Moinsen!
Gestern habe ich das erste Mal bei einem Rollenspiel
mitgemacht.
Willkommen in den großen weiten Welten. ;-)
Wieso spielen die Leute Rollenspiele? Was glaubt Ihrß
Nun, warum die Leute Rollenspiele spielen, weiß ich nicht. Ich kann Dir aber meine Gründe nennen.
Zum einen ist da die "intellektuelle Übung". Was ich damit meine ist die Herausforderung, sich seinen Charakter, die Szenerie und das Geschehen vorstellen zu "müssen", denn erst das macht z.B. aus einer Anhäufung von Zahlen ein Lebewesen, auch wenn es nur in Deiner Phantasie existiert. Wir haben uns in unserer Gruppe mal den Spaß gemacht, während des Spiels kurz innezuhalten und jeden Spieler mal seine Vorstellung von dem Raum, in dem sich unsere Charaktere befanden, zu beschreiben. 5 ähnliche, aber eben doch unterschiedliche Versionen kamen dabei 'raus.
Ein weiterer Grund ist für mich eine der pazifistischsten Möglichkeiten, Aggressionen abzubauen. Es kann so unglaublich entspannend sein, sich vorzustellen (und eben doch "nur" vorzustellen), wie man diesem bösen Schwarzmagier (wieso sieht der in meiner Vorstellung aus wie mein Boss?) mit einem gekonnten Axthieb den Schädel spaltet. Klingt jetzt brutal, ist aber immer noch besser, als das in die Realität umzusetzen.
Und nicht zu letzt sei hier noch der "Gruppenspaß" genannt. Mit einem guten Master und einer lustigen Gruppe gibt's kaum was besseres als ein Rollenspielabend mit Freunden.
Ein Mitspieler hat gemeint, er habe festgestellt, dass die
Leute beim ersten Mal noch eher Rollen übernehmen, die ihrer
Persönlichkeit entsprechen; später dann würden sie eher Rollen
spielen, die ihrer eigenen Art eher fremd sind.
Im Allgemeinen stimmt es sicher, daß "Newbies" eher Charaktere nehmen, die ihnen selbst ähneln. Gegenbeispiel hierzu ist allerdings meine Freundin, die als ersten Rollenspielcharakter ihres Lebens einen männlichen Waldläufer spielt, und den verdammt überzeugend. Das macht mir manchmal ziemlich angst... ;-)
Meine Erfahrung sagt mir übrigens, daß es gaaaaaaaaaaaaaaaaanz wichtig ist, seinem Charakter auch einige Schwächen mitzugeben. Damit meine ich jetzt nicht den einarmigen blinden Bogenschützen. Vielmehr machen mir die Charaktere am meisten Spaß, die ihre Marotten haben. Denn wo steht geschrieben, daß Helden immer perfekt sind? Nichts geht über den versnobten Edelmann, der jede erste Kampfaktion für ein formvollendetes "En garde" nutzt, anstatt das Überraschungsmoment für sich zu nutzen, oder den jungen Schwertkämpfer, der grundsätzlich der Meinung ist, er könne mit den Zwergen und Seeleuten mittrinken, und dann einen Tag lang Abzüge auf alle Würfe hinnehmen muß...
In diesem Sinne,
Marcus