Artillerie

Von: , Frage gestellt am So, 27. Aug 2000

Hallo,

ich habe gerade einen Bericht gelesen, in dem die Bezeichnung "Bombardier" für eine Person in der Artillerie vorkommt. Dann gibt es noch jemanden, der als "Feuerwerker" bezeichnet wird. Da jemand anderer als "Kanonier" bezeichnet wird, gehe ich davon aus, daß es hier Unterschiede gibt, nur welche ?

Außerdem wird immer wieder von "Kanonen und Haubitzen" gesprochen - was ist hier der Unterschied ?

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Artillerie

    Hallo,
    Bombardier(frz.) ursprünglich Bedienungsmann der Bombarde, in Preussen Dienstgrad(ungefähr OG) von 1713 bis 1859 in der Artillerie.
    Kanonier(frz) ist heute in der Bw der niedrigste Dienstgrad in der Artillerie, war früher Bedienungsmann der Artillerie.
    Feuerwerker waren früher Unteroffiziere, die u. a. Munition abgenommen und verwaltet haben.
    Früher unterschied man streng zwischen Kanonen (Flachfeuergeschützen, gestreckte Flugbahn der Geschosse) und Haubitzen(Steilfeuergeschützen, gekrümmte Flugbahn der Geschosse.)
    Gruss
    Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Kanone - Haubitze ??

      Hi Rainer,

      War in der CH-Armee nur Morse-Funker. "g"

      Frage betr. Kanonen und Haubitzen Früher unterschied man streng zwischen Kanonen
      (Flachfeuergeschützen, gestreckte Flugbahn der Geschosse) und
      Haubitzen(Steilfeuergeschützen, gekrümmte Flugbahn der
      Geschosse.)
      die eine schiest mit Hülsen, als ganzes, (Treibladung und Sprengkopf und Aufschlagzünder)
      bei der anderen wird der Sprengkopf separat eingeführt, die Treibladung je nach Distanz dahinter aufgebaut .
      Ist das richtig ?

      Betr. Flugbahn;
      nach m. b. M. kann mit der Haubitze, wie auch mit dem Gewehr, in der oberen oder unteren Flugbahn geschossen werden.
      Abgesehen von der Luftreibung, fliegt das Geschoss in einer
      Parabel. Für die gleiche Distanz gibt es also immer zwei Möglichkeiten.
      Die Haubitze ist kürzer und hat Rücklauffederung.
      Frage:
      Gab es wirklich keine Kanonen, mit der man in der oberen Flugbahn schiessen konnte ?
      z.B "Dicke Berta" auf Schiene

      Danke für Auskunft
      Gr. Fritz

      • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
        Re^3: Kanone - Haubitze ??

        Hallo Fritz, War in der CH-Armee nur Morse-Funker. "g"
        Ehrlich? In der Schweiz morst man noch? Ich war Funkverschlüssler.... Frage betr. Kanonen und Haubitzen Früher unterschied man streng zwischen Kanonen
        (Flachfeuergeschützen, gestreckte Flugbahn der Geschosse) und
        Haubitzen(Steilfeuergeschützen, gekrümmte Flugbahn der
        Geschosse.)
        die eine schiest mit Hülsen, als ganzes, (Treibladung und
        Sprengkopf und Aufschlagzünder)
        bei der anderen wird der Sprengkopf separat eingeführt, die
        Treibladung je nach Distanz dahinter aufgebaut .
        Ist das richtig ?
        Jein. Es gab z. B. während des 1. WK von deutscher Seite den Versuch der Einheitsmunition. Die Dinger waren aber nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Interessant vieleicht, dass man nicht nur Flach- und Steilfeuergeschosse vereinheitlicht hat, es waren auch noch gleichzeitig (!) Spreng- und Schrapnell-Granaten... Betr. Flugbahn;
        nach m. b. M. kann mit der Haubitze, wie auch mit dem Gewehr,
        in der oberen oder unteren Flugbahn geschossen werden.
        Abgesehen von der Luftreibung, fliegt das Geschoss in einer
        Parabel. Für die gleiche Distanz gibt es also immer zwei
        Möglichkeiten.
        Bei gestreckter Flugbahn wird die Flugweite natürlich grösser. Interessant war die Haubitze hauptsächlich, weil man damit a) aus gedeckter Stellung schiessen und b) eben auch hinter solche gedeckten Stellungen treffen kann. Die Haubitze ist kürzer und hat Rücklauffederung.
        Kürzer ist richtig. Auch "moderne" Kanonen haben eine Rücklaufbremse, um Standfestigkeit beim Schuss zu gewährleisten. Allerdings war die Rücklaufbremse und auch der Schnellfeuerverschluss noch im 1. WK nicht durchgängig vorhanden (bei keiner Geschützart). Frage:
        Gab es wirklich keine Kanonen, mit der man in der oberen
        Flugbahn schiessen konnte ?
        z.B "Dicke Berta" auf Schiene
        Nein, geht ja an der eigentlichen Aufgabe der Kanone vorbei. Natürlich kann man bei maximaler Höhenrichtung und Herunterziehen der Lafette auch einen Steilfeuerschuss abgeben; eigentlich ist der Richtbereich einer Kanone aber für sowas nicht vorgesehen.

