Rollenspiele- wieso?

Von: , Frage gestellt am Mo, 14. Jan 2002

Hallo Ihr!

Gestern habe ich das erste Mal bei einem Rollenspiel mitgemacht.
Nun frage ich Euch:
Wieso spielen die Leute Rollenspiele? Was glaubt Ihrß
Ein Mitspieler hat gemeint, er habe festgestellt, dass die Leute beim ersten Mal noch eher Rollen übernehmen, die ihrer Persönlichkeit entsprechen; später dann würden sie eher Rollen spielen, die ihrer eigenen Art eher fremd sind.
Wie sieht Ihr das??

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Rollenspiele - deshalb!

    Gestern habe ich das erste Mal bei einem Rollenspiel
    mitgemacht. Nun frage ich Euch:
    Wieso spielen die Leute Rollenspiele?
    Hallo Heidi,
    leider schreibst Du nicht, an welchem Rollenspiel Du teilgenommen hast - ich beziehe mich mal auf die hier verbreitetste Art, dem Rollenspiel am Tisch mit Fantasy-Charaktern.

    Die Leute von unserem kleinen Spieleverein und ich spielen vor allem diese Fantasy-Rollenspiele deswegen, weil es eben eine faszinierende, mit nichts zu vergleichende Spieleart ist:
    du sitzt am Tisch mit Freunden und hast jede Menge "Spaß" bzw. spannende Unterhaltung (je nach Spielstil),
    ich liebe es (ich bin zumeistens der Spielleiter), Geschichten zu erzählen, die je nach Aktionen der Spieler immer wieder anders verlaufen...,
    die Spieler lieben es, weil sie halt einmal die Rolle der "Helden" so wie in einem Abenteuer- oder Actionfilm übernehmen können und in einer mittelalterlichen Welt abenteuerliche Geschichten erleben - Geschichten, die nur durch Teamwork und ein kleines Maß an Schlauheit zum Ziel führen;

    die Rollenspiele an sich förden gerade in einer TV- und PC-Games-Gesellschaft das kommunikative gesellschaftliche Miteinander;

    die Rollenspiele an sich fördern die Kreativität (viele entwerfen selbst Abenteuerszenarios, viele gestalten sich ihren Helden mit Hintergrund liebevoll aus) und auch das Suchen nach Problemlösungen miteinander (denn die gestellte Aufgabe ist ja nicht so leicht zu lösen) - Ein Mitspieler hat gemeint, er habe festgestellt, dass die
    Leute beim ersten Mal noch eher Rollen übernehmen, die ihrer
    Persönlichkeit entsprechen; später dann würden sie eher Rollen
    spielen, die ihrer eigenen Art eher fremd sind.
    So ist es. Später reizt es natürlich, eher "ungewöhnliche" Rollen zu übernehmen. Wer 100 mal den starken Krieger schon gespielt hat, den reizt es vielleicht gerade dann, als naiver Holzfäller auf Abenteuer auszuziehen.

    Natürlich hängt vieles bei den Rollenspielen vom jeweiligen "Spielstil" der Gruppe ab. Manche spielen nur um des Sapasses willen und erleben chaotischste Abenteuer ohne festen Handlungsfaden, manche lieben stilgerechte Darstellung ihrer Rollen in epischen Kampagnen, manche lieben erzählerische Abenteuer mit wenig Würfeln und umso mehr Stimmung und Atmosphäre.

  2. Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
    Na, weil...

