Ratgeber zu Keine Angst vor Fremden?

Von: , Frage gestellt am Sa, 12. Mär 2005

Heut morgen hab ich was erlebt, das haett mich
fast umgehauen:

Zwei junge Mädels (10 Jahre??) sammeln
für die Kirchengemeinde vor dem Supermarkt.

Ich meinte, gerne könnten sie den Euro aus
dem Einkaufswagen haben, wenn sie nachher
noch da wären. Eine von beiden wollte
alleine (!!) zum Einkaufswagenabstellplatz
(im Parkhaus, unübersichtliche, dunkle Ecke)
mitkommen.

Ist eine solche Kindererziehung nicht schon
grob fahrlässig?

Ich hab noch so Sachen wie "Keine Süssigkeiten
von Fremden", "Bleib weg vom Auto", ... gelernt.


Gruss, Marco

23 Antworten zu dieser Frage

      • Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
        Um es noch deutlicher zu machen:

        Hallo,

        (Interessante Sache, die Wahrscheinlichkeitsrechnung)

        Wenn alle Orte gleich gefährlich wären, dann würde die Zahl der Verbrechen einfach proportional sein zu der Zeit, die sich jemand an einem Ort aufhält. (Kein Ort würde dann vom Verbrechen bevorzugt.)
        Dies trifft vielleicht ungefähr für die Herzinfarktwahrscheinlichkeit zu (wohl auch nicht genau, aber nur mal als Beispiel). Natürlich bekommt man einen Herzinfarkt vor allem dort, wo man sich am meisten aufhält, also wohl zuhause oder am Arbeitsplatz. Im Park, den man in 5 Minuten durchquert dagegen kommt dies wohl eher selten vor.

        Wenn jetzt Verbrechen aber vergleichsweise stark (10%) an Orten vorkommen, wo sich die Leute fast nie aufhalten (Park bei Nacht), dann ist die Gefahr dort tatsächlich deutlich erhöht. Und instinktiv würde kein Mensch die Nacht jetzt im Park verbringen anstatt zuhause im Bett, in der vemeintlichen Annahme, dass das Risiko dann bei 10% stehen bleibt. Wenn ich Zeit, die ich irgendwo verbringe verdopple, dann verdopple ich auch das Risiko für mich an diesem Ort. [Ok, in gewissen mathematischen Grenzen, da es einen Sättigungswert geben wird.]

        Mit vielen Grüssen, Peter

        • Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
          Re: Um es noch deutlicher zu machen:

          Hi Peter,

          ich wollte eigentlich zum Ausdruck bringen, dass die Ort keine Rolle spielt. Sondern Täter und Opferverhalten.
          Es kann jeder Frau überall passieren. Aber Frau kann sich schützen. Nicht durch besondere Kampftechniken, Waffen ... oder andere Kleidung. Dies alles spielt nur eine untergeordnete Rolle. Also auch dieser dumme Rat mit dem "zieh den Minirock nicht an" ist nicht hilfreich.
          Sondern detailiertes Wissen um Täter und deren Vorgehen .... macht Sinn. Ist aber das falsche Board.

          Chris

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Und noch ein bischen deutlicher ...

          Die allermeisten Autounfälle
          passieren auf der Strasse. Ganz
          selten auf dem Gehweg.

          Wenn man nun das Fahren auf Gehwegen
          vorschreiben wuerde, wuerde sich
          die Zahl der Unfaelle auf der Strasse
          zwar verringern, die Anzahl der
          Unfaelle insgesamt wuerde vermutlich
          steigen :-)


          Gruss, Marco

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Keine Angst vor Fremden?

      Ist eine solche Kindererziehung nicht schon
      grob fahrlässig?
      Ich hab noch so Sachen wie "Keine Süssigkeiten
      von Fremden", "Bleib weg vom Auto", ... gelernt.
      Genau das ist der Krebsschaden. Diese Ratschläge mit den
      Süßigkeiten taugen nur wenig.

      Würde man danach gehen, wo der SICHERSTE Ort wäre ... dann
      wären Tiefgaragen, Büsche und Parkanlagen eindeutig als
      sichere Ort zu empfehlen. Dort passiert sogut wie nie etwas
      ...
      Auf Gehwegen passieren auch selten Autounfälle.
      --> fahrt auf Gehwegen!? Eine Erziehung zu einem Selbstbewusten Kind, dass eindeutitg
      Wünsche formulieren und diese begründen kann ist wesentlich
      besser geschützt. Es sollte gelernt haben, einem Erwachsenen
      auch "richtig" zu wiedersprechen - also das Erwachsene nicht
      immer ehrlich sind und auch Unrecht haben können. Ein solches
      Kind ist um ein zigfaches besserer geschützt, als das Kind mit
      den Ratschlägen "Süßigkeiten, dunklen Ecken und schwarzer
      Mann".

      Ein Kind ist nicht ein Erwachsener.

      Misstrauen gegen Fremde kann jedes Kind
      verstehen. Selbstbewusstsein und "eindeutiges
      Formulieren von Wuenschen" ist psychologischer
      Firlefanz, der in der Realität bei Kindern
      der angesprochenen Altersklasse (10-12 Jahre
      oder noch drunter) nicht oder unzuverlaessig
      funktioniert.


      Gruss, Marco



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