'fulda-gap'

Von: , Frage gestellt am So, 10. Sep 2000

hallo

ich lese viel über den zweiten weltkrieg und die zeit dazwischen (kalter krieg)

immer wieder finde ich die "fulda -gap" erwähnt
was ist daran so wichtig?

die russen wollten doch eher über die norddeutsche tiefebene kommen - wesentlich besser zum manövrieren

tschüss

matthias

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    Hallo,
    aber über das Fulda-gab war es bedeutend näher zum Rhein und dem Grossraum Frankfurt. Ausserdem gibt es relativ günstige Verkehrswege(Autobahn etc.).
    Gruss
    Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    das fulda-gap war einer von mehreren strategisch wichtigen korridoren, durch welche die WVO-streitkräfte massiv und schnell vordringen sollten, um die NATO-Truppen, vernichtend zu schlagen. In der nachrüstungsdebatte der 80er jahre vor allem rückte das fulda-gap als potentielles atomares schlachtfeld besonders ins öffentliche bewußtsein, zumal in hessen die friedensbewegung relativ stark war. anders als z.B. im konservativeren Bayern war auch die hessische bevölkerung, u.a. wegen der Belastung durch die hohe militärpräsens vor allem durch US-Streitkräfte (routinierte Manöverschadensmacher), kritischer eingestellt und stärker politisiert.

  3. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    Hallo Matthias!

    Die Amerikaner simulierten in der Zeit des kalten Krieges mit den Großrechnern in Los Alamos den Bodenkrieg in Europa.
    Dabei zeigte das Ergebnis, daß die Sowjets direkt durch Fulda marschieren. (Siehe auch "Der Spiegel" von letzter Woche).

    Computergläubig, wie die Amerikaner nun mal sind, nehmen sie dies für bare Münze.

    Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    Hallo

    Die "Fulda Lücke" war in der Tat ein schwacher Punkt in der NATO-Vorneverteidigung.
    Es fehlten Bodentruppen der NATO.
    Es war im Vergleich zu dem umliegenden Terrain eher flach und für motorisierte Pakt-Bodentruppen einladend.
    Es war der Weg nach Frankfurt, zum Rhein und Main. Dort wäre die Bundesrepublik dann geteilt.

    Rate mal was das Hof-gap war? Ja, noch eine Lücke.

  5. Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    hallo
    Vielleicht wird das 1978'er Buch "The Third World War" -vermutlich auf Deutsch als "Der Dritte Weltkrieg" erschienen - von General Sir John Hackett und noch sechs andere von der Nato von Interesse sein. Der vermutliche Bodenkrieg fand natuerlich in Deutschland statt und das Fulda Gap spielte dabei eine wichtige Rolle.

    Jim

  6. Antwort von nach 32 Tagen hilfreich
    Re: 'fulda-gap'

    immer wieder finde ich die "fulda -gap" erwähnt
    was ist daran so wichtig?

    Also ich kann die Antworten untenstehend bestätigen, ich lebe im "Fulda Gap" und war bei den Aktionen in den 80ern beteiligt. Bei uns sind auf allen Straßen an strategischen Punkten z.B. Sprengdeckel eingelassen. Die im Falle des Falles alle hochgejagt werden sollten. Keine Kreuzung, keine Brücke, kein Tunnel ohne diese Sprengschächte. Wir haben diese damals auch kartografiert. Und Infos dazu gesammelt. (Von den Broschüren habe ich noch einige, bei Interesse bei mir melden) Dann haben wir ein US Strategiespiel ausgemacht (Brettspiel mit Figuren und Plättchen), das so genannte Fulda-Gap-Spiel. Auch das Hattenbach-Dreieck spielte bei diesen Kriegsspielen eine Rolle. Für Näheres müßte ich nochmal nachschauen, hab noch meine alten Unterlagen.
    Karin

    • Antwort von nach 32 Tagen hilfreich
      Re^2: 'fulda-gap'

      Hallo,
      Bei uns sind auf allen Straßen an strategischen Punkten z.B. Sprengdeckel eingelassen. Die im Falle des Falles
      alle hochgejagt werden sollten. Keine Kreuzung, keine Brücke,
      kein Tunnel ohne diese Sprengschächte.( strategische Punkte ist ein wohl etwas zu grosses Wort, der Kanaldurchbruch von Scharnhorst und Gneisenau 1942 war ein taktischer Sieg, aber eine strategische Niederlage, nur als Beispiel).
      Diese Sprengschaechte gibt es ueberall in Westdeutschland, nicht nur in dem sogenannten Fulda-gap, sie dienten zur Verzoegerung eines moeglichen Angriffes des Warschauer Paktes durch systematisches Sprengen von Verkehrsverbindungen an nicht leicht ueberbrueckbaren Stellen(Strasse an Steilhang, Tunnel etc.). Dann haben wir ein US Strategiespiel ausgemacht (Brettspiel
      mit Figuren und Plättchen), das so genannte Fulda-Gap-Spiel.
      Auch das Hattenbach-Dreieck spielte bei diesen Kriegsspielen
      eine Rolle. Es gibt noch mehr dieser Taktikspiele, die sich mit dieser Problematik befassen. Es dreht sich dabei immer um die Abwehr eines frueher moeglichen WP-Angriffes.
      Gruss
      Rainer

    • Antwort von nach 33 Tagen hilfreich
      Re^2: 'fulda-gap'

      hallo

      also wenn das so weitergeht dann muss ich doch mal nach fulda fahren und eine ortsbegehung machen um mir das selber anzuschauen

      wenn ich so eine broschüre bekommen würde wär das schon fein:

      matthias weinberger
      pfahlplätzchen 6
      96049 bamberg

      lass dir was gutes als gegenleistung einfallen !!!

      danke

      matthias

  7. Antwort von nach 40 Tagen hilfreich
    Also mal konkret

    immer wieder finde ich die "fulda -gap" erwähnt
    was ist daran so wichtig?
    die russen wollten doch eher über die norddeutsche tiefebene
    kommen - wesentlich besser zum manövrieren
    das war das EINE potentielle Einfalltor, das andere eben das berüchtigte "Fulda-gap" um das Hattenbach-Dreieck herum, infrastrukturell wesentlich interessanter und ein Stoß mitten ins Herz der NATO-Verteidigung, der das 2.Korps ebenso abgespalten hätte, wie der Einfall im Norden Die Landstreitkräfte Jütland.
    In amerikanischen Szenarien wurde daher die Möglichkeit erwogen, dieses Gap (Tor) per A-Waffen zu schließen (in der Norddeutschen Tiefebene mangels Enge nicht so leicht möglich)und entsprechende Kernwaffenträger etc. in der Nähe disloziert. DAS war es, was es so politisch brisant machte.
    Ade ! whk



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