    Moinsen! Gestern habe ich das erste Mal bei einem Rollenspiel
    mitgemacht.
    Willkommen in den großen weiten Welten. ;-) Wieso spielen die Leute Rollenspiele? Was glaubt Ihrß
    Nun, warum die Leute Rollenspiele spielen, weiß ich nicht. Ich kann Dir aber meine Gründe nennen.
    Zum einen ist da die "intellektuelle Übung". Was ich damit meine ist die Herausforderung, sich seinen Charakter, die Szenerie und das Geschehen vorstellen zu "müssen", denn erst das macht z.B. aus einer Anhäufung von Zahlen ein Lebewesen, auch wenn es nur in Deiner Phantasie existiert. Wir haben uns in unserer Gruppe mal den Spaß gemacht, während des Spiels kurz innezuhalten und jeden Spieler mal seine Vorstellung von dem Raum, in dem sich unsere Charaktere befanden, zu beschreiben. 5 ähnliche, aber eben doch unterschiedliche Versionen kamen dabei 'raus.
    Ein weiterer Grund ist für mich eine der pazifistischsten Möglichkeiten, Aggressionen abzubauen. Es kann so unglaublich entspannend sein, sich vorzustellen (und eben doch "nur" vorzustellen), wie man diesem bösen Schwarzmagier (wieso sieht der in meiner Vorstellung aus wie mein Boss?) mit einem gekonnten Axthieb den Schädel spaltet. Klingt jetzt brutal, ist aber immer noch besser, als das in die Realität umzusetzen.
    Und nicht zu letzt sei hier noch der "Gruppenspaß" genannt. Mit einem guten Master und einer lustigen Gruppe gibt's kaum was besseres als ein Rollenspielabend mit Freunden. Ein Mitspieler hat gemeint, er habe festgestellt, dass die
    Leute beim ersten Mal noch eher Rollen übernehmen, die ihrer
    Persönlichkeit entsprechen; später dann würden sie eher Rollen
    spielen, die ihrer eigenen Art eher fremd sind.
    Im Allgemeinen stimmt es sicher, daß "Newbies" eher Charaktere nehmen, die ihnen selbst ähneln. Gegenbeispiel hierzu ist allerdings meine Freundin, die als ersten Rollenspielcharakter ihres Lebens einen männlichen Waldläufer spielt, und den verdammt überzeugend. Das macht mir manchmal ziemlich angst... ;-)
    Meine Erfahrung sagt mir übrigens, daß es gaaaaaaaaaaaaaaaaanz wichtig ist, seinem Charakter auch einige Schwächen mitzugeben. Damit meine ich jetzt nicht den einarmigen blinden Bogenschützen. Vielmehr machen mir die Charaktere am meisten Spaß, die ihre Marotten haben. Denn wo steht geschrieben, daß Helden immer perfekt sind? Nichts geht über den versnobten Edelmann, der jede erste Kampfaktion für ein formvollendetes "En garde" nutzt, anstatt das Überraschungsmoment für sich zu nutzen, oder den jungen Schwertkämpfer, der grundsätzlich der Meinung ist, er könne mit den Zwergen und Seeleuten mittrinken, und dann einen Tag lang Abzüge auf alle Würfe hinnehmen muß...

    In diesem Sinne,
    Marcus

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      och..

      manche Spieler haben aus Prinzip ihre Marotten, ein guter Kumpel von mir spielte das erste Mal DSA als Elf und ging in ne Bar, weil er ausprobieren wollte was man tun kann hat er seinem Nachbarn ein Bier über den Kopf gekippt.

      Leider war das ein Thorwaler dem das nicht sonderlich viel Spass gemacht hat :-)


      Ich persönlich finde Rollenspiele genial, leider kann es vorkommen wenn man mit zuviel Newbyes spielt dass das ganze Spiel versaut wird *selbst newby ist aber das spiel jetzt schon liebt*

      Ich hab mal nen Thorwaler beim Würfeln betrogen, das hat er bemerkt, als ich ihm einreden wollte dass er sich irrt hab ich gleichzeitig versucht ihn zu beklauen, als er das auch merkte hab ichs trotzdem irgendwie geschafft ihm einzureden dass ich nur seine Münzen auf Echtheit überprüfen will weil viele Geldfälscher unterwegs seien.

