Du 'redest' aber wie einer!
Hallo Patri,
ich weiß nicht, was Dein Artikel sein soll: er macht (hat) für
mich keinen Sinn & enthält ansonsten zuviel plakative Polemik.
Mag sein. Auf Polemik als Stilmittel kann man aber nicht
völlig verzichten, da viele Lesestoffe bzw. dargelegte
Standpunkte sonst zu trocken würden.
Humor & Ironie sind meiner Meinung nach bessere Stilmittel.
ich vermute für meinen Teil, dass Darley & Latane, Coats und
Beaman schreiend weglaufen, wenn hinter ihrer schulter jemand
"Buuh!" macht.
Die Herrschaften werden öffentliche Verkehrsmittel nur von
ihrem Bentley aus betrachtet haben.
Keine Ahnung, woher Du das wissen willst. Vielleicht tust Du
diesen Herren auch ja unrecht?
Wie gerade von mir gesagt.Hoffentlich tue ich ihnen Unrecht.
Ich habe allerdings ein Vorurteil gegen soziologische
Darlegungen. Da wird manchmal über zig DIN A4 Seiten zitiert,
was Dr. X und Professor y zu einem Thema gesagt haben. Am Ende
ist man genauso schlau wie vorher. So meine Erfahrung, deine
kann und darf völlog anders sein.
Keine Ahnung, ich kenne keine Soziologen.
Der größte Erkenntnisgewinn über den Menschen ergab sich im
Labor.
Vielleicht bei Dr. Mengele (o.k.,o.k. ich nehms zurück, das
war polemisch!). Im Ernst: das Labor wird uns zu dem Thema
nicht weiterbringen. Beherzte Menschen reagieren "aus dem
Bauch raus" und spontan, ohne vorher groß im Kopf irgendwelche
soziologischen Konfliktstudien zu betreiben.
Labor ist ein Begriff für einen Raum, in dem experimentiert wird. Im Bereich der Psychologie kann dies auch ein ganz normaler Raum sein. Mit Hilfe von Komparsen können Szenen nachgestellt werden. Einzig die Versuchsperson weiß nichts davon, dass die Situation "künstlich" ist. Gemessen wird ihr Verhalten.
Experimente werden in vielen sozialen Situationen inszeniert, in Wartezimmern, in Fluren etc. Wichtig ist einzig die Kontrolle der Störeinflüsse. Die kollabierenden Opfer in der Studie von Beaman waren in einer kontrollierten "öffentlichen" Situation zu behandeln, viele weitere Experimente zu den Befunden von Darley & Latane ebenfalls (Studentenwohnheime etc.).
Wenn im Vorkriegseuropa ein
Lümmel nicht für eine alte Dame den Sitz frei gemacht hat und
vielleicht noch die Beine auf den Sitz gepackt hatte, hatte er
sicher unter dem Beifall aller Fahrgäste eine schallende
Ohrfeige erhalten und der Rechtsfrieden wurde ruckzuck wieder
hergestellt.
Geht es nun darum, Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln zu
fördern oder präventive Schritte zu finden?
Wenn eine gewaltlose Reaktion eine Situation entschärft,
gerne. Bin ich dafür. Wenn es nur mit einer Backpfeife geht,
nehme ich diese geringfügige Förderung der Gewalt in Kauf. Die
Frau in dem Zeitungsartikel hätte einen solchen Eingriff
sicher auch nicht abgelehnt.
Führt meiner Meinung nach nur zur Eskalation. Erzeugt beim Geschlagenen Frustration. Und die macht ihn nicht zu einem besseren Menschen.
Das Naziunwesen pervertierte und missbrauchte
diesen natürlichen Ordnungssinn des Bürgers für ihre
Verbrechen.Aus Gründen der Scham über ihre Kolonialverbrechen
haben sich viele andere Europäer, diesem Trend wohl leider
angeschlossen und die Reststaaten schließlich auch.Das
"Einstehen für die Gemeinschaft" wird jetzt eher als
faschistische Untugend aus der Richtung "Opfersinn,
Kadavergehorsam" gesehen. Egoismus und eine Art von "Feigheit"
scheint als neuer Wert zu gelten.Ich nehme mich da leider
nicht aus. Will man das umkehren, hilft kein
Soziologengesabbel.
Ich nehme an, Du beziehst Dich mit dem "Gesabbel" auf Dich
selber? Du bringst hier soziologische Betrachtung mit ein -
durch nichts begründet und ein wenig wirr anmutend.
Ist denn nun dein "Runterputzen" meiner Betrachtung besser als
Polemik ? Ich darf eine Meinung haben und muss die - im
Gegensatz zu Soziologen, wenn die es denn wirklich könnten -
nicht unbedingt alles gleich beweisen.
Was ich nicht verstehe, ist: Du beziehst Dich hier ständig auf Soziologen? Ich habe in der Diskussion keinen gesehen, und auch meine Zitate stammen nicht von ebensolchen.
Was ich beschreibe, ist die "Sozialpsychologie", welche meiner Meinung nach wesentliche Erkenntnis in diesem Zusammenhang bereitstellen kann.
Was ich ebenfalls nicht verstehe: Du vertrittst in unserer Diskussion einen "soziologischen" Standpunkt. Du suchst nach der gesellschaftlichen Einflussgröße, ich nach der menschlichen.
Psychologie ist die Wissenschaft menschlichen Verhaltens und
Erlebens.
Soziologie ist die Wissenschaft von gesellschaftlichen
Strukturen & Mechanismen.
Man muss wohl bei der Erziehung
(Elternhaus und Schule) ansetzen.
Ich liebe diese Man-Aussagen. Gefolgt von "muss" eine
Katastrophe. Ansonsten ist diese Aussage eher eine
Null-Nummer: sie ist absolut sinnfrei, sagt alles und doch
nichts. Das wäre wohl ein gutes Beispiel für
"Soziologengesabbel".
Häää? es dürfte doch wohl unbestritten sein, das schlechtes
Verhalten vielfach in der mangelhaften erziehung seinen
Ursprung hat. Nur weil ich darauf aufmerksam mache, muss ich
doch kein neuartiges Erziehungskonzept darlegen. Vielleicht
kannst du das ja !?
Da die andere, eigene
Probleme haben, kann man sich das wohl abschminken und man
wird auf beherzte Einzelaktionen von hilfreichen Mitbürgern
angewiesen bleiben.
Wie gesagt: die meisten Menschen möchten helfen - wenn sie es
können. Psychologische Einflussgrößen sollten besser
kontroliert werden. Eine solche Einflussgröße ist eine Meinung
wie die Deine: es wird zuviel gejammert und zerredet. Und das
- meiner Meinung nach - zu unrecht.
Da tappst du jetzt aber in die eigene "Sabbel-Falle". Wenn ein
Betroffener sich über entsprechende Fälle beklagt, wie zum
Beispiel die Frau im Bus, willst du der dann sagen: "Jammere
nicht, Weib!". Warum sollte sie mit ihrer Erfahrung unbedingt
unrecht haben?
Nein, um die Frau in dem Bus geht es nicht. Aber viele, die sich über einen solchen Fall unterhalten reagieren so: "Das ist ja wieder mal typisch", "Die Jugend von heute...", "keine Werte mehr in diesem Land", etc.
Solche Stimmungen sind weder Problemlösend (im Gegenteil), noch sind sie so gemeint.
Lieben Gruß
Patrick