        Die "Dicke Bertha" war eine ziemlich heftige 42cm-Feldhaubitze mit der unglaublichen Bedienungsmannschaft von 800 Mann pro Batterie (2 Geschütze). Solche überschweren Haubitzen hat man im damaligen Sprachgebrauch noch Mörser genannt.

        Ob jetzt Eisenbahngeschütze zu Kanonen gezählt werden sollen? Ich denke nicht. Überdies dürfte der Versuch, einen Flachfeuerschuss auf Schienen abzugeben, recht amüsant werden. Wieviele Kilometer rollt das Ding wohl zurück? Das heftigste Eisenbahngeschütz dürft wohl die deutsche "Dora" (auch "Gustav") gewesen sein - ein Monster mit Kaliber 80cm und einer Rohrlänge von 32,4 Metern. Geschossgewicht 7,1 Tonnen. Angeblich konnte so ein Geschoss 30m Erde, 10m Beton oder 1m Stahl durchschlagen.

        Gruss
        Peter

        • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
          Re^4: Kanone - Haubitze ++..

          Hi Peter,:

          Danke für die ausführliche Kanonengeschichte "g" War in der CH-Armee nur Morse-Funker. "g"
          Ehrlich? In der Schweiz morst man noch? Ich war
          Funkverschlüssler....
          Bei uns nannte man "Chiffreur"

          Betr.Funker, hab die Rekrutenschule (17 Wochen), im Jahr 1952 als Telegrafist genossen „ggg", von 1946 bis1952 Morsekurse im militärischen Vorunterricht besucht. Für Flugwaffe war vor der R.S. Tempo 75Z/min fehlerfrei, erforderlich. Ausgebildet wurden wir auf ausgebauten Funkstationen der US-B 17 Bomber, die während dem 2 WK in der CH notgelandet sind.
          Wir erledigten ausschließlich den Funkverkehr zwischen den versch. Flugplätzen. Bereits 1954 wurden wir auf Fernsch. umgeschult. Der K.w.- Funk wurde noch einige Jahre, für Noteinsätze, als nostalgisches Vergnügen durchgezogen . (Amateurfunk) „grins"
          Verschlüsselt wurde wie in der De mit „Enigma"
          Das waren noch tolle Zeiten !!

          Gruss aus der CH
          Fritz

        • Antwort von nach 20 Tagen hilfreich
          Schiffskanonen

          Ich war bei den Grenztruppen der DDR Waffenunteroffizier, später Feldwebel, dann Offizier.

          Unterscheidungsmerkmale von Kanone und Haubitze sind:
          a) daß die Kanone einen längeren Lauf hat, weil nämlich
          b) die Kanone ihre Zerstörungskraft sowohl aus der Sprengladung als auch aus der kinetischen Energie des Geschosses bezieht, während die Haubitze gänzlich oder hauptsächlich durch den Sprengstoff des Geschosses wirkt.