      Moral der Geschichte:

      1. Thorwaler sind wirklich dumm :-)
      2. Die Ausrede muss ich mir merken *fg*
      3. Für mein erstes Spiel hatte ich extrem viel Glück :-)))

      *hat dann beim zweiten Mal spielen aus Versehen einen Wachmann verbluten lassen weil er beim Angriff der Skelette vergass dass der noch blutend am Boden lag*


      Reicht diese Beschreibung als Grund wieso ich rollenspiele mag? :-)

  3. Antwort von nach 22 Stunden 2 hilfreich
    Re: Rollenspiele- wieso?

    ...auf diese Frage gibt es sehr viele verschiedene Antworten -
    zum Teil recht wissenschaftlich. Prinzipiell geht es bei sog.
    "Hobbys" immer um Befriedigung verschiedener im Alltag nicht
    befriedigter Bedürfniss.. naja, ich empfehle Dir einfach mal im
    Netz nach verschiedenen Dimplom- bzw. Doktorarbeiten zu suchen.
    (Im Notfall: ich habe ein - zwei zu Hause, die -natürlich - auf
    weitere Arbeiten verweisen). Wenn nötig kann ich Dir gerene ein
    paar Quellen zumailen.

    Ewald [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
    Re: Rollenspiele- wieso?

    Hallo Heidi!
    Gestern habe ich das erste Mal bei einem Rollenspiel
    mitgemacht.
    Und? Hat's Dir gefallen? Nun frage ich Euch:
    Wieso spielen die Leute Rollenspiele? Was glaubt Ihrß
    Ein Mitspieler hat gemeint, er habe festgestellt, dass die
    Leute beim ersten Mal noch eher Rollen übernehmen, die ihrer
    Persönlichkeit entsprechen; später dann würden sie eher Rollen
    spielen, die ihrer eigenen Art eher fremd sind.
    Wie sieht Ihr das??
    Tja, warum?
    1. macht Spaß
    2. irgendein Hobby braucht jeder
    3. gute Basis um neue Leute kennenzulernen
    4. wenn sich zwei Rollenspieler treffen, die sich vorher nie gesehen haben, haben die Gesprächsstoff für Stunden
    5. mehr Geselligkeit als Computerspiele
    6. beeinflußbarer als die Handlung eines Romans
    7. unberechenbarer als Kinofilme
    8. sich Abenteuer vorstellen, die man im realen Leben nicht erleben kann
    9. Vorwand um sich mit Pizza vollzufressen
    10. Der Spaß eienn Charakter wachsen (und manchmal sterben) zu sehen
    11. verschiedene Rollen zu spielen
    12. gutes Teamwork zu erfahren
    13. eine Geschichte zu entdecken, oder völlig daran vorbeizurennen
    14. auch mal Mißerfolge erleben ohne gravierende Nachteile in Kauf zu nehmen
    15. Spaß am Spielmechanismus

    ... für weiter Punkte müßte ich mal einige Minuten nachdenken...

    Also: Es ist einfach ein schönes hobby. So wie andere stundenlang eine Eisenbahn im Kreis fahren lassen, am Auto basteln oder Blumenvasen töpfern spiele ich Rollenspiele.

    bei mir trifft das nicht zu, daß ich zunächst Charaktere spiele, die mir ähneln. so ganz bekommt man seine eigene Persönlichkeit (oder die die man gerne im Spiel verkörpert) nie weg. ich habe festgestellt, daß ich mit 'einfachen' Rollen beginne wenn ich ein neues System kennenlerne und später schwierigere in Angriff nehme. der einfache Krieger - dumm, stark, wasserdicht - ist einerseits simpel gestrickt (von der persönlichkeit her) und andererseits sehr flexibel (man muß nicht bei jeder Kleinigkeit nachdenken, ob#s jetzt dem Charakter entspricht).

