so bleibt, und die paar Tausender wirst Du ja noch zusammenbringen"...).

        Die Praxis, dass bei plausibler Darstellung (und wenn das nicht beim gleichen Steuerpflichtigen oder bei Mandanten der gleichen Kanzlei ständig zu Ausfällen von Nachzahlungen führt) so gut wie jede Anpassung durchgeführt wird, wenn sie zur Wirklichkeit passt, würde man bei dem Monstrum § 37 III EStG nicht vermuten.

        Von daher denke ich, dass es da intern schon Besseres und Praktikableres als 37 EStH gibt.

        Dennoch ist natürlich Dein Hinweis auf die Quelle, auf dem ich sonst immer herumreite, wichtig und vielleicht wertvoll für den Fragesteller, der sich ziemlich bedeckt hält mit der Veranlassung seiner Frage.


        Schöne Grüße




        MM
      • von Cirwalda 0
        Re^4: ESt-Vorauszahlung berechnen
        Hi,

        grundsätzlich muss man zwei Berechnungsmethoden betrachten: die maschinelle orientiert sich an der gerade durchgeführten Veranlagung, wobei manche Zahlen nicht mitberechnet werden. Im großen und ganzen gehe ich davon aus, dass die gesetzliche Regelung dabei umgesetzt wird. Zusätzlich können die Sachbearbeiter aber auch noch Überkennziffern setzen und damit die Werte für die Vorauszahlungen anpassen. Ist der Gewinn aus Gewerbebetrieb wegen Ansparabschreibung relativ niedrig, kann man damit den realistischen Gewinn für die Vorauszahlungsberechnung eingeben. Ist aber eher was für die besonders umsichtigen und fleißigen Sachbearbeiter ;-). Ach und man kann die Berechnung neuer Vorauszahlungen völlig unterdrücken. Das ist sinnvoll, wenn man die schon manuell vorher angepasst hat.

        Davon völlig unabhängig sind die manuell festgesetzten Vorauszahlungen. Wenn eine schlüssige Berechnung dazu eingereicht wird, wird dem Antrag in der Regel stattgegeben. Vorsichtige Sachbearbeiter machen noch den Hinweis, dass eine eventuelle Nachzahlung nicht gestundet wird.

        Schöne Grüße
        C.