          Patronierte Munition findet sich bei Kanonen bis Kaliber 155mm (z.B.: die 127-mm-Schiffskanonen der USA; oder die Sechszöller der britischen Marine bis in die 60er Jahre), während bei Haubitzen meines Wissens immer Geschoß und Treibladung getrennt geladen werden. Grund: Man kann so die Stärke der Treibladung variieren; Schießaufgaben werden immer mit der schwächsten Ladung erfüllt, um die Rohre zu schonen. Bei Kanonen wäre das Quatsch; die brauchen immer maximale Mündungsgeschwindigkeit. Gab es wirklich keine Kanonen, mit der man in der oberen Flugbahn schiessen konnte ?
          Jede Menge; die Schiffskanonen der Schlachtschiffaera nämlich. In der Seeschlacht vor den Falklandinseln versenkten im Dezember 1914 zwei britische Schlachtkreuzer (jeder mit acht Kanonen zu 30,5 cm Kaliber) das deutsche Ostasiengeschwader. Die Gefechtsentfernung lag zwischen 13 und 15 Kilometern. Während des Kampfes fuhr ein Vollschiff (ein Segelschiff also) zwischen den Kämpfenden hindurch; vermutlich merkte die Mannschaft des Seglers nicht einmal, daß sie sich durch ein Schlachtfeld bewegte. Die Granaten flogen 2-3 Kilometer hoch.

          Den Rekord hält das Schlachtschiff "Warspite". Am 9.7.1940 erzielte die "Warspite" mit ihren Fünfzehnzöllern (38,1 cm Kaliber) aus 24,2 km Entfernung einen verheerenden Treffer auf dem italienischen Schlachtschiff "Giulio Cesare". Die Granate hatte eine Steighöhe von neun Kilometer (d.h. sie ist mal kurz durch die Stratosphäre geflogen). Sie durchschlug alle drei Panzerdecks der "Giulio Cesare" und explodierte im Kesselraum, wo sie vier der acht Kessel zerschmetterte. Beide Schiffe waren im Gefecht über 20 Knoten gelaufen.

          Die Briten bevorzugten traditionell Fünfzehnzöller, die Amerikaner 16zöller (40,6 cm). Die Japaner bewaffneten im 2. Weltkrieg zwei Schiffe mit 18zöllern (45,7 cm), aber abgesehen von dem enormen Rückstoß war der Gasdruck beim Abschießen so stark, daß das Deck vor den Kanonen mit 50-mm-Panzerplatten belegt werden mußte und beim Feuern achterlicher als querab die Schiffsführung von der Brücke gefegt wurde. Die 80-cm-Kanonen der Nazis beruhten auf Spinnereien Hitlers. Ein normaler Bomber konnte genausoviel Sprengstoff weiter tragen als die "Dora" und war um Größenordnungen billiger.

          Django

        • Antwort von nach 29 Tagen hilfreich
          Re^4: Dora-Einsatz

          Die Dora wurde erfolgreich beim Festungsbeschuß im Krim-Krieg, Sewastopol?, eingesetzt.
          Hat wesentlich dazu beigetragen, daß die unknackbare Festung dennoch geknackt wurde.
          Später wurde das alles genauestens untersucht, und die Dora kam danach nicht mehr zu entscheidendem Einsatz.
          Norbert.

          • Antwort von nach 29 Tagen hilfreich
            Dora-Einsatz=erfolgreich?

            Hallo Norbert!

            Ich weiß nicht, ob man bei der „Dora“ von einem erfolgreichen Einsatz sprechen kann!

            Im Buch „Waffen und Geheimwaffen des dt. Heeres von 1933-1945“ von Fritz Hahn werden dazu nämlich folgende Angaben gemacht (die Angaben geziehen sich dabei nur auf das eine eingesetzte Geschütz!):

            „Im Jan. 1942 wurde die schwere Artillerie-Abteilung(E) 672 aufgestellt, die dann ab April 1942 nach dem Raum Sewastopol verlegte. Dazu benötigte man fünf Züge, die bei einer Gesamtlänge von 1.653m nicht weniger als 3.603t wogen. Am 5. Juni 1942 wurde von dem 80-cm-Geschütz - ... – der erste Schuß gegen die Festung Sewastopol abgefeuert. Bis zum 17. Juni folgten dann noch weitere 47 Schuß, dann war der Munitionsvorrat erschöpft. die größte Trefferlage betrug 740m, nur zehn Schuß ... lagen näher als 60m zum Ziel.“

            und weiter:

            „Wenn wir die vom 2. Juni bis zum 1. Juli im Bereich [Sewastopol] verschossenen 2.6281t Munition mit den 340,8t, die vom >>Dora<<-Geschütz verfeuert wurden, vergleichen, so waren das knapp 1,3 Prozent – und dafür dieser Riesenaufwand! Im gleichen Zeitraum hatte übrigens die Luftwaffe 23.751 Einsätze gegen den Raum Sewastopol geflogen, dabei 20.529t Bomben abgeworfen und 31 Flugzeuge verloren.“

            Ähnliche Angaben findet man auch in anderen Büchern.