    Gruß

    Tomcat

  5. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Auch eine Frage dazu--

    Da ich ja "Geschichtenschreiberling bin" und schon von daher
    Rollenspiele über alles liebe, kommt mir aber immer mal so
    nebenher die Frage, bzw. hab ich bei Spielpartnern oefter
    erlebt, daß manche psychisch nicht mehr Realität und Spiel
    trennen konnten. Mit öfter mein ich, 2 x, das wiederum gibt mir
    zu denken, ob es für "ungefestigte" Charaktere vielleicht sogar
    nicht zu gefährlich werden könnte. Also bei den beiden Beispielen war das schon fast tragisch-komisch, aber doch angst-
    machend. Habt ihr das auch schon so erlebt???

    Herzl. Gruß
    H.-D.

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Seltsam

      Nun, ich spiele eigentlich schon sehr lange (12 Jahre) und mit den verschiedensten Leuten, aber ich habe noch nie erlebt, daß jemand nach dem Spiel mit dem magischen Spruch "Flim flam funkel" Licht machen wollte - die Leute benutzen nach dem Spiel nach wie vor den Lichtschalter :)
      ---
      Aber im Ernst: solche Argumente, dachte ich, kommen meist von Leuten, denen Rollenspiele an sich suspekt sind, eben weil sie davon keine Ahnung haben. Daher würde mich interessieren, mit welcher Art von Rollenspielen Du da diese Erfahrung gemacht hast.

      Schöne Grüße
      D.G.Didi

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re: Seltsam, ja ist es...

        Aber im Ernst: solche Argumente, dachte ich, kommen meist von
        Leuten, denen Rollenspiele an sich suspekt sind, eben weil sie
        davon keine Ahnung haben. Daher würde mich interessieren, mit
        welcher Art von Rollenspielen Du da diese Erfahrung gemacht
        hast.
        Ich hab die ersten Erfahrungen in einer Laienspielgruppe gemacht, als diese aufgelöst wurde, haben ein paar von uns
        mit Rollenspielen weitergemacht, dass sprach sich damals rum und es stießen noch andere hinzu. Also wir haben, wenn ich mich recht erinnere angefangen Charakterspiele zu üben, gar nicht so einfach für die Neulinge und einer war dabei, der hat sich selber gespielt sozusagen, also er sagte später wortwörtlich,
        er konnte nimmer unterscheiden, ob er so ist, oder sein will.
        z.B. hat er sich vehement dagegen gewehrt, Rollen zu übernehmen,
        wo er nicht gut wegkommt, z.B. der verstoßene Freund, oder
        der arme Schlucker, der Trinker , so was hat er gar nicht mitgemacht, war am Ende echt stressig, weil er eigentlich in den Rollen, die ihm zusagten, brilliant war, an dem ist in solchen Rollen ein echter Schauspieler/Darsteller verloren gegangen.
        Beantwortet das Deine Frage in etwa? Schöne Grüße
        H.-D.

        • Antwort von nach 2 Tagen 3 hilfreich
          Re^2: Seltsam, ja ist es...

          Beantwortet das Deine Frage in etwa?
          Oh ja, das beantwortet meine Frage schon, denn das sind ja eher psychologische Rollenspiele, die Du erlebt hast, während unsere "Fantasy-Rollenspiele" ja eigentlich nur "Brettspiele ohne Brett" sind, die an einem Tisch in reiner Dialogform stattfinden, also ohne Mimik, Gestik und darstellenden Aktionen. Und mit einem Fantasy-Hintergrund ja eigentlich zu abstrakt, als daß man sich in dieser "Rolle" nach dem Zuklappen des Regelwerkes weiter sich zu verlieren droht.
          Bei diesen Rollenspielen liegt eben die Betonung deutlich mehr auf "Spiel", bei Deinen Rollenspielen wohl mehr auf "Rolle".
          Da kann ich mir mehr Identifizierung darin schon vorstellen.

          Schöne Grüße
          D.G.Didi



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