            Die beste Wertung findet man wohl bei Senger und Etterlin in seinem Buch „Die deutschen Geschütze 1939-1945“:
            „Der rüstungstechnische Aufwand zur Schaffung eines solchen Super-Geschützes war im Vergleich zum praktischen Erfolg unverhältnismäßig groß. Das gleiche gilt vom Personalbedarf .... beim Einsatz. Auch die zusätzliche Belastung der Eisenbahntransportmittel ... überschritt fast ein erträgliches Maß.
            So muß das Geschütz ... am taktischen Erfolg gemessen als verfehlt beurteilt werden, ... Als waffentechnische Spitzenleistung der deutschen Rüstungswirtschaft verdient das Geschütz jedoch volle Anerkennung. Es hat die – waffentechnisch – in die Konstruktion gesetzten Erwartungen erfüllt.“

            Gruß

            Tom

        • Antwort von nach 53 Tagen 1 hilfreich
          Re^4: Kanone - Haubitze ??

          Bei gestreckter Flugbahn wird die Flugweite natürlich grösser.
          Nö- ob über- oder unterrhalb von 45 verkürzt sie sich immer ! Interessant war die Haubitze hauptsächlich, weil man damit a)
          aus gedeckter Stellung schiessen und b) eben auch hinter
          solche gedeckten Stellungen treffen kann.
          Das schon eher Die Haubitze ist kürzer und hat Rücklauffederung.
          schon mal 'ne FH 70 gesehen ? Gab es wirklich keine Kanonen, mit der man in der oberen
          Flugbahn schiessen konnte ?
          Naja - VOr der genauen Differenzierung hat man bspw. den Lafettenschwanz eigegraben- so hat bspw. die 3rd Co. Washington Artillery mit ihren rifled Guns einen Yankee-Ballon vom Himmel geholt z.B "Dicke Berta" auf Schiene
          Hat damit nix zu tun Nein, geht ja an der eigentlichen Aufgabe der Kanone vorbei.
          Natürlich kann man bei maximaler Höhenrichtung und
          Herunterziehen der Lafette auch einen Steilfeuerschuss
          abgeben; eigentlich ist der Richtbereich einer Kanone aber für
          sowas nicht vorgesehen.
          Korrekt Die "Dicke Bertha" war eine ziemlich heftige 42cm-Feldhaubitze
          mit der unglaublichen Bedienungsmannschaft von 800 Mann pro
          Batterie (2 Geschütze). Solche überschweren Haubitzen hat man
          im damaligen Sprachgebrauch noch Mörser genannt.
          Ob jetzt Eisenbahngeschütze zu Kanonen gezählt werden sollen?
          Ich denke nicht. Überdies dürfte der Versuch, einen
          Flachfeuerschuss auf Schienen abzugeben, recht amüsant werden.
          Nö - die meisenn E-Geschütze waren Kanonen (Dora ...) Wieviele Kilometer rollt das Ding wohl zurück? Das heftigste
          Eisenbahngeschütz dürft wohl die deutsche "Dora" (auch
          "Gustav"
          Falsch DAS wiederum war ein ganz anderer Korpus
          gewesen sein - ein Monster mit Kaliber 80cm und einer Rohrlänge von 32,4 Metern. Geschossgewicht 7,1 Tonnen.
          Angeblich konnte so ein Geschoss 30m Erde, 10m Beton oder 1m
          Stahl durchschlagen.
          und wurde über zwei parallel gelegte Gleise (Gleiskurve) auf`s Ziel gerichtet - Mein Opa hat daran gedient !
          whk
          Gruss
          Peter

      • Antwort von nach 53 Tagen hilfreich
        Re^3: Kanone - Haubitze ??

        die eine schiest mit Hülsen, als ganzes, (Treibladung und
        Sprengkopf und Aufschlagzünder)
        bei der anderen wird der Sprengkopf separat eingeführt, die
        Treibladung je nach Distanz dahinter aufgebaut .
        Ist das richtig ?
        Nö- Der Unterschied liegt ausschließlich in der Winkelgruppe ober- oder unterhalb der -theoretisch- idealen 45-Grad-Winkel
        whk



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